Filme.Kino.DVD
Kinofilmer bei Twitter Kinofilmer bei Twitter

Goethe! Kritik & Meinung

Bei der Flut an Bio­pics über mehr oder weni­ger bedeu­tende Per­sön­lich­kei­ten ver­wun­dert es, dass über Johann Wolf­gang von Goe­the (1949–1832), einem gro­ßen Reprä­sen­tan­ten der Kul­tur­na­tion Deutsch­land, erst­mals im Jahr 2010 ein Kino­film ent­stand. Ähn­lich wie beim Film über Goe­thes gro­ßem Dich­ter­kol­le­gen Fried­rich Schil­ler („Schil­ler“, 2001 mit Mat­thias Schweig­hö­fer) wählte Regis­seur Phil­ipp Stölzl („Nord­wand“) einige Epi­so­den wäh­rend Goe­thes jugend­li­cher Sturm– und Drang­zeit mit Ver­liebt­heit, Eupho­rie und Ent­täu­schung. Sogar eine Drei­ecks­ge­schichte ist bei­den Sto­rys gemein.

Die Absicht der Fil­me­ma­cher war wohl, die deut­sche Kultur-Ikone Goe­the etwas zu ent­stau­ben, dadurch vor allem ein jugend­li­ches Publi­kum anzu­spre­chen und eine Pflicht­lek­türe im Deutsch­kurs anschau­li­cher zu machen. Denn kaum ein deut­scher Mit­tel­stu­fen­schü­ler kommt um die Inter­pre­ta­tion von Goe­thes Jugend­ro­man „Die Lei­den des jun­gen Wert­hers“ herum. Hier ver­ar­bei­tet Goe­the den Lie­bes­kum­mer mit sei­ner Jugend­liebe Char­lotte Buff.

Die Film­hand­lung setzt 1772 ein, als der 23-jährige Jura-Student Johann Goe­the (Alex­an­der Fehling) im Examen durch­fällt. Sein Drama „Götz von Ber­li­chin­gen“ mit dem berühm­ten Zitat wird vom Ver­le­ger abge­lehnt. Sein Vater (Henry Hüb­chen), der nichts von Johanns Dicht­kunst hält, schickt ihn nach Wetz­lar als Refe­ren­dar zum Reichs­kam­mer­ge­richt. Dort bekommt er Ärger mit Gerichts­rat Albert Kest­ner (Moritz Bleib­treu) und fin­det im Kol­le­gen Karl Wil­helm Jeru­sa­lem (Vol­ker Bruch) einen Freund für Wein, Weib und Gesang. Bei einem Ball gerät er erst­mals mit Lotte Buff (Miriam Stein) zusam­men. Als er sie spä­ter in einem Kir­chen­kon­zert als Sopran­so­lis­tin hört, ist er sehr begeis­tert. Zusam­men besu­chen Goe­the und Jeru­sa­lem sie zuhause. Lotte hat keine Mut­ter mehr und muss alleine den Haus­halt für ihren Vater (Burg­hart Klaus­s­ner) und sie­ben jün­gere Geschwis­ter ver­sor­gen. Jetzt lässt sich die Liebe zwi­schen Lotte und Johann nicht mehr ver­heim­li­chen. Zuerst ver­feh­len sie sich, doch dann kommt es zu einem roman­ti­schen Ren­dez­vous im Grü­nen. Mit einem Lie­bes­ge­dicht macht er ihr den Hof. Doch auch Kest­ner ist hin­ter ihr her, und ihr Vater hätte ihn gerne in einer Zweck­ehe als Schwie­ger­sohn, denn ein Gerichts­rat bie­tet eine sichere finan­zi­elle Perspektive.

Bei einem Jagd­aus­flug schwär­men Johann und Kest­ner von ihren neuen Lieb­schaf­ten, ohne zu wis­sen, dass sie die­selbe Frau mei­nen. Kest­ner hat bei Lotte die Nase vorn, Goe­the kommt ahnungs­los in ihre Ver­lo­bungs­feier. Mitt­ler­weile hat sich Jeru­sa­lem in eine ältere ver­hei­ra­tete Frau ver­liebt. Als sie ihm mit­teilt, bei ihrem Mann blei­ben zu wol­len, fällt er in tiefe Depres­sio­nen und erschießt sich vor Johanns Augen. Kest­ner hat wegen der Kon­kur­renz um Lotte seine Freund­schaft zu Johann auf­ge­ge­ben. Im Wald wol­len sie sich duel­lie­ren, doch Kest­ner lässt Johann ver­haf­ten, weil dies ver­bo­ten ist. Jetzt beginnt Johann, „Die Lei­den des jun­gen Wert­hers“ zu schrei­ben, die Geschichte von ihm, der sich Wert­her nennt, und Lotte. Wert­her begeht aus Lie­bes­kum­mer Selbst­mord, was damals viele Nach­ah­mer fand. Kurz vor der Hoch­zeit mit Kest­ner sieht Lotte das Manu­skript und befürch­tet, dass sich Johann das Leben neh­men wird. Sie besucht ihn im Gefäng­nis und erzählt von ihrer Sorge um ihn. Schließ­lich hei­ra­tet sie Kest­ner, Goe­the hält sich im Ker­ker wei­nend eine Pis­tole an die Schläfe. Einige Zeit spä­ter wird er von sei­nem Vater nach Frank­furt geholt. Dort rei­ßen sich die Leute um den „Werther“-Roman und fei­ern Johann wie einen Super­star. Sein Vater ist jetzt stolz auf ihn.

