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Der Umgang mit dem Schmerz

Autsch, das tut weh: Der Umgang mit dem Schmerz im Thril­ler UNTHINKABLE

Ver­zwei­felte Ermitt­ler nei­gen offen­bar dazu, jeman­dem weh zu tun. Für die gute Sache natür­lich, um viel Unglück für Unschul­dige zu ver­mei­den. Aus die­sem Grund fin­det sich der mut­maß­li­che Ter­ro­rist Ste­ven Arthur Youn­ger  (Michael Sheen) im Film UNTHINKABLE in einer miss­li­chen Lage wie­der: Fol­ter­knecht H (Samuel L. Jack­son) trifft sich mit ihm zu schmerz­haf­ten Stell­dich­ein. Aber trotz aller Pein bleibt er ziem­lich standhaft.

Unwill­kür­lich stellt sich beim Zuse­hen die Frage: Geht das über­haupt? Kann ein Mensch so stur  blei­ben, obwohl ihm gezielt Schmerz zuge­fügt wird? Wir haben uns damit beschäf­tigt und anläss­lich der DVD– und Blu-ray-Veröffentlichung von UNTHINKABLE einige span­nende Fak­ten über Schmer­zen und den Umgang mit ihnen zusammengestellt.

Echte Schmerz­re­sis­tenz gibt es nicht – aber Unter­schiede im Erdulden

Ist der frü­here Nuklear-Experte und mut­maß­li­che Top-Terrorist Ste­ven Arthur Youn­ger  ein­fach jemand, der Schmer­zen nicht so inten­siv spürt? Nein, sagen die meis­ten Wis­sen­schaft­ler, so etwas gibt es nicht. Sie sind der Mei­nung, dass die Schmerz­schwelle, also die Wahr­neh­mung der Pein, bei allen Men­schen ähn­lich ist. Aller­dings, und hier kommt Youn­ger ins Spiel: Unter­schiede gibt es im Umgang mit den unan­ge­neh­men Gefüh­len – man­cher Geplagte ist ein­fach bereit, mehr zu ertra­gen. Dabei spielt eine große Rolle, wie das Umfeld des Betrof­fe­nen mit Schmer­zen umgeht und was er aus der Ver­gan­gen­heit gewohnt ist. US-Wissenschaftler haben bereits in den sech­zi­ger Jah­ren die These ver­tre­ten, dass unter ande­rem Men­schen sel­te­ner über Schmer­zen kla­gen, die aus armen Ver­hält­nis­sen oder kin­der­rei­chen Fami­lien stammen.

Schmerz ist erlern­bar – der Umgang damit ebenfalls

Wie kann sich also einer wie Youn­ger auf die Fol­ter vor­be­rei­tet haben? Nun, der Kör­per kann einer­seits Schmer­zen erler­nen. Wenn sie immer wie­der auf­tre­ten, kann es sein, dass das Emp­fin­den inten­si­ver wird und län­ger andau­ert – des­halb sollte der Arzt­be­such im Zwei­fels­fall nicht zu lange auf­ge­scho­ben wer­den. Für Youn­ger ist das natür­lich nicht rele­vant. Er wird eher in die andere Rich­tung schie­len, und tat­säch­lich: Auf der ande­ren Seite lässt sich auch der bewusste Umgang mit Schmer­zen trai­nie­ren. Der Kör­per wird dabei gegen die unan­ge­neh­men Emp­fin­dun­gen abge­här­tet – das ergab zumin­dest eine Stu­die der Kli­nik für Neu­ro­lo­gie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Müns­ter. Die Exper­ten befrag­ten dazu Kampf­sport­ler nach ihren Erfah­run­gen. In eini­gen asia­ti­schen Kampf­küns­ten wird ver­sucht, durch kal­ku­lierte Schmer­zen im Trai­ning eine gewisse Abhär­tung zu errei­chen. Das über­ra­schende Ergeb­nis: Die Sport­ler konn­ten den Schmerz zwar nach wie vor spü­ren, emp­fan­den ihn aber als weni­ger große Beein­träch­ti­gung als früher.

Ein Chip soll Abhilfe schaffen

Wer sich nicht durch ein jah­re­lan­ges Stu­dium der asia­ti­schen Kampf­künste quä­len will, dem ver­spricht die Tech­nik mög­li­cher­weise künf­tig Abhilfe. Wis­sen­schaft­ler von der Natio­nal ICT Aus­tra­lia haben unlängst einen Chip ent­wi­ckelt, mit dem Schmer­zen wirk­sam unter­drückt wer­den sol­len. Das Bau­teil hat die Auf­gabe, die Schmerz-Informationen zu blo­ckie­ren, die nor­ma­ler­weise über die Ner­ven in der Wir­bel­säule an das Gehirn wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Der Schmerz-Reiz wird unter­drückt, indem der Chip – der übri­gens einen exter­nen Pro­zes­sor mit Strom­quelle nutzt – elek­tri­sche Impulse ans Hirn schickt. Klingt abge­dreht und nach Science-Fiction? Mag sein, aber die Wis­sen­schaft­ler sind von ihrem Vor­ha­ben über­zeugt. Dem­nächst soll eine erste Ver­suchs­reihe am Men­schen star­ten – mit Pati­en­ten, die unter chro­ni­schen Schmer­zen lei­den. Für Youn­ger kommt das frei­lich zu spät….

Der Glaube kann Berge versetzen

Wenn das alles nichts hilft, kann man sich immer noch ein­re­den, man hätte gar keine Schmer­zen. Oder sie täten zumin­dest gar nicht mal so arg weh. Denn das Schmerz­emp­fin­den lässt sich tat­säch­lich durch den Glau­ben an Lin­de­rung beein­flus­sen. Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­sity of Michi­gan haben eine inter­es­sante Unter­su­chung zu die­sem so genann­ten Pla­ce­bo­ef­fekt durch­ge­führt: Bei Pro­ban­den wur­den zunächst die Gehirn­ak­ti­vi­tä­ten nach nor­ma­len Schmerz­rei­zen beob­ach­tet. Anschlie­ßend beka­men die Teil­neh­mer eine Salbe, die die Schmer­zen stil­len sollte – tat­säch­lich aber kei­nen Wirk­stoff ent­hielt. Tat­säch­lich wur­den danach wei­tere Reize als weni­ger schmerz­haft emp­fun­den. Aller­dings nur solange, bis man den Pro­ban­den mit­teilte, dass die Salbe gar kei­nen ech­ten Nut­zen hat.  Danach war alles beim Alten. Trotz­dem könnte hier das Geheim­nis des geplag­ten Ste­ven Arthur Youn­ger  lie­gen – er glaubt ein­fach fest daran, dass er die Schmer­zen ertra­gen kann. Mal schauen, wie lange er das durchhält…

Wie sich Youn­gers Show­down mit sei­nem Pei­ni­ger gestal­tet und ob am Ende ein Geständ­nis oder viele Mil­lio­nen Tote ste­hen, lässt sich im Film UNTHINKABLE auf span­nende Weise her­aus­fin­den. Ab 25. Februar ist der packende Thril­ler auf DVD und Blu-ray-Disc im Han­del erhältlich.

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