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Atlas der Globalisierung Kritik & Meinung

Le Monde diplo­ma­ti­que“ ist die größte Monats­zei­tung für inter­na­tio­nale Poli­tik. Sie hat welt­weit über 1,5 Mil­lio­nen Leser und erscheint in 61 Aus­ga­ben. Keine davon ist jedoch eine reine Über­set­zung des von der links­li­be­ra­len Tages­zei­tung „Le Monde“ gegrün­de­ten fran­zö­si­schen Ori­gi­nals. Jede Aus­lands­re­dak­tion setzt eigene Akzente und fügt Bei­träge hinzu.

Le Monde diplo­ma­ti­que“ ist ein moder­nes welt­of­fe­nes Medium, das sich radi­kal für Chan­cen­gleich­heit ein­setzt, ohne die auf Dauer kein fried­li­ches Mit­ein­an­der auf unse­rem zuneh­mend über­völ­ker­ten Pla­ne­ten mög­lich sein wird. Schwer­punkt­the­men sind die Fol­gen und Zusam­men­hänge der Glo­ba­li­sie­rung sowie öko­no­mi­sche und soziale Ver­tei­lungs­kon­flikte. Als beson­de­res Mar­ken­zei­chen gel­ten anschau­li­che Kar­ten, die ver­deut­li­chen, wo wel­che Inter­es­sen im Spiel sind. Gegrün­det wurde die Zei­tung 1954, um fran­zö­si­schen Diplo­ma­ten in Afrika und Asien Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu lie­fern. Seit 1996 ist das Blatt redak­tio­nell unab­hän­gig von „Le Monde“. Die deutsch­spra­chige Aus­gabe erscheint in einer Auf­lage von 120.000 Exem­pla­ren, liegt aus­ge­wähl­ten Zei­tun­gen bei oder kann sepa­rat abon­niert wer­den. Jeweils auf Dop­pel­sei­ten wer­den alle wich­ti­gen Aspekte der Glo­ba­li­sie­rung kom­pakt, anschau­lich und fun­diert dar­ge­stellt, von Frei­han­del über Migra­tion bis zu inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen und regio­na­len Ver­tei­lungs­kon­flik­ten. Der Atlas der Glo­ba­li­sie­rung kommt als Stan­dard­werk an Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten zum Ein­satz. Seit 2003 wur­den mehr als 280.000 Exem­plare verkauft.

Neben den alle drei Jahre erschei­nen­den, etwa 200 Sei­ten umfas­sen­den Atlan­ten zur Glo­ba­li­sie­rung ist jetzt von der deut­schen Redak­tion erst­mals eine DVD-Ausgabe mit sechs aktu­el­len Doku­men­ta­tio­nen zu bri­san­ten The­men zu Umwelt, Öko­no­mie oder Internet-Kriminalität erschie­nen. Stu­dio Ham­burg prä­sen­tiert diese Samm­lung mit einer Lau­f­länge von 315 Minu­ten und Bei­trä­gen von ARD, NDR, WDR und ZDF. Als Bonus ist eine hand­ge­zeich­nete Welt­karte als Pos­ter beige­fügt, die anschau­lich die ver­än­der­ten glo­ba­len Kräf­te­ver­hält­nisse der Zukunft demons­triert. Die Welt­wirt­schaft steckt in der tiefs­ten Krise seit 1945, die auf­stre­ben­den BRIC-Staaten (Bra­si­lien, Russ­land, Indien, China) ver­schie­ben die poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nisse, und mit Barack Obama schei­nen die Zei­ten des uni­la­te­ral agie­ren­den Impe­rium Ame­ri­ca­num vor­bei zu sein. Den­noch gibt es für die USA noch einige Feinde wie Nord­ko­rea, Birma, Iran, Weiß­russ­land, Sim­babwe, Kuba und Vene­zuela. Die sechs Film­bei­träge zu je einem Kapi­tel aus dem Glo­ba­li­sie­rung­s­at­las wol­len auf­rüt­teln und zur Umkehr und Ein­sicht anregen.

Zum Atlas­ka­pi­tel „Neue Welt­kunde“ passt der Bei­trag „Der afri­ka­ni­sche Pati­ent – Wun­der­hei­ler China“ (2010). Die lang­jäh­rige Afrika-Korrespondentin Bir­git Vir­nich unter­sucht, wie afri­ka­ni­sche Staa­ten wie Kenia, Sam­bia oder Angola von Wirt­schafts­be­zie­hun­gen mit China pro­fi­tie­ren. Inter­es­sant ist dabei der Ver­gleich mit der deut­schen Ent­wick­lungs­po­li­tik, die hier nicht mehr mit­hal­ten kann. Die Hilfe Chi­nas ist nicht unei­gen­nüt­zig, denn die auf­stre­bende Wirt­schafts­groß­macht braucht drin­gend Roh­stoffe aus Afrika. Zum Atlas­ka­pi­tel „Kapi­ta­lis­mus in der Krise“ gehört der Öko-Thriller „Lachs­fie­ber“ (2010) der Grimme-Preisträger Wil­fried Huis­mann und Arno Schu­mann. Der mil­li­ar­den­schwere nor­we­gi­sche Ree­der John Fre­de­riksen ist der größte Glo­bal Player im Geschäft mit Zucht­lachs. Ein Lehr­stück über den aus­ufern­den Kapi­ta­lis­mus in der Krise zeigt, wie sein Unter­neh­men die Mit­ar­bei­ter und Umwelt aus­beu­tet und dabei sogar die Umwelt­or­ga­ni­sa­tion WWF mit­macht. Um mit sei­nen Lachs­zuch­ten das Image der Mas­sen­tier­hal­tung im Meer los­zu­wer­den macht Fre­de­riksen mit dem WWF einen Deal. Der WWF bekommt eine jähr­li­che Spende von 100.000 Euro, dafür darf der che­misch und bio­lo­gisch belas­tete Zucht­lachs mit dem WWF-Symbol bewor­ben wer­den. Nach die­sem Film wer­den viele nicht mehr so unbe­fan­gen zu bil­li­gem Zucht­fisch im Super­markt greifen.

