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Das Bildnis des Dorian Gray Kritik & Meinung

Oscar Wil­des ein­zi­ger Roman „The Pic­ture of Dorian Gray“ wurde bis jetzt unzäh­lige Male ver­filmt. Dies­mal wagte sich der Regis­seur Oli­ver Par­ker an den bis heute cine­as­tisch kaum erreich­ba­ren Klas­si­ker der Weltliteratur.

Story / Inhalt

Als der junge und rei­che Erbe Dorian Gray (Ben Bar­nes) ins vik­to­ria­ni­sche Lon­don kommt, erregt er durch sein atem­be­rau­ben­des Äuße­res die Auf­merk­sam­keit der High-Society u.a. auch die des bekann­ten Malers Basil Hall­ward (Ben Chap­lin). Die­ser ist fas­zi­niert von Dori­ans Aus­se­hen in künst­le­ri­scher wie in phi­lo­so­phi­scher Hin­sicht, da er der Über­zeu­gung ist, dass Dorian nur des­halb so gut aus­sieht, weil seine Seele so rein ist. Begeis­tert end­lich ein idea­les Modell für seine Lebens­phi­lo­so­phie gefun­den zu haben, über­re­det Hall­ward Dorian zu einem Portrait.

Wäh­rend Basil nun sei­nen Traum in Men­schen­ge­stalt malt, lernt Dorian den zyni­schen Lord Henry Wot­ton (Colin Firth) ken­nen, der es sich zum Ziel macht, Dori­ans Uner­fah­ren­heit auf die Probe zu stel­len. Er lenkt die Auf­merk­sam­keit des Jüng­lings auf den Genuß des Lebens, wel­ches Dorian dank sei­ner Schön­heit nun in vol­len Zügen genie­ßen könnte, solange ihm dies noch erhal­ten ist. Denn Jugend und gutes Aus­se­hen ist ver­gäng­lich, die Zeit somit Dori­ans töd­lichs­ter Feind. Wie Mephisto träu­felt Wot­ton dem nai­ven Aris­to­kra­ten die Angst vor der Ver­gäng­lich­keit ein, bis die­ser in einem ver­häng­niss­vol­len Moment schwört, seine Seele für den Preis der ewi­gen Jugend einzutauschen.

Zunächst ist sich Dorian über die Aus­wir­kun­gen sei­nes Schwurs nicht bewusst. Als er sich in die junge und unschul­dige Schau­spie­le­rin Sybil Vane (Rachel Hurd-Wood) ver­liebt, meint er sein Glück voll­kom­men und beschließt sie zu hei­ra­ten. Doch die Ver­füh­rungs­künste Lord Wot­tons zei­gen bald ihre Wir­kung. Die­ser hält die Ver­bin­dung zwi­schen Dorian und Sybil nicht nur für gesell­schaft­lich unan­ge­mes­sen. Er bangt außer­dem um sei­nen Ein­fluss auf die­sen, für ihn so unge­mein inter­es­san­ten Men­schen. Mit viel Zun­gen­fer­tig­keit gelingt es ihm schließ­lich, sei­nen nai­ven Schütz­ling dazu zu brin­gen, sich von sei­ner Liebe abzuwenden.

Mit die­ser Ent­schei­dung beschließt Dorian jedoch auch Sybils Todes­ur­teil, da diese, inzwi­schen schwan­ger, sich dar­auf­hin das Leben nimmt. Er hat damit zwei unschul­dige Men­schen auf dem Gewis­sen. Als er von dem Tod sei­ner eins­ti­gen Gelieb­ten erfährt, bricht er zusam­men. Gleich­zei­tig bemerkt Dorian aber auch nega­tive Ver­än­de­run­gen an sei­nem Por­trait. Sein Schwur, seine Seele gegen ewige Jugend ein­zu­tau­schen, wurde erhört. Sein Alter und jeder Feh­ler, jede Sünde die er begeht, zeich­net sich von nun auf dem Gemälde ab, wäh­rend er stets makel­los, jung und unschul­dig erscheint. Das Por­trait wird zum Abbild sei­ner immer mehr ver­kom­men­den Seele.

