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Arthaus Retrospektive 4 Kritik & Meinung

Seit langem stehen die DVDs von „Arthaus“ in der Gunst der Filmexperten ganz oben. In exquisiter Aufmachung und Qualität werden historisch bedeutende Filme präsentiert, die mit vielen Extras ergänzt sind. In der Reihe „Arthaus Retrospektive“ bringt StudioCanal meist noch nie auf DVD veröffentlichte Filmklassiker-Raritäten, auf die viele schon lange gewartet haben. Die Serie ist so beliebt, dass mittlerweile die vierte Serie mit fünf weiteren filmhistorisch bedeutenden Klassikern angeboten wird.

Davon gibt es vier zum ersten Mal auf DVD, ein Film wird erstmals als Einzelausgabe angeboten. Vier Filme sind aus den 1940er Jahren, einer von 1951. Trotz des alten Ausgangsmaterials sind Bild- und Tonqualität durch digitale Nachbearbeitung so hervorragend, wie man es von „Arthaus“-Produktionen gewohnt ist.

Anhänger des klassischen Horror-Films kommen in dieser Serie der „Arthaus Retrospektive“ besonders auf ihre Kosten. Mit „Ich folgte einem Zombie“ (1943) und „Der Leichendieb“ (1945) ist das Gruselkino besonders stark vertreten. In Jacques Tourneurs „Ich folgte einem Zombie“ führt die junge Krankenschwester Betsy (Frances Dee) die Ehefrau Jessica (Christine Gordon) ihres Dienstherrn, des reichen Plantagenbesitzers Paul Holland (Tom Conway), aus selbstloser Liebe zu einer Voodoo-Beschwörung. Es ist die letzte Hoffnung, die willenlose Zombie-Frau, einem Opfer des Voodoo-Zaubers auf einer westindischen Insel, wieder zum Leben zu erwecken und Paul damit glücklich zu machen. Wie ein endloser Gang durch die hohen Zuckerrohrplantagen wirken die Bilder auf den Zuschauer ein. In einer düsteren Stimmung ähnlich einer Geisterbahn erscheinen im fahlen Schein einer Taschenlampe Tierkadaver, Totenschädel und eine geheimnisvolle schwarze Gestalt. Jacques Tourneurs zweiter Horrorfilm nach seinem Überraschungserfolg „Katzenmenschen“ ist ein zeitloser Klassiker, der mit seinen wunderbar geisterhaften Bildmotiven und einer atmosphärischen Genauigkeit überzeugt. Tourneur beherrscht das Spiel von Andeutungen und Vermutungen perfekt und beflügelt dadurch die Fantasie des Zuschauers. Seine Stärke ist die Überschneidung von Illusion und Wirklichkeit durch ein perfekt inszeniertes Spiel von Licht und Schatten. Dafür setzt er für die damalige Zeit moderne Methoden wie die bewegliche Kamera ein.

Der subtile Horror-Klassiker „Der Leichendieb“ von Robert Wise nach einer Kurzgeschichte von Robert L. Stevenson besticht durch eine exzellente und detailreiche Ausstattung. In den Hauptrollen glänzen die Genre-Ikonen Boris Karloff („Frankenstein“, „Die Mumie“) und Béla Lugosi („Frankensteins Sohn“, „Die schwarze Katze“). Für seine Forschungen benötigt der renommierte Edinburgher Arzt Dr. MacFarlane Menschenleichen, die ihm von dem gespenstischen Kutscher Gray besorgt werden. Als MacFarlane jedoch den Verdacht hegt, dass Gray bei der Beschaffung selbst Hand anlegt, wäre er den unliebsamen Helfer gerne los. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht.

René Clairs „Schweigen ist Gold“ (1947) ist eine liebevolle Komödie aus dem Alltag einfacher Menschen und spielt in Paris um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Émile (Maurice Chevalier), ein Stummfilmproduzent und alternder Schwerenöter soll unvorbereitet auf die Tochter (Marcelle Derrien) einer Jugendfreundin aufpassen, verliebt sich dabei aber Hals über Kopf in sie. Leider gibt es einen Rivalen in seinem jungen Freund und Mitarbeiter Jacques (François Périer), der sich mit den von Émile erlernten Tricks bei dem Mädchen einschleicht. Eine Eifersuchtstragödie scheint sich anzubahnen. Als Jacques und die geliebte Madeleine diese vor der Filmkamera spielen, greift ein leibhaftiger Sultan ein, der als Gast bei den Dreharbeiten aufgetaucht ist. Er wünscht einen Filmschluss ohne Tränen. Darauf ersinnt Émile ein Happy-End für den Film und die beiden jungen Leute. Nach seiner Rückkehr aus seinem 15-jährigen Exil schafft René Clair mit diesem Film eine Hommage an die Pioniere des französischen Films. Die Stärken von „Schweigen ist Gold“ ist die liebevolle Ironie, mit der er hier die Welt des Films zeichnet.

„Panik um King Kong“ (1949) von Ernest B. Schoedsack ist eines der vielen Fortsetzungen des Klassikers „King Kong“ (1932) vom selben Regisseur. Der gelungene Genre-Mix aus Abenteuer, Drama, Science Fiction und Fantasy machte die King-Kong-Filme zu den erfolgreichsten in der Filmgeschichte. Die kleine Jill Young zieht auf der Farm ihrer Eltern das kleine Gorillababy Joe auf, bis der zwielichtige Clubbesitzer Max O‘Hara in Joe eine große Attraktion sieht. Für „Panik um King Kong“ wurde die damals neuartige Stop-Motion-Technik eingesetzt. Dabei werden unbewegliche Objekte animiert, indem sie Bild für Bild geringfügig verändert werden. Neben einigen Horror-Elementen kommt in dieser Geschichte auch die Komik nicht zu kurz.

Das spannende Western-Abenteuer „Bis zum letzten Atemzug“ (1951) von Gordon Douglas zeigt Gregory Peck in der Hauptrolle als eisernen Kavallerieoffizier Richard Lance, der von seinen Männern gehasst wird. Er verliert nach einer selbstmörderischen Mission, bei der ein junger Offizier getötet wird, das Vertrauen seiner Truppe und das der von ihm angebeteten Cathy (Barbara Payton), der Tochter eines Offizierskollegen. Mit einer waghalsigen Verteidigungsaktion versucht er, seinen Ruf wiederherzustellen.

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