Zum Thema „Die Zukunft der Ener­gie“ berich­tet Inge Alt­meier in ihrem Bei­trag „Die Biosprit-Lüge“ (2010), wie Bio­etha­nol und Bio­die­sel aus Zucker­ruhr, Getreide und Ölpflan­zen her­ge­stellt wer­den. Die­ser von der EU sub­ven­tio­nierte Treib­stoff hat schwer­wie­gende Fol­gen in weit ent­fern­ten Regio­nen, wie etwa in Indo­ne­sien, wo rie­sige Palmöl­plan­ta­gen die tra­di­tio­nel­len Struk­tu­ren zer­stö­ren. Klein­bau­ern ver­lie­ren ihr Land, Noma­den des Wal­des müs­sen bet­teln gehen, es droht eine Hun­ger­ka­ta­stro­phe. Von den rie­si­gen Gewin­nen aus Bio­sprit haben die Men­schen in Indo­ne­sien nichts, wäh­rend die euro­päi­schen Auto­kon­zerne ihre Gewinne und ihr Image auf­bes­sern. Zum Thema „Viele Haupt­städte, viele Ansich­ten“ ist „Ecu­meno­po­lis: Stadt ohne Grenze“ (2011) ent­hal­ten. Der tür­ki­sche Fil­me­ma­cher Imre Azem zeigt auf unge­wöhn­lich Art die Mega­city Inst­an­bul mit ihren gigan­ti­schen Pla­nun­gen für die Zukunft. Das Stadt­ge­biet soll sich bald bis zum Schwar­zen Meer erstre­cken und Raum für 25 Mil­lio­nen Men­schen bie­ten. Für die Stadt­pla­ner spie­len die Men­schen eine unter­ge­ord­nete Rolle. Die ärme­ren Bevöl­ke­rungs­schich­ten wer­den aus ihren Woh­nun­gen gewor­fen und an den Stadt­rand gedrängt. Was zählt, sind die Inves­to­ren, die Inst­an­bul zu den mäch­ti­gen Glo­bal Citys New York, Lon­don und Tokio gesel­len möchten.

Toxic City – Deut­scher Giftschrott für Ghana“ von Chris­tan Bock (2011) bezieht sich auf das Atlas-Kapitel „Kom­pli­zier­tes Afrika“. Trotz aller Ver­bote gelangt ton­nen­weise Elek­tro­schrott nach Afrika. Auf von gif­ti­gen Abga­sen stin­ken­den Müll­fel­dern ver­bren­nen Kin­der kaputte Com­pu­ter, um an ver­wert­ba­res Metall aus Schrau­ben und Dräh­ten zu kom­men. Der Skan­dal dabei ist, dass der Schrott als Gebraucht­ware dekla­riert wird, damit er expor­tiert wer­den darf. Zum Kapi­tel „Unge­löste Kon­flikte“ zeigt Klaus Sche­rer sei­nen Bei­trag „Angriff aus dem Inter­net: Wie Online-Täter uns bedro­hen“ (2011). In den west­li­chen Staa­ten gibt es seit lan­gem keine kon­ven­tio­nel­len Kriege mehr. Statt­des­sen wird ein erbar­mungs­lo­ser Inter­net­krieg geführt. Ban­ken, Unter­neh­men und ganze Staa­ten ver­su­chen sich gegen Hacker­an­griffe und Cyber­gangs zur Wehr zu set­zen. Meh­rere Bei­spiele zei­gen Pishing-Mails, die sich auf pri­vate Com­pu­ter ein­nis­ten, um die Benut­zer über Web­cams zu beob­ach­ten oder ihre Bank­da­ten aus­zu­spio­nie­ren, bis zu Cyber-Angriffen auf Unter­neh­men, um an Betriebs­ge­heim­nisse, tech­ni­sche Daten oder mili­tä­ri­sche Ziele zu kom­men. Nicht nur über das Inter­net, auch mit­tels USB-Stick las­sen sich gefähr­li­che Com­pu­ter­vi­ren ein­fach in Unter­neh­mens­netz­werke ein­schleu­sen. Die sechs Bei­träge bie­ten Infor­ma­tio­nen und War­nun­gen zugleich, um wach­sam und auf­ge­schlos­sen die immer kom­pli­zier­ter wer­dende glo­ba­li­sierte Welt ver­ste­hen zu können.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Eilene Debackerlsufa
    sowas geht den so bin so irgendwie einsam wer mag mit mir schreibn hab auch einige bilder

  • L A Nus E R
    Nein, Empire Earth hat die Soundeffekte aus einem großen Pool. Wenn die Entwickler zu faul sind selber Sounds zu machen, greifen sie auf diese 08/15 Dinger zurück.

  • Naturefund
    Schön, dass wir die letzte Ausgabe des Atlas der Globalisierung nutzen durften. Wir sind sehr gespannt, was der neue Atlas zeigt! Ganz sicher ist die Welt von Morgen der Hand von uns allen!

Wie findest Du den Film "Atlas der Globalisierung"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!

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