Nun, da er sich des von ihm geschlos­se­nen Han­dels bewusst gewor­den ist, ver­meint er auch die schein­bare Frei­heit, die ihm die­ser gewährt, zu erken­nen. Er ver­steckt das Gemälde, um das Geheim­nis um seine Seele zu ver­ber­gen und gibt sich zügel­los den Aus­schwei­fun­gen des Lebens hin, ohne Rück­sicht auf Kon­se­quen­zen oder Reue. Die war­nen­den Worte sei­nes Freun­des Hall­ward, dass ein rei­nes Herz mehr wert ist als ein schö­nes Anlitz, prallen wir­kungs­los an ihm ab.

Als Hall­ward ihn eines Tages darum bit­tet, ihm das Gemälde für eine Aus­stel­lung zu lei­hen, gerät Dorian in arge Bedräng­nis. Er ist zu allem bereit, um das Bild­nis sei­ner Seele vor den Augen der Welt zu bewahren.

Mei­nung zum Film

Ben Bar­nes hätte die Ver­kör­pe­rung des leib­haf­tige Dorian Gray sein kön­nen, wenn er das Talent und die Erfah­rung beses­sen hätte, die Wand­lung vom schüch­ter­nen, nai­ven und gut­mü­ti­gen Jüng­ling zum Mons­ter mit Engels­ge­sicht über­zeu­gend dar­zu­stel­len. Lei­der hat man viel zu oft den Ein­druck, dass er nicht wirk­lich weiß, wie er sich ver­hal­ten soll. Seine Mimik wirkt mas­ken­haft und seine Dia­loge wie auf­ge­sagt. Natür­lich könn­ten dies alles Aus­wir­kun­gen eines schlech­ten Dreh­buchs oder auch man­gel­haf­ter Regie gewe­sen sein.

Über­haupt scheint die gesamte Crew, Schau­spie­ler, Regis­seur, Mas­ken­bild­ner, Kamera, Aus­leuch­ter, Ton­re­gie kei­nen rich­ti­gen Spaß an der Sache gehabt zu haben. Jeden­falls bekommt man die­sen Ein­druck, wenn man sich z.B. die fan­ta­sie­lo­sen und zum Teil über­flüs­si­gen Special-Effekts anschaut, die einem einen Schauer über den Rücken lau­fen lassen,aber nicht weil man sich gru­selt. Eher weil sie unmo­ti­viert und ein­fach schlecht sind.

Viel­leicht erklärt die­ser man­gelnde Spaß auch das Tempo, in dem die Ver­wand­lung Dori­ans zum Bösen dar­ge­stellt wird. Sie geschieht so unrea­lis­tisch schnell, dass man als Zuschauer keine Zeit hat, das Ganze zu ver­dauen, geschweige nachzuvollziehen.

Auch erzie­len einige erzäh­le­ri­sche Neben­stränge (z.B. das Kind­heits­trauma Dori­ans) keine psy­cho­lo­gi­sche Auf­klä­rung für die sich gestal­tende Geschichte, son­dern sie ver­wir­ren den Kino­be­su­cher nur und len­ken von der Hand­lung ab.

Auch Colin Firth ent­täuscht in jeder Hin­sicht. Wot­tons per­fi­der Fein­heit der Ver­füh­rungs­kunst, dem dan­dy­haf­ten Auf­tre­ten, das Oscar Wilde die­ser Rolle zuge­schrie­ben hat, kann Firth nicht gerecht wer­den. Unter sei­ner Schau­spiel­kunst ver­kommt Lord Henry zu einem abge­stumpf­ten, plum­pen Men­schen, der nur etwas emp­fin­den kann, wenn er andere unglück­lich macht.

Schade ist, dass das eigent­li­che Thema, das psy­cho­lo­gi­sche Drama der ver­bor­ge­nen Homo­se­xua­li­tät im vik­to­ria­ni­schen Zeit­al­ter, fast gar nicht zum tra­gen kommt. Oscar Wilde wollte der Gesell­schaft sei­ner Zeit einen Spie­gel vor­setz­ten, um ihre Obrfläch­lich­keit und ihren Hedo­nis­mus bloß­zu­stel­len. Diese heute noch aktu­elle The­ma­tik wird in dem Film nur ober­fläch­lich ange­spro­chen, macht aber die Grun­des­senz des gesam­ten Wer­kes aus.

Auch wenn man lite­ra­ri­sche Vor­lage und cine­as­ti­sche Adap­tion immer von­ein­an­der getrennt betrach­ten sollte, so ent­täuscht es doch maß­los, wenn noch nicht mal die Grund­mo­tive ange­spro­chen wer­den, und die kom­plette Crew im voll­en­de­ten Werk demo­ti­viert und unter– bzw. über­for­dert wirkt.

