2012 Kritik & Meinung
In seinem — nach eigenem Bekunden letzten — Katastrophenfilm „2012“ treibt der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich die Zerstörungsorgien seiner früheren Filme „Independence Day“ oder „The Day after Tomorrow“ auf die Spitze. Hier geht gleich die ganze Welt unter. Das Datum dafür haben mehrere Kulturen, von den Majas bis zu den Tibetern, auf den 21. Dezember 2012 terminiert.
„Wissenschaftliche“ Ursache ist eine starke Neutronenstrahlung nach einer Sonneneruption, wodurch die Erdkruste schmilzt und Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche alles zerstören. Eine menschliche Note verleihen der Handlung einige Erzählstränge, die in einer finalen Odyssee auf einer riesigen „Arche Noah“ kulminiert.
Während der ersten dreiviertel Stunde gibt es noch keine Special Effects und computeranimierte Zerstörungseffekte. Der Autor Jackson Curtis (John Cusack), der mit seiner Frau nicht mehr das beste Verhältnis hat, besucht mit seinen beiden Kindern den Yellowstone Nationalpark. Hier nimmt dann das Unglück allmählich seinen Lauf. Die Zufälle lassen die drei zusammen mit Jacksons Frau und dessen derzeitigem Freund in einem Kleinflugzeug die Flucht ergreifen. Gleichzeitig erfährt der Zuschauer, dass das Weiße Haus mit einem etwas älteren schwarzen Präsidenten — der von Emmerich unterstützte Obama war noch im Wahlkampf — bereits Informationen über eine Katastrophe hatte und bereits Maßnahmen für eine Auswahl der zu Überlebenden treffen will. Zu deren Rettung lassen die wichtigsten Regierungschefs riesige Archen für jeweils 100.000 Menschen im Himalaja bauen. Die Superreichen — exemplarisch wird ein unsympathischer Russenmilliardär gezeigt — können sich für eine Milliarde Euro Tickets kaufen und somit ihr Erbgut retten.
Trotz des riesigen Zerstörungspotentials hat die Katastrophe schließlich in einem Happy End die Familie Jacksons wieder zusammen geführt. Diese Rahmenhandlung jedoch ist wie meist in Emmerichs Katastrophenfilmen zweitrangig. Der Film lebt von seinen grandiosen Effekten, die mittels Computeranimation und Bluescreen-Kompositionen bis ins kleinste Detail mitreißen. Für Unterhaltung sorgen spaßige Einlagen durch Wortwitz und etwa eine Doppelgängerin der englischen Königin, die bei der Flucht vor dem Weltuntergang natürlich nicht auf ihre kleinen Hunde verzichten kann. Die Zerstörungen markanter Orte wie Weißem Haus, Eiffelturm und Petersdom mit der Sixtinischen Kapelle werden explizit gezeigt. Durch die Flutwellen verschwinden Hawaii und Japan, sodass schließlich das „Dach der Welt“ zum Zufluchtsort der verbliebenen Reichen und Mächtigen wird.
Zwischen den Actionszenen gibt es immer wieder retardierende Momente in dem zweieinhalbstündigen Film, wenn etwa menschliche Gefühle in Jacksons Scheidungsfamilie thematisiert werden. Emmerich und sein Co-Autor, der Österreicher Harald Kloser lassen unterschwellig mehrmals ihre persönliche Meinung gegen den Konsumterror einfließen. So werden sich auch die Reichsten nicht alle freikaufen können, und der Russenmafioso muss, bevor er selbst stirbt, alle seine Luxusautos abwerfen, damit seine Fracht-Antonow nicht abstürzt. Die Botschaft an die Menschheit soll sein, dass man in solchen Katastrophenszenarien nicht nur an sich selbst denkt, sondern die Tore für alle öffnet. Jackson, der am Schluss mit seinem Sohn die Hydraulik der riesigen „Arche Noah“ repariert, rettet dadurch die Menschheit.
Die optimale Wirkung hat ein solcher Actionfilm natürlich auf der großen Leinwand. Im kleineren Heimkino meint man zuweilen, an einem Computerspiel teilzunehmen. Als Ausgleich dafür gibt es Bonusfunktionen wie Making of, den Kommentar von Emmerich und Kloser, geschnittene Szenen und ein alternatives Ende.
von Johannes Kösegi
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Soundtrack
Schauspieler
John Cusack
als Jackson Curtis
Amanda Peet
als Kate Curtis
Chiwetel Ejiofor
als Adrian Helmsley
Danny Glover
als President Wilson
Thandie Newton
als Laura Wilson
Woody Harrelson
als Charlie Frost
Liam James
als Noah Curtis
Morgan Lily
als Lilly Curtis
Thomas McCarthy
als Dr. Gordon Silberman
Oliver Platt
als Carl Anheuser
Zlatko Buric
als Yuri Karpov
Beatrice Rosen
als Tamara
Chin Han
als Tenzin
Osric Chau
als Nima
Lisa Lu
als Grandma Sonam
John Billingsley
als Professor Frederic West
Johann Urb
als Sasha
George Segal
als Tony Delgatto
Blu Mankuma
als Harry Helmsley
Jimi Mistry
als Dr. Satnam Tsurutani
Agam Darshi
als Aparna Tsurutani
Stephen McHattie
als Captain Michaels
Ryan McDonald
als Scotty



















Überschwenglich dargestelltes Weltuntergangszenario mit völlig unglaubwürdigen Begebenheiten. Kolossale Bilder zu einer gänzlich schwachen Story.Optischer Overkill in typischer Hollywoodmanier und dabei eine Geschichte erzählen die nicht einmal kleine Kinder glauben würden.Für mich war dieser Film ganz klar eine Reinfall, nicht einmal die Bilder hatten mich über diesen Reinfall hinweg trösten können.Ich war im Glauben dass das Thema 2012 doch etwas ernster bearbeitet werden würde und ich mehr über die Hintergründe des besagten Datums erfahren könnte.Statt dessen Non Stop Nonsens in großartigen Bildern verpackt!
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