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Apocalypse Now Kritik & Meinung

Fran­cis Ford Cop­po­las Vietnamkrieg-Epos „Apo­ca­lypse Now“ gilt als einer der größ­ten Filme aller Zei­ten. Dem Ori­gi­nal von 1979 ließ der Regis­seur 2001 eine um etwa 50 Minu­ten län­gere „Redux“-Version fol­gen. Den abso­lu­ten Höhe­punkt bil­det die jetzt bei Kino­welt erschie­nene Luxus-Edition „Full Dis­clo­sure“ („Volle Ent­hül­lung“) mit drei Blu-ray Discs und einem aus­führ­li­chen Begleit­buch. Unter der Anlei­tung des Regis­seurs wur­den beide Ver­sio­nen restau­riert und ste­hen jetzt erst­mals in HD-Bildqualität und 5.1-DTS-Tonqualität zur Ver­fü­gung. Dank dem platz­spa­ren­den „Seam­less Bran­ching“ sind auf einer Blu-ray Disc beide Ver­sio­nen ver­eint. Die zusätz­li­chen Sze­nen der „Redux“-Version wer­den „naht­los“ in die schon vor­han­de­nen von 1979 ein­ge­fügt. Neben der weit­aus bes­se­ren Bild– und Ton­qua­li­tät und dem Audio­kom­men­tar Cop­po­las ist das Herz­stück die­ser Aus­gabe das Bonus­ma­te­rial mit über neun Stun­den Länge.

Wäh­rend des Viet­nam­kriegs erhält Haupt­mann Wil­lard (Mar­tin Sheen) 1969 den Auf­trag, den ehe­ma­li­gen Oberst Kurtz (Mar­lon Brando) im Dschun­gel zu fin­den und zu töten. Der grö­ßen­wahn­sin­nige Kurtz hat sich bei den Ein­ge­bo­re­nen in Kam­bo­dscha ein eige­nes König­reich auf­ge­baut. Die Fahrt auf einem Fluss durch den Dschun­gel wird zu einer Odys­see für Wil­lard und seine Kame­ra­den. Sie erle­ben, wie Oberst Kil­gore (Robert Duvall) zu den Klän­gen von Wag­ners Wal­kü­ren­ritt ein viet­na­me­si­sches Dorf bom­bar­die­ren und mit Napalm ver­gif­ten lässt, wäh­rend ein Ande­rer Was­ser­ski fährt. In einem Sol­da­ten­la­ger wer­den zur Abwechs­lung Play­mates ein­ge­flo­gen und zur Ver­fü­gung gestellt. Von fran­zö­si­schen Plan­ta­gen­be­sit­zern erfährt der Trupp, dass die Ame­ri­ka­ner nicht aus den Feh­lern der Fran­zo­sen gelernt haben. Erst eine halbe Stunde vor Ende des Films gelan­gen sie in das Schre­ckens­reich des Oberst Kurtz, zunächst geführt von einem ame­ri­ka­ni­schen Foto­re­por­ter (Den­nis Hop­per). Über­all lie­gen und hän­gen Lei­chen, Ske­lette und Köpfe. Der kahl­köp­fige Gott­kö­nig wird zunächst nur als Schat­ten ein­ge­führt. Wil­lard wird gefes­selt, gefol­tert und muss sich lange ver­wirrte Mono­loge von Kurtz anhö­ren. Doch irgend­wann gelingt es ihm, den Böse­wicht in Not­wehr wie einen Opfer­stier zu schlach­ten. Auf der Rück­fahrt sieht man das „Reich des Bösen“ nach einem Feu­er­sturm in den Flam­men verschwinden.

Die­ses über weite Stre­cken leise und kam­mer­spiel­ar­tige Epos ist mehr als ein Kriegs­film. In phi­lo­so­phi­schen und psy­cho­ana­ly­ti­schen Dimen­sio­nen soll zum Nach­den­ken über den Krieg ange­regt wer­den. Die Fluss­fahrt im Dschun­gel ist für Wil­lard eine Expe­di­tion in sein eige­nes Unter­be­wusst­sein, die Begeg­nung mit Kurtz kon­fron­tiert ihn mit den fins­te­ren Mäch­ten sei­ner eige­nen Seele. Die sur­rea­lis­ti­schen Bil­der mit vie­len Über­blen­dun­gen las­sen an die geheime Offen­ba­rung der Bibel mit dem jüngs­ten Gericht den­ken. In der Redux-Version wird die­ses Psy­cho­drama mit der Reise ins „Herz der Fins­ter­nis“, basie­rend auf einer Novelle von Joseph Con­rad, noch stär­ker betont. Als einer der bes­ten Anti­kriegs­filme aller Zei­ten erhielt „Apo­ca­lypse Now“ die Gol­dene Palme in Can­nes und drei Oscars.

