Das Labyrinth der Wörter Kritik & Meinung
Gérard Depardieu ist bekannt für seine liebevollen Darstellungen des „French Way of Life“. Als Winzer und auch als Lebemann gibt es im Moment niemanden in der französischen Filmbranche, der nicht nur auf der Bühne sondern auch im wahren Leben für all das steht, was Frankreich so berühmt gemacht hat. Sprache, Kunst, Essen, Romantik.
Der Film „Das Labyrinth der Wörter“, in dem Depardieu die Hauptrolle spielt, verbindet all diese Eigenschaften und verleitet den Zuschauer 111 Minute lang zu träumen, er wäre in Frankreich.
Story / Inhalt
Germain (Gérard Depardieu) stand bisher nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens. Von der alleinerziehenden Mutter (Claire Maurier) vernachlässigt, in der Schule gescheitert, haust er nun im Wohnwagen, züchtet Gemüse und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Neben dem Schnitzen von Holzvögeln gilt sein Interesse vor allem den Tauben im Park, denen er sogar eigene Namen gegeben hat.
Eines Tages trifft er dort auf die alte, kluge und ziemlich belesene Magueritte (Gisele Casadesus), die seine Leidenschaft für die Vögel teilt. Als sie anfängt, ihm aus ihren Büchern vorzulesen, eröffnet sich für Germain eine völlig neue Welt, die sich sehr von seiner bisherigen unterscheidet. Immer tiefer dringt er in die Welt der Wörter ein, die ihm aber auch ständig ein Bild seiner eigenen Unzulänglichkeiten vorhält. Die zwei einsamen, unverstandenen Geister ergänzen einander und mit Hilfe von Margueritte erfährt Germain zum ersten Mal in seinem Leben, was es bedeutet Beachtung um seiner selbst willen zu bekommen. Doch eines Tages gesteht sie ihm ein Geheimnis, das ihn dazu verleitet über sich selbst hinaus zu wachsen.
Meinung zum Film
Der Regisseur Jean Becker (Ein mörderischer Sommer, 1983) führt so ungezwungen und fast zärtlich in die Geschichte um Germain und Magueritte ein, dass es ein wahrer Genuss ist, in sie einzutauchen. Wie ein warmer Sommerwind klingen die Worte der bekannten Schriftsteller aus dem Mund der würdigen alten Dame (Ein Sommer auf dem Lande, 1999) und wie Depardieu (La Vie en Rose, 2007) versinkt der Zuschauer andächtig darin, bis es wieder Zeit ist aus dem Kinosaal zu gehen. Die unbeschwerten Szenen zwischen den beiden hervorragenden Schaupielern, die in ihrem Wesen wie auch in ihrer Statur nicht unterschiedlicher hätten sein können, bilden einen Kontrast zu denjenigen, wo durch Rückblenden die Erlebnissen aus Germains grausamer Kindheit erzählt werden. Diese Gegensätzlichkeit der Bilder und der dadurch entstehenden wechselnden Emotionen verschaffen dem Film dann auch eine Spannung, die den Zuschauer fasziniert — besonders, da sonst keinerlei nennenswerte Höhepunkte vorkommen. Becker verstärkt diesen Effekt noch durch unterschiedliche Belichtung und Musikuntermalung der verschiedenen Handlungsfäden.
Gérard Depardieu glänzt mal wieder in seiner Rolle als rauher, aber liebenswürdiger Haudegen, der den IQ eines Kindes besitzt und sich lieber mit den Tomaten in seinem Garten, gutem Essen und einem gelegentlichen Kartenspiel beschäftigt, als mit der Welt der Bücher. Seine inzwischen immense Körperfülle stellt einen gewollten und gelungenen Kontrast zu der zerbrechlichen Gisele Casadesus dar, deren zarte Mimik und Gestik hervorragend mit ihrer Rolle als intellektuelle und warmherzige „Grand Dame“ korrespondiert.
Einfach alles in dem Film steht im Gegensatz zueinander: Depardieu gegen Casadesus, rauhe Arbeiterwelt gegen feine Literatur, grausame Vergangenheit gegen rosige Zukunft und letztlich Verachtung gegen Liebe. Und alles erzählt in dem leichten Ton, der französischen Filmen wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“ ( Jean-Pierre Jeunet, 2001) oder „Zusammen ist man weniger allein“ ( Claude Berri, 2007) zu eigen ist. Auch wenn der Film manchmal so gradlinig wie ein Baguette wirkt, weil er ohne Höhepunkte auskommt, verliert der Zuschauer doch nie das Interesse, was zum größten Teil dem gegensätzlichen Aufbau der Handlung und der schauspielerischen Leistung der beiden Hauptfiguren zu verdanken ist.
Fazit
Ein wunderschön gemachter, sanfter Film voller Optimismus über eine Freundschaft zweier verlorener Seelen. Fantastische Darsteller, ein einfühlsamer Regisseur und eine Geschichte, die begeistern kann, auch ohne dabei laut werden zu müssen.
von Yatiker Yildiz
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Soundtrack
Schauspieler
Gérard Depardieu
als GermainJean-François Stévenin
als JojoPatrick Bouchitey
als LandremontFrançois-Xavier Demaison
als GardiniClaire Maurier
als La mèreMélanie Bernier
als Stéphanie

























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Wunderschöner, kleiner Film über die Macht der Worte und den Wert der Freundschaft.
Depardieu ist wunderbar, und die kleine Oma auch — dasselbe gilt aber auch für die anderen Darsteller, sei es nun seine Freundin Annette oder die Jungs aus der Kneipe.
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