Agnosia Kritik & Meinung
Firmenspionage ist kein Problem der Neuzeit, sondern gibt es in abgewandelter Form eigentlich schon seitdem es die Menschheit gibt. Es ist wesentlich einfacher und kostengünstiger, sich Ideen unrechtmäßig zu erwerben, als sie selber zu entwickeln. Genau dieser Problematik hat sich der spanische Regisseur Eugenio Mira in seinem neuesten Werk „Agnosia“ gewidmet.
Er versucht in seinem Film dem Zuschauern näher zu bringen, wie weit manche Menschen bereit sind zu gehen, um sich die Ideen und Techniken anderer anzueignen.
Story / Inhalt
Nach “Pans Labyrinth” von Guillermo Del Toro und dem Mystery-Thriller “Das Waisenhaus”, folgt mit “Agnosia” ein weiteres Meisterwerk des spanischen Films!
Die junge und hübsche Joana Prats (Bárbara Goenaga) leidet unter Agnosie, einer seltenen neuropsychologischen Krankheit mit Wahrnehmungsstörungen. Obwohl sie einwandfrei sehen und hören kann, ist ihr Gehirn nicht in der Lage, die aufgenommenen Reize richtig einzuordnen.
Als Joana’s Vater Arthur (Sergi Mateu) Opfer eines heimtückischen Komplotts wird, ist sie die einzige Hüterin eines wertvollen Firmengeheimnisses und wird so zur Zielscheibe eines perfiden und unheimlichen Plans. Denn die Konkurrenz will Joana’s sensorische Verwirrung ausnutzen, um ihr das gut gehütete Geheimnis zu entlocken. Ihr Verlobter Carles (Eduardo Noriega) und Vicent (Félix Gómez), ein junger Diener des Hauses werden dabei zu Schlüsselfiguren in einem dramatischen Spiel um Vertrauen, Täuschung und Verrat.
Meinung zum Film
Die Storykombination aus Industriespionage und seltener Krankheit bietet jede Menge Spielraum, um daraus einen erstklassigen Film zu erschaffen. Doch oft reicht bei spanischen Filmen das Budget nicht, um die Idee des Drehbuchautors auch so umzusetzen, wie er sich das ganze vorgestellt hat.
Eugenio Mira liefert mit “Agnosia” ein durchaus solides Werk ab, doch leider schafft es die Story nicht wirklich, den Zuschauer zu fesseln. Es gibt den ein oder anderen guten Ansatz, sei es jetzt die Anziehung, die Joana gegenüber Vincent ausübt oder die merkwürdige Beziehung zwischen Joana und Carles, doch schaffen es all die guten Ansätze nicht wirklich, eine solche Spannung aufzubauen, dass der Zuschauer wirklich gefesselt wird. Dies führt dazu, das man an der einen oder anderen Stelle nicht aufmerksam genug ist und somit den Anschluss oder wichtige Details verpasst.
Zugute halten muss man Mira, die Art und Weise wie er versucht, dem Zuschauer die Krankheit Agnosie näher zu bringen und wie er dies visuell und audiotechnisch umgesetzt hat. Durch das verschwommene Bild und den stumpfen Ton kann man sich eine ungefähre Vorstellung machen, wie sich die Krankheit auswirkt, wobei Mira es schafft, das ganze glaubwürdig darzustellen. Oft ist es ja so, dass solche Krankheiten viel zu extrem dargestellt werden und dadurch unglaubwürdig wirken. Diesen schmalen Grat zwischen Glaubwürdigkeit und Unglaubwürdigkeit hat Mira nicht überschritten.
Die schauspielerische Leistung der Hauptakteure Martina Gedeck, Bárbara Goenaga und Félix Gómez ist durchweg gut und lässt kaum Chancen zu Kritik. Man nimmt ihnen ohne jeglichen Zweifel ihre Rolle ab und sie schaffen es auch, die einzelnen Facetten und die Entwicklung ihrer Charaktere glaubwürdig darzustellen.
Fazit
“Agnosia” ist ein durchaus gelungenes Werk, doch leider ist anscheinend während der Dreharbeiten der Spannungsbogen verloren gegangen.
von Steffen Müller
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Soundtrack
Schauspieler
Eduardo Noriega
Martina Gedeck
-
Felix Gomez
als Vincent -
Barbara Goenaga
als Joana Prats












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