Die nun auf­kom­mende Frage ist: kann man jedes lite­ra­ri­sche Werk ver­fil­men, ohne eine bil­lige Kopie zu erstel­len, oder gibt es da Gren­zen zwi­schen den Medien, die nicht zu über­brü­cken sind? Unzäh­lige Filme, wie z.B. „Dra­cula“ (Fran­cis Ford Cop­pola, 1992), „Fear and Loat­hing in Las Vegas“ (Terry Gil­liam, 1998), „Der Herr der Ringe“ (Peter Jack­son, 2001–2003), „Abbitte“ (John Wright, 2007) oder „Pre­cious“ (Lee Dani­els, 2010) zeigen in her­vor­ra­gen­der Weise, dass dies durch­aus mög­lich ist.

Fazit

Bei „Das Bild­nis von Dorian Gray“ ist dies lei­der nicht gelun­gen. Selbst wenn man den Film ohne die lite­ra­ri­sche Vor­lage betrach­tet, wirkt er eigen­tüm­lich lieb– und fan­ta­sie­los. Das Thema war wohl doch etwas zu anspruchs­voll für den noch uner­fah­re­nen Regies­seur Oli­ver Par­ker. Der Film ist ein Flop, was eigent­lich schade ist, denn das Grund­thema besitzt bis heute Aktua­li­tät. Wir dan­ken Oscar Wilde für diese wahr­lich wun­der­sam schöne und gleich­zei­tig schreck­li­che Geschichte und hof­fen auf einen bes­se­ren Regis­seur, der sie auch ange­mes­sen ver­fil­men kann.

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Offizielle Beschreibung

Der ebenso gut aussehende wie unerfahrene Dorian Gray steht gegen Ende des 19. Jahrhunderts in London dem Maler Basil Hallward Modell, der Dorians beeindruckende Schönheit und Jugendlichkeit in einem Portrait dauerhaft festhalten will. Dorian findet schnell Gefallen an den hedonistischen Freuden der gehobenen Großstadt-Gesellschaft und lernt, dass ihm sein Aussehen alle Türen öffnet. So verwundert es nicht, dass, kaum ist das Bild enthüllt, Dorian einen gedankenlosen Wunsch äußert: Seine Seele würde er dafür geben, wenn nicht er, sondern das Gemälde altert!

Eure Meinungen & Kommentare

  • Miki89x
    Schlechtester Film der Welt..nichts im vergleich zum Buch! Tut mir leid aber leider ist das die Wahrheit..

  • Sarahgoes Wild97
    Ich hab das Hörspiel angehört, es war wirklich sehr schön. Ist der Film empfehlenswert?

  • Lykanthropy13
    ich hab das buch nicht gelesen, aber der film war mies. irgendwie ein porno mit horroreinlagen.

  • Gerechtigkeitsfreak
    @Schbagkium wahrscheinlich ein reinfall im gegensatz zum buch? enttäuscht es, wenn man wilde gelesen hat? ich bin nämlich am überlegen, mir den film anzugucken...

  • Little Moyashi89
    Nichts geht über das Buch!! Aber der Film ist eigentlich nicht übel. Haben den richtigen Schauspieler für den Protagonisten ausgesucht XD

  • pekingente91
    Ich war eher enttäuscht von dem Film :( Das Buch ist viel besser. Aber ein paar gute Gags waren drin. Ansonsten schien es fast hauptsächlich nur um das eine zu gehen.

  • joghurette2
    Ist wohl Geschmacksache ob man den Film gut oder schlecht findet. Aber mir hat er wirklich gut gefallen! :) :) Und das Buch dazu ist auch sehr gut und - wie immer eigentlich - ist das Buch besser als der Film. :)

  • Ms Bonnieful
    ein bisschen zuviel se* ne aber sonst kay

  • Cathie94
    Hört sich wundervoll an. Mal sehen..

  • Kutasus Wielgus
    @DeFavel vllt hastdu dir dabei ein runtergeholt weil du es so geil findest...

  • Kutasus Wielgus
    @DeFavel gutes Auge =) wie oft hast es dir angeguckt?

  • chrisgroove100
    Leider nicht sehenswert. Gaaanz weit weg vom Buch, sehr platt und von der Aufmachung her auf ein bisschen Sex and Crime in steifen englischen Anzügen reduziert. Der Trailer trifft den angestrengten Pathos (Ich habe gesündigt - Geil!- Scheiße! - Vergib mir!) des Films leider gut...

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