Das eigens für diese Edi­tion geschaf­fene Book­let ent­hält eine Ein­füh­rung von Fran­cis Ford Cop­pola zur Blu-ray-Edition mit per­sön­li­chen Anmer­kun­gen zur Ent­ste­hung des Films, Aus­züge aus dem Original-Drehbuch mit hand­schrift­li­chen Anmer­kun­gen des Regis­seurs, einige Original-Storyboards und nie zuvor ver­öf­fent­lichte Bil­der von den Dreh­ar­bei­ten. Fünf exklu­sive Post­kar­ten zei­gen Auf­nah­men der bekann­ten ame­ri­ka­ni­schen Foto­gra­fin Mary Ellen Mark. Das Original-Kinoprogramm von 1979 stellt aus­führ­lich die Dar­stel­ler vor und bringt wei­tere Infor­ma­tio­nen. In Gesprä­chen mit Mar­tin Sheen, dem Dreh­buch­au­tor John Milius und Cop­pola erfährt man, dass es wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten trotz vie­ler heik­ler Sze­nen keine Toten und Ver­letz­ten gab. Der Sound­track von „The Doors“ und Richard Wag­ner wird ebenso vor­ge­stellt wie das Cas­ting, die nach­träg­li­che Sound­be­ar­bei­tung mit Dolby-Stereo oder die End­mi­schung. Beim Sound­de­sign wurde Wert auf eine psy­che­de­li­sche Kom­po­nente gelegt, denn Vietnam-Krieg, Rock ‚n‘ Roll und Dro­gen­kon­sum gehö­ren eng zusam­men. Der Film­kri­ti­ker Roger Ebert führte 1979 in Can­nes ein aus­führ­li­ches Inter­view mit Cop­pola und ver­gleicht die Wir­kung des Fil­mes damals und heute. Nur dank des Erfolgs mit „Der Pate“ konnte Cop­pola die­ses unab­hän­gige Film­pro­jekt mit der dama­li­gen Rekord­summe von 30 Mil­lio­nen Dol­lar über­haupt rea­li­sie­ren. Bei der Crew in Wil­lards Boot fällt neben Har­ri­son Ford der damals gerade 14-jährige Lau­rence Fish­burne („Matrix“) beson­ders auf.

Die lite­ra­ri­schen Vor­la­gen wer­den aus­führ­lich gewür­digt. „Herz der Fins­ter­nis“ von Joseph Con­rad ist in einer Radio­sen­dung von 1938, gele­sen von Orson Wel­les, zu hören. Außer­dem spricht Mar­lon Brando das Gedicht „The Hol­low Men“ von Tho­mas Stearns Eliot, wobei Sze­nen des Films zu sehen sind. Eine Storyboard-Galerie zeigt über 200 Zeich­nun­gen und ein Foto­ar­chiv über 100 Fotos von den Dreh­ar­bei­ten. Außer­dem gibt es das Dreh­buch mit Anmer­kun­gen Cop­po­las, Pres­se­map­pen und aus dem Mar­ke­ting­ar­chiv eine Pos­ter­ga­le­rie, Aus­hang­bil­der und Trai­ler, zusätz­lich noch viele geschnit­tene Sze­nen. Span­nend wie der Film selbst ist die 96-minütige preis­ge­krönte Doku­men­ta­tion „Hearts of Dar­k­ness – A Filmma­kers Apo­ca­lypse“ („Reise ins Herz der Fins­ter­nis“). Elea­nor Cop­pola, die Frau des Regis­seurs, zeigt die 238 Dreh­tage auf den Phil­ip­pi­nen wie in einem Tage­buch. Die Dreh­ar­bei­ten waren stel­len­weise selbst wie ein Krieg. Im Süden des Lan­des tobte ein Bür­ger­krieg, so muss­ten die Hub­schrau­ber oft kurz­fris­tig zum Ein­satz und stan­den für den Film nicht zur Ver­fü­gung. Auch wäh­rend der größ­ten Tai­fune und Regen­güsse wur­den die Dreh­ar­bei­ten fort­ge­setzt. Durch die Zer­stö­rung der Bau­ten musste eine Zwangs­pause von zwei Mona­ten ein­ge­legt wer­den, und mit Mar­lon Brando gab es öfters Schwierigkeiten.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • idy L Lic Rudebo Y
    @xxVicky2010xx wohl eher umgekehrt wenn schon ....

  • Drum Shag1986
    Von totaler Perfektion kann bei Marlon Brando für seine Rolle in Apocalypse NOW nicht die Rede sein, denn er kam mit starkem Übergewicht ans Set. Noch dazu hat er seinen Text nicht gelernt und noch nicht mal das Buch Hearts of Darkness von Joseph Conrad gelesen ! Coppola war über letzteres sehr erschrocken und enttäuscht gewesen ! Nichtsdestotrotz ist der Film ein absoluter Meilenstein und auch mein absoluter Lieblingsfilm !

  • conchitis92
    ist es eigentlich von Anfang an ein LSD Trip oder nicht?:D

  • 4ever Eddie
    @VizzyGo So hat man damals halt Trailer gedreht "Dunkle Atmosphäre im Hintergrund erzählt ein Mann mit tiefer Stimme etwas über den Film " und dieser Trailer ist nicht wirklich alt ( Die Redux Fassung kam 2001 in die Kinos).

  • fascinationforrock
    Der reißerische Trailer wird diesem genialen Film überhaupt nicht gerecht ! Mal davon abgesehen, dass Harrison Ford gerade mal 2 Minuten in dem Film auftritt !

  • Joerg Gottfried
    @xxVicky2010xx wohl eher umgedreht Charlie sieht aus wie Martin

  • Worlddestroy Guy
    es gibt kaum einen besseren weg 3 einhalb stunden umzubekommen xD

  • Vizzy Go
    Ist wahrscheinlich ne dumme Frage aber warum sind alte Trailer so dunkel?

  • datenconan
    "CHARLIE SURFT NICHT!!!"

  • xx Vicky2010xx
    Martin Sheen sieht seinem Sohn Charlie extrem ähnlich!!

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