Black Swan Kritik & Meinung
Eine sehr talentierte Ballerina kämpft um ihren absoluten Traum: Die Hauptrolle im renommierten Ballettstück: „Schwanensee“. Ihr Weg dorthin entwickelt sich zu einem bizarren Albtraum.
Story / Inhalt
Darren Aronofsky führt uns in die helle und idyllische Welt des Ballettstücks „Schwanensee“ von Tschaikowsky ein. Mit seiner Virtuosität und Eleganz breitet sich die Schönheit der Ballettwelt vor dem Zuschauer aus.
Die berauschende Atmosphäre wird bereits in der Anfangssequenz durch das Auftauchen eines schwarzen Schwanes durchbrochen. Nina, eine nach Perfektion strebende Ballerine, rehäugig, fragil und äußerst talentiert, lebt in einem verhängnisvollen Mutter-Tochter-Verhältnis.
Ihre Mutter, ballettbesessen, die ihre einstige Tanzkarriere bei Ninas Geburt aufgeben musste, ist sowohl bemutternd als auch verbittert. Unter der absoluten Kontrolle der Mutter durfte „ihr kleines Mädchen“ nicht erwachsen werden. Ihre Welt besteht einzig aus dem Ballett. Die reale Welt hat sie noch nicht kennengelernt.
Der Regisseur Thomas, zu dem Nina aufblickt, gibt sich als arrogant-provokanter Künstler. Seine ehemalige Primaballerina und Geliebte Beth hat er eiskalt aussortiert und erwählt überraschend Nina als „Swan Queen“.
Der weiße Schwan (Odette) ist ihr auf den Leib geschneidert, für die Performanz des schwarzen Schwanes (Odile) fehlen ihr die Attribute Leidenschaft, Verführkunst und das Dämonische. Nina transportiert im Tanz nicht das Reizvolle.
Thomas möchte Ninas Frigidität in ein „Sich-Fallen-Lassen“ verwandeln und schreckt auch nicht vor Annäherungen zurück. Die Balletteuse steht kurz vor dem Zenit ihrer Karriere, zeitgleich bewegt sie sich auf einen Abgrund zu. Nina wird von nun an nicht nur von Thomas und ihrer Mutter in die Enge getrieben.
Plötzlich taucht die perfekte Verkörperung des schwarzen Schwanes in ihrer Gegenspielerin Lilly auf. Diese ist leichtfüßig, sexy, verführerisch und selbstbewusst. Während Lilly ihrer Tanzkollegin, die andere Welt – bestehend aus Disco, Drinks und Sexualität näher bringt, wird Nina erwachsen. Ninas Obsession den schwarzen Schwan zu verkörpern verwandelt sich in einen krankhaften Wahn. Sie schreckt weder vor sexueller Verführung noch Gewalt (gegen ihre Mutter) zurück.
Das absolute Sahnehäubchen bietet ein rasanter Showdown mit wundervollen Ballettszenen, düsteren Begebenheiten und einer irrsinnigen Spannungskurve. Wird die Primaballerina sich Ihren Traum erfüllen können und eine souveräne Performance ablegen oder wird sie durch eine Konkurrentin ausgebootet?
Meinung zum Film
Darren Aronofsky beschert uns mit Black Swan ein visuelles und akustisches Meisterwerk. Keine Szene ist fehl am Platz, alles führt die Handlung stringent fort. Einzig die übertriebenen und fast absurden Horroreffekte schmälern die Magie, die diese Filmperle ausstrahlt.
Der Ausnahmeregisseur Aronofsky vereinte einen außergewöhnlichen Cast um sich, der mit Natalie Portman, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Winona Ryder und Mila Kunis aufwarten kann. Erstere die als Oscaranwärterin bisher eher „zahme“ Rollen spielte, leistet eine bahnbrechende Darstellung der Zerrissenheit ihrer Figur und in ihr spiegelt sich die Bandbreite der Gefühle einer Frau, die für Ihren großen Traum alles gibt – vielleicht sogar sich selbst. Der darstellerische Höhepunkt Portmans bleibt die Metamorphose der frigiden, faden und selbstzweifelnden zu einer sexuell befreiten, starken und leidenschaftlichen Frau. Ja sie durchlebt sogar eine Identitätsbildung.
Die anderen Schauspieler stehen in ihren kleineren Rollen nicht nach. Mila Kunis arbeitet sich souverän aus ihren eindimensionalen Rollen raus und Winona Ryder spielt ihren kleinen Part hervorragend. Vincent Cassel überzeugt als genialer Theaterregisseur und Casanova. Barbara Hershey zeichnet ihre Figur als Ninas Mutter derart präzise, dass sogar ihre Gesichtszüge Herrschsucht, Liebe und Bitterkeit gleichzeitig ausdrücken.
Garniert wird das Ganze mit einer verwirrenden Geschichte voll von Dramatik, Wendungen und Verzerrungen der Wahrnehmung. Dieser Film wirkt lange nach.
Fazit
Ein psychosexueller Thriller, der im Ballettmilieu spielt. Auch wer kein Ballett mag, wird schnell in einen Sog gezogen von einer Persönlichkeit, die schwankt und deren Lebensweg wir unbedingt begleiten wollen.
von Rebecca Reupke
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von Yatiker YildizUnd Dein Link?
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Soundtrack
Schauspieler
Natalie Portman
Christopher Gartin
Mila Kunis
Winona Ryder
Vincent Cassel
Ksenia Solo
Toby Hemingway
Barbara Hershey
Janet Montgomery
Kristina Anapau
Marcia Jean Kurtz
Deborah Offner
Adriene Couvillion
Sebastian Stan















Liebe Rebecca, es ist für mich faszinierend, wie du den Film „Der schwarze Schwann“ empathisch aufgefasst hast, obwohl du keine Ballerina bist. Du hast es sehr sensibel verstanden, was in der Seele einer Künstlerin passiert, wenn diese ihren Traum verwirklichen will und tut. Ich bewundere dich, liebe Rebecca !
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