Eine fröhliche Familie Kritik & Meinung
Die Zeichentrickserie „Eine fröhliche Familie“ zeigt die amerikanische Familie March während der Zeit des Bürgerkrieges. Während der Vater Frederick March gezwungen ist, in den Krieg zu ziehen, bleiben seine Frau und die vier Töchter allein zurück. Wie wird es der Familie gelingen, diese harten Zeiten zu meistern?
Story / Inhalt
Die Vereinigten Staaten von Amerika während des Bürgerkrieges zwischen Nord– und Südstaaten: Die Groß-Familie March lebt glücklich und zufrieden in Pennsylvania, nahe Gettysburg. Die Töchter, die reife Meg, die unerschrockene Jo, die scheue Beth sowie das freche Nesthäkchen Amy, sind ebenso angesehen wie das Ehepaar March selbst. Die Familienidylle wird zerstört, als der Vater, Frederick March, gezwungen wird, für den Norden in den Krieg zu ziehen. Von nun an muss sich seine Frau mit den vier Töchtern alleine durchs Leben schlagen.
Als der Krieg immer näher kommt die legendäre Schlacht bei Gettysburg steht an sieht sich die Familie gezwungen, ihr Heim zu verlassen. Traurig, denn die vier Mädels müssen sich von ihren ganzen Freunden trennen und eilig ein paar Habseligkeiten zusammenpacken. Zu Fuß fliehen sie vor den anrückenden Truppen in den Wald. Gerade noch rechtzeitig, denn das schöne Haus der Familie wurde in Schutt und Asche gelegt. Meg und Beth versuchen, aus den Trümmern zu retten, was zu retten ist, Beth findet aber gerade mal eine ihrer Puppen, die nicht verbrannt ist. Die einzige Lösung: Die Familie muss zu Tante Martha nach Newport ziehen, zumal die Fabrik, in die der Vater investiert hatte, ebenfalls zerstört ist, so dass die Familie auch noch ihre Haupteinnahmequelle verloren hat. Endlich dort angekommen folgt der nächste Schlag: Zwar besitzt die Tante eine stolze Villa, doch erweist sie sich als sehr mürrisch und wenig entgegenkommend. Zunächst will die Tante sie noch nicht einmal bei sich aufnehmen, obwohl genug Platz vorhanden wäre. Zum Glück überlegt sie es sich aber noch einmal und die Marchs können erst einmal bei Martha einziehen. Allerdings bekommen sie trotz der vielen vorhandenen Zimmer in der riesigen Villa nur zwei Räume, so daß sie alle zu mehreren in einem Raum schlafen müssen. Doch davon lassen sie sich nicht unterkriegen, ganz im Gegenteil. Trotz Armut sind sie alle frohen Mutes und mit viel Zusammenhalt gelingt es Ihnen, sich über Wasser zu halten. Sie suchen sich alle kleine Jobs, um zum Einkommen der Familie beizutragen und Jo, die von einer Karriere als Schriftstellerin träumt, schreibt sogar ihren ersten Roman, den sie der ortsansässigen Zeitung anbietet. Langsam entwickelt sich für die Marchs wieder ein soziales Leben, die Kinder finden Freunde und das Glück scheint der Familie wieder hold. Wenn nur der zwielichtige David nicht wäre, der bei Tante Martha ständig gegen sie intrigiert…
Meinung zum Film
Basierend auf dem Roman „Betty und ihre Schwestern(Little Women)“ von der amerikanischen Schriftstellerin Louisa May Alcott ist diese Zeichentrickserie entstanden. Louisa May Alcott ist mit den Little-Women-Jugendbüchern der Durchbruch gelungen, welche auf Erlebnissen mit ihren Schwestern beruhen.
Bereits als kleines Mädchen habe ich die Umsetzung der Geschichte als Zeichentrickfilm geliebt und werde auch heute noch immer wieder von dem Zauber dieser Serie in den Bann gezogen. Wie in den Büchern gelingt auch der Serie die Grandwanderung zwischen der im 19. Jahrhundert nicht immer einfache Rolle der Frau und der gleichzeitigen Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit der jungen Mädchen.
Weiterhin hat diese Serie etwas, was man heutzutage im Fernsehen vergeblich sucht: Eine für Kinder (und auch Erwachsene) pädagogisch wertvolle Zeichentrickserie, bei der den Kindern auf spielerische Weise moralische Werte und die Wichtigkeit der Familie nahe gebracht werden.
Im Hinblick auf die Bild– und Tonqualität kann die Serie mit heutigen DVD– und BluRay-Formaten natürlich nicht mithalten, das muss man sagen. Dies ist aber verständlich, wenn man bedenkt, dass die Erstausstrahlung der aus Japan stammenden Anime-Serie bereits 1987 war. Die Bildqualität und Auflösung ist entsprechend der früheren TV-Ausstrahlung und wurde nicht noch einmal aufgearbeitet. Für mich allerdings überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil – es unterstreicht nur noch mehr den früheren Charme.
Eine Fortsetzung der Serie „Eine fröhliche Familie“ gibt es übrigens auch. „Missis Jo und ihre fröhliche Familie“ ist die Romanverfilmung der Fortsetzung „Little Men“ und zeigt die erwachsene Jo March als Schulleiterin und Mutter zweier Söhne.
Fazit
Fans, die die Serie damals geliebt haben, werden mit dieser DVD-Box nicht enttäuscht, denn sie ruft immer wieder Kindheitserinnerungen wach. Aber auch für Familien mit kleinen Kindern würde ich die Serie sehr empfehlen, denn sie ist mit viel Liebe gemacht und vermittelt in einer Zeit von SpongeBob und Co. verloren geglaubte Werte und Zusammenhalt innerhalb der Familie. Kurzum: Ein absolutes Muss!
von Annekathrin Baum
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