Die spektakulärsten Kriminal-Coups Skandinaviens (EASY MONEY — Ab 15. September 2011 im Kino)
Einen spektakulären Coup landen und schnell an viel Geld kommen – davon träumen die Gangster im schwedischen Action-Thriller “Easy Money” (Kinostart: 15. September 2011). Auch in der Realität haben spektakuläre Aktionen in der skandinavischen Kriminalgeschichte für großen Wirbel gesorgt. Drei verblüffende Husarenstücke stachen dabei besonders hervor:
Bilder-Banditen krallen sich Schreihals
Es war ein Diebstahl wie aus einem Hollywood-Film. Am 12.
Februar 1994 drangen in Oslo Diebe à la Hudson Hawk mit einer Leiter in das staatliche Kunstmuseum “Natijonalgellerie” ein und stahlen dort im Handumdrehen Edvard Munchs Meisterwerk “Der Schrei”. Ein Film-Meisterdieb hätte das kaum besser bewerkstelligen können. Weder in dieser Form, noch auf diese unterhaltsame Weise. Denn der Einbruch dauerte nicht nur lediglich 50 Sekunden, sondern die Gangster hinterließen der Polizei dazu auch noch eine spöttische Botschaft in Form einer Postkarte mit der Aufschrift “Danke für die schlechte Alarmanlage!” Und in der Tat: Die Täter hatten die Sicherheitskräfte vorgeführt. So wurden diese erst durch einen anonymen Anruf auf den Kunstraub aufmerksam. Durch weitere geheime Ermittlungen spürte man zwar den als “Gentleman-Dieb” stadtbekannten Pål Enger und vier weitere Männern auf und fand das Bild in einem Hotelzimmer. Doch aufgrund der schlechten Bildqualität der Museums-Überwachungskameras konnte man schließlich nur Pål Enger eine Beteiligung am Überfall nachweisen. All seine Komplizen behielten eine weiße Weste.

Rolli-Räuber blasen zur Maskeraden-Gaunerei
Die Blekingegade-Bande machte sich durch zahlreiche Überfälle auf Postämter und Geldtransporter sowie Kidnapping-Versuche im dänischen Kopenhagen einen Namen. Die Gruppe besaß einen ausschweifenden Hang zu ausgefallenen Verkleidungen. Ob als Rollstuhlfahrer, Arbeiter oder Polizisten kostümiert, mit vielseitigen Maskeraden überlistete man die Sicherheitskräfte immer wieder. Bis nach einem Überfall auf der Flucht ein Polizist erschossen wurde. Nach vehementen Nachforschungen entdeckte man schließlich im April 1989 durch einen Zufall die konspirative Wohnung. Dort nahm man nicht nur mehrere Mitglieder der Bande fest, sondern fand auch eine umfangreiche Sammlung an Funkausrüstungen, Maschinenpistolen, Handgranaten, Plastiksprengstoff und Panzerabwehrraketen sowie eine Schachtel mit Notizen zu verübten Raubüberfällen – das war das Ende der Diebesbande. Nach abgesessener Haftdauer arbeiten heute einige Mitglieder der Gruppe kurioserweise als Lehrer oder Berater.

Helikopter-Halunken ergattern Moneten-Berge
Der Helikopter-Raubüberfall im schwedischen Stockholm gilt als einer der legendärsten Coups der skandinavischen Kriminalgeschichte. Am 23.September 2009 seilten sich über dem Dach des Bargeld-Depots eines Geldtransporter-Unternehmens eine Handvoll Profiverbrecher von einem Helikopter ab, brachen in das Gebäude ein und entkamen mit Säcken voller Geld. Mit einer Bombenattrappe und “Krähenfüßen”, die Autoreifen zerfetzen können, verhinderten sie bei der Flucht eine Verfolgung durch die Polizei. Nur einen verlassenen Hubschrauber auf einem freien Feld ließen die Gangster zurück. Doch was sich zunächst nach einem präzise durchgeführten Coup anhörte, war am Ende doch nicht ganz erfolgreich. So kam die Polizei einem Teil der Täter schnell auf die Spur, nahm etliche Verdächtige fest und verurteilte einige von ihnen. Dennoch hielten die geschnappten Ganoven alle dicht und so sind bis heute einige ihrer Kollegen auf freiem Fuß – millionenschwer und auf der Flucht.
Einen wahren Gangster-Geniestreich wollen auch die Protagonisten in “Easy Money” landen. Wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen, ob sie dabei erfolgreich sind und ob sie im Anschluss tatsächlich im Geld schwimmen können, erfährt man ab 15. September 2011 im Kino.
von Steffen Müller
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