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Die Queen Kritik & Meinung

In Groß­bri­tan­nien wird unter „jener Woche“ die geschichts­träch­tige Zeit im Jahre 1997 ver­stan­den, als das Königs­haus öffent­lich in Ver­ruf geriet, weil es nach dem Tod von Prin­zes­sin Diana, der Ex-Gattin des Thron­fol­gers Charles, zunächst keine wür­de­volle Trauer zeigte. Außer­dem zog genau in die­sen Tagen mit Tony Blair ein neuer Hoff­nungs­trä­ger in Dow­ning Street 10 ein. Nach Jahr­zehn­ten mit kon­ser­va­ti­ven Regie­run­gen war erst­mals wie­der ein Pre­mier­mi­nis­ter der Labor Party im Amt. Diese inter­es­sante Kon­stel­la­tion mit der älte­ren Köni­gin Eliza­beth II.

und dem jun­gen Regie­rungs­chef setzte Ste­phen Frears in dem Spiel­film „Die Queen“ her­vor­ra­gend in Szene. Reale Bil­der aus Fern­seh­nach­rich­ten machen stre­cken­weise ein Doku-Drama daraus.

Am 31. August 1997 stirbt Prin­zes­sin Diana, für viele die „Köni­gin der Her­zen“, bei einem Auto­un­fall in Paris. Mil­lio­nen trau­ern um die meist­fo­to­gra­fierte Frau der Welt, aber die Queen bleibt mit ihrer Fami­lie im schot­ti­schen Land­sitz Schloss Bal­mo­ral. Vor dem Bucking­ham Palace in Lon­don gibt es der­weil ein Blu­men­meer und viele Trau­er­kund­ge­bun­gen. Das strenge höfi­sche Pro­to­koll lässt keine Emo­tio­nen zu. Weil Diana nicht mehr Mit­glied der könig­li­chen Fami­lie ist, möchte die Köni­gin ihren Tod als Pri­vat­sa­che ver­stan­den wis­sen. Dia­nas Söhne sol­len vor der Öffent­lich­keit und den Medien geschützt wer­den. Tony Blair, der gerade einen erd­rutsch­ar­ti­gen Wahl­sieg errun­gen hat, möchte dem Staats­ober­haupt die Stim­mung im Land näher­brin­gen. Er nennt Diana eine „Prin­zes­sin des Vol­kes“ und schlägt dem Königs­haus ein Staats­be­gräb­nis vor. Die Köni­gin, die sich mit Pick­nick und Jagd­ge­sell­schaf­ten auf­hält, scheint zunächst zu zögern, wäh­rend Blairs Popu­la­ri­tät durch sein Mit­ge­fühl noch grö­ßer wird. Er ver­hält sich jedoch immer loyal zur Köni­gin und gibt sei­nen Bera­tern nicht nach, die sie öffent­lich bloß­stel­len wol­len. Er möchte nur das Königs­haus vor grö­ße­rem Scha­den bewah­ren. Prinz Charles sichert Blair seine Unter­stüt­zung zu. All­mäh­lich lenkt auch die ver­meint­lich so gefühl­lose Köni­gin ein. Statt offi­zi­el­ler Staats­gäste und Mili­tärs möchte sie Freunde Dia­nas und Künst­ler wie Elton John für das Begräb­nis ein­la­den. Der Druck der Mil­lio­nen Trau­ern­den und der bri­ti­schen Bou­le­vard­presse ist so groß, dass sie nicht län­ger auf ihrem schot­ti­schen Land­sitz blei­ben kann. Um die Volks­seele etwas zu beru­hi­gen, fliegt sie auf aus­drück­li­chen Wunsch Tony Blairs nach Lon­don und besucht das Blu­men­meer vor dem Palast. Hier zeigt sie erst­mals Gefühle, die sie bis­lang immer für sich behal­ten hatte. Nach ihrer stren­gen Erzie­hung war das Got­tes Wille. Doch sie kann nicht ver­hin­dern, dass ihr die all­seits beliebte Diana auch nach ihrem Tod noch Pro­bleme berei­tet. Der Held des Films ist Tony Blair (Michael Sheen), des­sen Stern zur Ent­ste­hungs­zeit des Films schon wie­der fast ver­lo­schen war. Musste er am Anfang noch in die roya­len Gepflo­gen­hei­ten ein­ge­führt wer­den, hat er es schließ­lich geschafft, die größte Krise vom Königs­haus abzu­wen­den. In einer Fern­seh­an­spra­che gibt die Queen zu, aus all die­sen Ereig­nis­sen gelernt zu haben. Dadurch gewinnt sie wie­der mehr an Sym­pa­thie zurück. Aber das berühmte Shakespeare-Zitat „Schwer ruht das Haupt, das eine Krone drückt“ aus dem Drama „Hein­rich IV.“ als Motto vor dem Film gilt wohl noch immer.

Ste­phen Frears blickt in die­sem psy­cho­lo­gi­schen Drama fein­füh­lig, mit bri­ti­schen Humor und respekt­vol­ler Iro­nie hin­ter die Kulis­sen des eng­li­schen Hofes. Er will zei­gen, dass auch hin­ter dicken Schloss­mau­ern nur Men­schen hau­sen. Helen Mir­ren spielt eine per­fekte Dop­pel­gän­ge­rin der Köni­gin, die sie in allen Bewe­gun­gen, Ges­ten und im Sprach­rhyth­mus per­fekt imi­tiert. Eliza­beth II. ver­kommt jedoch nicht im Stile eines Mathias Rich­ling zur Kari­ka­tur, son­dern behält immer ihre könig­li­che Würde. Über­zeu­gend wird auch die latente Ver­letz­lich­keit der angeb­lich so gefühls­kal­ten Regen­tin ver­mit­telt. Kurz zuvor hatte Mir­ren ebenso glaub­haft Eliza­beth I., die „Vir­gin Queen“, in einem zwei­tei­li­gen Fern­seh­film ver­kör­pert. Die Rolle einer noch leben­den Regen­tin ist jedoch eine ganz andere Her­aus­for­de­rung, wie sie im Inter­view gesteht. Für ihre gran­diose Dar­stel­lung der Köni­gin wurde Helen Mir­ren auf inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals aus­ge­zeich­net, neben dem Oscar erhielt sie einen Gol­den Globe, die Coppa Volpi und den Bri­tish Aca­demy Award.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • queenfan775
    ich finde der film sieht gut aus.aber ich habe ihn noch nicht gesehen.schade.

  • tatortfanfelix
    @NiclasThobaben ich denke dass vielleicht die Hochzeit dieses Jahr gemacht hat ,weil sie würde dieses Jahr 50 werden.Ich denke darum hat es Prinz William dieses Jahr gemacht.

  • tatortfanfelix
    Diana würde bestimmt stolz auf William sein und sie hätte bestimmt auch geweint

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