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Arthaus Retrospektive 2 Kritik & Meinung

Seit lan­gem ste­hen die DVDs von „Art­haus“ in der Gunst der Cine­as­ten ganz oben. Eine adäquate Auf­ma­chung und Qua­li­tät prä­sen­tie­ren his­to­risch bedeu­tende Filme, die meist mit vie­len Extras ergänzt sind. Mit sei­ner Reihe „Art­haus Retro­spek­tive“ öff­nete Stu­dio­Ca­nal ein wei­te­res Kapi­tel mit noch nie oder schon lange nicht mehr ver­öf­fent­lich­ten Filmklassiker-Raritäten, auf die viele schon lange gewar­tet haben.

Am Beginn der Reise durch die Film­ge­schichte stan­den fünf her­aus­ra­gende Schwarz-Weiß-Filme von Regie­le­gen­den mit gro­ßen Film­stars aus der Zeit von 1941 bis 1964, davon vier DVD-Premieren. Nach „Gol­de­nes Gift“, „Liebe 1962“, „Macao“, „Mr. und Mrs. Smith“ und „Der nackte Kuss“ prä­sen­tie­ren die „Arthaus“-Spezialisten wei­tere fünf sel­tene Mei­len­steine der Film­ge­schichte auf DVD. Neben drei DVD-Premieren, dem ita­lie­ni­schen Epi­so­den­film „Liebe in der Stadt, „Plä­sier“ von Max Ophüls, „The Fal­len Idol – Klei­nes Herz in Not“ von Carol Reed („Der dritte Mann“) erschei­nen erst­mals als Einzel-DVD Fritz Langs „Im Geheim­dienst“ und Tonino Vale­riis Italo-Western „Der Tod ritt diens­tags“. „Arthaus“-typisch ist die her­vor­ra­gende Bild– und Ton­qua­li­tät bei den Pro­duk­tio­nen aus der Zeit von 1946 bis 1967.
Im Agen­ten­thril­ler „Im Geheim­dienst“ (1946) erhält der ame­ri­ka­ni­sche Pro­fes­sor Alvah Jesper wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs den Auf­trag, Kon­takt zu ehe­ma­li­gen deut­schen Kol­le­gen auf­zu­neh­men, um diese über den Stand der tech­ni­schen Ent­wick­lung aus­zu­spio­nie­ren. Dabei ist ihm der deut­sche Geheim­dienst dicht auf den Fer­sen. Kurz nach Ende des Zwei­ten Welt­kriegs insze­nierte Film­pio­nier Fritz Lang die­ses Kriegs­drama mit Gary Cooper und Lilli Pal­mer in den Haupt­rol­len. Im bri­ti­schen Krimi „The Fal­len Idol – Klei­nes Herz in Not“ (1948) steht der Junge Felipe (Bobby Henry) im Mit­tel­punkt. Der Sohn eines Bot­schaf­ters freun­det sich mit dem But­ler Bai­nes an und erfährt, dass die­ser eine Affäre mit der jun­gen Sekre­tä­rin hat. Kurz dar­auf stirbt Bai­nes‘ Ehe­frau unter mys­te­riö­sen Umstän­den und Felipe gerät als ver­meint­li­cher Zeuge ins Visier der poli­zei­li­chen Ermitt­lun­gen. Erst­mals erscheint die­ser span­nende Krimi nach einer Kurz­ge­schichte und dem Dreh­buch von Gra­ham Greene auf DVD.
Der deut­sche Regis­seur Max Ophüls, der Kar­riere beson­ders im fran­zö­si­schen Exil machte, insze­nierte 1952 den opu­len­ten Epi­so­den­film „Plä­sier“ nach drei Kurz­ge­schich­ten von Guy de Mau­pas­sant rund um das Thema Lust und Leid. Im ers­ten Teil „Die Maske“ nimmt ein Greis im Jugend­wahn mas­kiert als jun­ger Schön­ling an rau­schen­den Fes­ten teil. „Das Haus Tel­lier“ erzählt von der Eigen­tü­me­rin eines Bor­dells, die mit ihren Mäd­chen ein Kir­chen­fest besucht, sehr zum Unmut der Jung­ge­sel­len im Ort. In „Das Modell“ ver­liebt sich ein Künst­ler und stürzt sich damit in eine Tra­gö­die. Am stärks­ten ist die zweite Epi­sode, die mit lie­be­vol­ler Sorg­falt das Milieu in einem Eta­blis­se­ment und als Kon­trast das sinn­li­che Land­le­ben zeigt. Glän­zend agie­ren Jean Gabin und Simone Simon. Als Extras gibt es Erläu­te­run­gen von Film­wis­sen­schaft­lern zu die­sem his­to­risch bedeu­ten­den Strei­fen.
„Liebe in der Stadt“ (1953) ist eine ita­lie­ni­sche Pro­duk­tion mit sechs Kurz­fil­men nam­haf­ter Regis­seure wie Fede­rico Fel­lini und Miche­lan­gelo Anto­nioni, pro­du­ziert von Cesare Zavat­tini. Die Epi­so­den die­ses außer­ge­wöhn­li­chen Film­ex­pe­ri­ments wur­den meist mit Lai­en­dar­stel­lern fast doku­men­ta­risch insze­niert. Tonino Vale­riis Italo-Western „Der Tod ritt diens­tags“ spielt in Ari­zona nach dem ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krieg. Der alternde Pis­to­len­held Frank Talby weiht den jun­gen, von den Bewoh­nern einer klei­nen Wildwest-Stadt ver­ach­te­ten Scott Mary in das Hand­werk eines Pis­to­le­ros ein. Als die­ser nach har­ter Schule erken­nen muss, dass sein Leh­rer ein bru­ta­ler Mör­der ist, kommt es zum Duell. Tonino Vale­rii begann als Regie­as­sis­tent bei Ser­gio Leone und beweist mit die­sem Film, dass er sei­nem Meis­ter in nichts nach­steht. Die­ser Film ver­eint die bei­den Iko­nen des Italo-Westerns Lee van Cleef und Giuliano Gemma zum ers­ten und ein­zi­gen Mal. Als Bonus gibt es das Original-Presseheft als PDF.

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