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Echte Kerle vs. neue „Helden“ — Die Ritter aus IRONCLAD gegen eine neue Leinwandgeneration

Wer schon ein gewis­ses Alter erreicht hat, ist mit behaar­ten, schwit­zen­den Action­hel­den auf­ge­wach­sen, die mit einem Über­schuss an männ­li­chen Geschlechts­hor­mo­nen aus­ge­stat­tet waren und drauf­ge­hauen haben, bis kein Gras mehr gewach­sen ist. Es war eine ein­fa­che Zeit, in der der Held seine Feinde auch mal unge­duscht nie­der­klop­pen konnte. Doch der Zahn der Zeit nagte am Bin­de­ge­webe eins­ti­ger Actio­ni­ko­nen und mitt­ler­weile ist es gar nicht mehr so ein­fach, einen Film zu fin­den, der nicht die­sen leicht süßlich-metrosexuellen Beige­schmack hat. Am 07.

Okto­ber erschien einer die­ser raren Filme auf DVD und Bu-ray, der einem noch Zusatz­punkte auf der per­sön­li­chen Männ­lich­keits­skala gibt, wenn man ihn sich ansieht. Gemeint ist “IRONCLAD – Bis zum letz­ten Krie­ger”.

 

 

Ja hier wird “Bis” noch mit einem “s” geschrie­ben und bei den meis­ten Krie­gern in die­sem atmo­sphä­ri­schen Rit­ter­film muss man Angst haben, dass ihre Brust­haare jeden Moment ihr Ket­ten­hemd durch­boh­ren, wie das blut­trie­fende Schwert des Temp­lers Mar­shal die Lei­ber der ver­hass­ten Scher­gen des King John. James Pure­foy, der es in “Solo­mon Kane” schon mit dem Teu­fel und Hor­den von Zom­bies auf­nahm, weiß in der Rolle des wort­kar­gen aber nicht min­der kampf­wü­ti­gen Ordens­bru­ders zu über­zeu­gen. An sei­ner Seite schlach­ten sich furcht­lose Krie­ger durch die Rei­hen ihrer Geg­ner, die mit den zar­ten, baby­glat­ten Erschei­nun­gen moder­ner Action­hel­den so viel gemein haben, wie Mus­tangs mit Ein­hör­nern. Filme mit sol­chen Ker­len sind sel­te­ner gewor­den, denn mitt­ler­weile wächst eine neue Bubi-Generation an Schau­spie­lern heran, vor denen es kaum noch ein Ent­rin­nen gibt. Allen voran diese drei “Herren”:

 

Tay­lor Laut­ner

Auf dem Papier bringt Tay­lor Laut­ner alles mit, um einen acht­ba­ren Action­hel­den abzu­ge­ben, dem man zutraut, Heer­scha­ren von Böse­wich­ten per Roundhouse-Kick in die Schran­ken zu wei­sen: Er hat deut­sche sowie india­ni­sche Wur­zeln (explo­sive Mischung) und gewann schon in einem Alter Karate-Goldmedaillen, in dem die meis­ten von uns noch von ihren Eltern zum Schul­bus gebracht wur­den. Doch letz­ten Endes ent­schied er sich, ein Teil der Twilight-Saga zu wer­den und haupt­be­ruf­lich ober­kör­per­frei in die Kamera zu star­ren. Das allein macht ihn für ein männ­li­ches Publi­kum wohl auf ewig zu ver­brann­ter Erde. Da muss man nicht mal mehr auf seine große Alpaka-Ähnlichkeit eingehen.

 

Shia LaBeouf

Aus irgend­ei­nem Grund hat Shia LaBeouf ein Gesicht, was ein­fach nicht im Gehirn kle­ben blei­ben will. Der Junge könnte wahr­schein­lich meh­rere Ban­ken unmas­kiert aus­rau­ben und nie­mand wäre in der Lage ein Phan­tom­bild von ihm zu erstel­len. Er flutscht einem immer wie­der aus dem Kopf, obwohl er Rol­len in gigan­ti­schen Kino­er­fol­gen hatte. Trotz­dem bleibt er nur “der kleine Typ aus Indiana Jones 4″ oder “der kleine Typ aus Trans­for­mers” und um einen geschei­ten Hel­den abzu­ge­ben, braucht es ein­fach mehr Wie­der­er­ken­nungs­wert als ein Sand­korn am Strand. Des­we­gen hätte die­ses aal­glatte Bürsch­chen in der dre­cki­gen Welt von IRONCLAD auch nichts zu suchen.

 

Logan Ler­man

Wer ist denn Logan Ler­man? – Wird sich jetzt sicher­lich der ein oder andere fra­gen. Die­ser Bur­sche, des­sen Name ein wenig nach Por­no­re­gis­seur klingt, wird als zukünf­tige Ikone Hol­ly­woods gehan­delt. Er spielte auch schon in vie­len inter­es­san­ten Fil­men wie “Gamer” oder “Der Patriot” und das obwohl er fünf Jahre jün­ger ist als die Sim­psons. Tat­säch­lich könnte hier wohl ein tol­ler Schau­spie­ler her­an­wach­sen, wenn sein Gesicht im Laufe der Zeit noch etwas von sei­ner Kin­der­scho­ko­la­denäs­the­tik verliert.

 

Fazit

Die ers­ten bei­den wer­den es wohl nie­mals schaf­fen, das Prä­di­kat “echte Kerle” zu erhal­ten. Dafür haben sie ein­fach schon zu viel Leid beim männ­li­chen Film­pu­bli­kum ver­ur­sacht. Aber zumin­dest bei Logan Ler­man sollte man die Hoff­nung nicht auf­ge­ben, dass aus ihm mal ein Schau­spie­ler mit Wie­der­er­ken­nungs­wert wird. Wer nicht so lange war­ten möchte und schon heute rich­tige Typen im Film erle­ben möchte, besorgt sich jetzt “IRONCLAD – Bis zum letz­ten Krie­ger” auf DVD oder Blu-ray, denn in die­sem kom­pro­miss­lo­sen Strei­fen kann man noch ein paar der letz­ten ech­ten Kerle in ihrem ursprüng­li­chen Ele­ment bewundern.

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