Wie viele Bio­pics besteht die­ser Film aus Dich­tung und Wahr­heit. Lei­der wird nur eine kleine Epi­sode aus dem Leben des gro­ßen Dich­ter­fürs­ten vor­ge­stellt. Bes­ser wäre sein lan­ges Leben mit vie­len Beru­fen, Lie­bes­aben­teu­ern und Rei­sen in einem TV-Mehrteiler unter­ge­bracht gewe­sen. Dann hätte man auch etwas über seine unglaub­li­che Lebens­leis­tung nicht nur in der Dich­tung erfah­ren. Er war Poli­ti­ker, Maler, Natur­wis­sen­schaft­ler und hat in einer kul­tu­rell dra­ma­ti­schen Umbruch­zeit viele wich­tige Kul­tur– und Geis­tes­grö­ßen erlebt. Die­ses groß­ar­tige Leben nur auf einige jugend­li­che Affä­ren, Tri­um­phe und Ent­täu­schun­gen im pro­vin­zi­el­len Wetz­lar zu beschrän­ken, ist pro­ble­ma­tisch, für ein jugend­li­ches Publi­kum aber gerade recht. Pas­send dazu gibt es ein Musik­vi­deo mit dem Pop­song „Fade away“. So wird der spä­tere Dich­ter­fürst als jun­ger Drauf­gän­ger mit Emo­tio­nen gezeigt, her­vor­ra­gend gespielt von Alex­an­der Fehling. Das grobe Hand­lungs­mus­ter ist aus „Schil­ler“ oder „Shake­speare in Love“ bekannt. Aus­ge­zeich­nete Arbeit haben die Kos­tü­maus­stat­ter, Büh­nen­bild­ner und Visual-Effect-Spezialisten geleis­tet. In ost­deut­schen Städ­ten, vor allem in Gör­litz und Qued­lin­burg wurde das Flair einer Stadt im 18. Jahr­hun­dert geschaf­fen. In einer Zeit, als es weder WCs noch Kana­li­sa­tio­nen gab, riecht man förm­lich den Gestank auf den Stra­ßen. Die Schreib­ar­beit des Dich­ters teils mit Musik­un­ter­ma­lung zu visua­li­sie­ren ist ori­gi­nell gelun­gen. Die künst­le­ri­sche Frei­heit muss man den Fil­me­ma­chern las­sen, auch viele bekannte Zitate des früh­rei­fen Genies ver­wen­det zu haben, die erst spä­ter ent­stan­den sind. Es bleibt zu wün­schen, dass die­ser Film wei­tere feuille­to­nis­ti­sche Auf­ar­bei­tun­gen von Goe­thes Leben und Werk nach sich zieht, auch aus sei­ner spä­te­ren Lebens­phase. Aber lei­der scheint die Zeit der gro­ßen TV-Mehrteiler vor­bei zu sein und der Quo­ten­druck bei den Sen­dern vor allem end­lose Abfra­ge­stun­den, volks­tüm­li­che Musik, ver­meint­li­che Super­stars und ekel­er­re­gende Dschun­gel­camps hervorzubringen.

von

Shopping

Eure Meinungen & Kommentare

  • ijustlovehim
    Toller Film, es ist Ihnen wirklich gelungen, dass junge Leute plötzlich gerne klassische Romane lesen. :D Sehr schön gemacht!

  • musiclover624
    Für die Leidenschaft!!!! Auf Sturm - und Trank!!!

  • 251980756985
    meine frage ist: warum haben sie moritz bleibtreu für die rolle genommen also seine erscheinung sieht nun nicht sooo sehr deutsch aus

  • zwinggistinki
    endlich mal ein toller deutscher film was kann man schon erwarten von WARNER BROS. PICTURES

  • blubbdoing
    WHAT THE FUCK

  • 094457382234
    schlimm

  • Mr Farmhouse
    das icht sehr gut

  • Lilithly
    ich liebe goethe ja, aber soweit ich weiß war er doch ein ziemlich arroganter kerl :D irgendwie passt dieses bild nich zu dem typen in dem trailer...und ich mag die frau nicht. ^^hoffentlich machen die noch einen anderen film über goethe ..und die zeit in der er berühmt wurde/ war usw. würd mich irgendwie mehr interessieren...

  • flosch300
    @pidde15 jaja laber nicht ich kann normal schrieben und ausserdem ich schriebe nicht so langsam da geht schonmal ein buschtabe da hin wo er nicht hin will und ausserdem sowelche filme sind großes KAKA guckt ihr pussys mal horrorfilme da pisst ihr euch in die hose :P

  • pidde15
    @flosch300 Vielleicht solltest du solche Filme aber oefter schauen, das koennte deine Rechtschreibung positiv beeinflussen, im Gegensatz zu Videospiele.

  • Zakynthos2006
    Weiß jmd wie das Lied ab 1:03 heißt?

  • actilily
    warum redet er so abgehackt? kann mir das jmd sagen? keine kritik, nur interesse, ob das eine bedeutung hat und so intendiert ist...

  • B R A N D O N A D E
    über diesen drecks film muss ich einen leserbrief schreiben son scheiß

  • flosch300
    @Bibble153 ich hab ihn mitter schule geguckt ich steh nicht auf solche Filme er wahr mir zu langweilig

  • flosch300
    @Bibble153 OPPPPPPPPPPPFFFFFFFFFFEEEEEEEEEEEEEEEEER

Wie findest Du den Film "Goethe!"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!

?
DU