Filme.Games.Bücher
Kinofilmer bei Twitter Kinofilmer bei Twitter

Hereafter Kritik & Meinung

Dass Clint East­wood neben sei­nem genia­len schau­spie­le­ri­schen Kön­nen auch ein annehm­ba­res Talent als Regis­seur hat, bewies er in den letz­ten Jah­ren nicht nur mit sei­nem oscar­ge­krön­ten Werk „Mil­lion Dol­lar Baby“ (2004) son­dern auch mit „Mys­tic River“, „Der ver­lo­rene Sohn“ und „Gran Torino“. Diese Filme ver­bin­det vor allem die Iso­la­tion ihrer Prot­ago­nis­ten von der Außen­welt und von ihren sozia­len Kon­tak­ten. Auch in sei­nem neuen Film „Hereaf­ter“ greift er diese The­ma­tik wie­der auf, obwohl er dies­mal kom­plett neue Pfade betritt.

Story / Inhalt

Marie Lelay (Cecile De France) ist eine bekannte fran­zö­si­sche Nach­rich­ten­spre­che­rin und erholt sich gerade in Süd­ost­asien von ihrem anstren­gen­den Beruf, als eine Tsu­na­mi­welle das Land über­flu­tet und Marie dabei fast ertrinkt. Die Nah-Tod-Erfahrung, die sie macht, als ihr Herz meh­rere Minu­ten ste­hen bleibt, beschäf­tigt sie auch noch nach ihrer Rück­kehr nach Paris. Mit ihrer Suche nach Ant­wor­ten auf eine Exis­tenz nach dem Tod irri­tiert sie ihr Umfeld und wird belacht. Als Marie merkt wie die ihr nahe­ste­hen­den Per­so­nen rea­gie­ren, wen­det sich zuse­hens von ihnen ab.

Wäh­ren­d­es­sen ver­su­chen die bei­den in Lon­don leben­den Zwil­linge Mar­cus und Jason (Fran­kie und George McLa­ren) ihr Leben mit ihrer dro­gen­süch­ti­gen Mut­ter vor der Außen­welt zu ver­heim­li­chen. Dank ihrer Geschick­lich­keit ist es ihnen bis jetzt gelun­gen, sich Heim und Fami­lie zu erhal­ten. Doch als Jason bei einem Auto­un­fall stirbt, ver­liert Mar­cus nicht nur sei­nen Bru­der und ein­zi­gen Ver­bün­de­ten, son­dern auch seine Mut­ter, deren Dro­gen­sucht nun in den Fokus der Öffent­lich­keit gerät. Mar­cus, der denkt, dass er ohne sei­nen Bru­der nicht wei­ter­le­ben kann, wird in die Obhut einer Pfle­ge­fa­mi­lie gege­ben, bei denen er jedoch mit sei­nem ver­schlos­se­nen Ver­hal­ten kein Ver­ständ­nis fin­det. Unver­stan­den und ein­sam in sei­ner Trauer zieht er sich letzt­lich in sich selbst zurück.

In San Fran­cisco ver­sucht George Lona­gan (Matt Damon) sei­nem Leben einen neuen Sinn zu geben, nach­dem er mit sei­ner Gabe mit Toten zu kom­mu­ni­zie­ren eine Menge Geld gemacht hat. Doch diese Erleb­nisse hin­der­ten ihn daran ein nor­ma­les Leben und per­sön­li­che Bezie­hun­gen zu ande­ren auf­zu­bauen, was ihn see­lisch zer­störte. In einem Koch­kurs ver­sucht der sozial völ­lig iso­lierte Mann zag­haft neue Kon­takte zu knüp­fen, wäh­rend sein Bru­der Billy für seine lebens­än­dernde Ent­schei­dung kein Ver­ständ­nis hat und ihn fort­wäh­rend bedrängt, seine Gabe erneut zu nutzen.

Mei­nung zum Film

Der Film beginnt mit einer spek­ta­ku­lä­ren, für East­wood unge­wöhn­lich effektrei­chen Szene, in der eine Tsu­na­mi­welle über eine Stadt hin­weg­rollt und dabei alles mit sich fort­spült, was sich ihr in den Weg stellt. Doch danach schlägt die Geschichte die lei­se­ren Töne an, die man von dem Regie­ve­te­ran eher gewöhnt ist. Mit drei unter­schied­li­chen Erzähl­strän­gen, die in drei unter­schied­li­chen Schau­plät­zen erzäh­len und erst am Ende mit­ein­an­der ver­knüpft wer­den, bewegt sich East­wood auf unbe­kann­tem Gebiet. In der Film­welt sind sol­che Epi­so­den­er­zäh­lun­gen zwar nichts Neues, wie man unschwer an „Babel“ (Ale­jan­dro Gon­za­lez Inar­ritu, 2006), „Magno­lia“ (Paul Tho­mas Ander­son, 1999) und „L.A. Crash“ (Paul Hag­gis, 2005) erken­nen kann, jedoch schwe­rer zu erzäh­len, da sie in sich har­mo­nisch und gleich­zei­tig, ohne künst­lich zu wir­ken, mit­ein­an­der ver­bun­den sein wol­len. Doch East­wood gelingt diese Grad­wan­de­rung her­vor­ra­gend. Sanft und manch­mal fast intim ent­fal­tet er die trau­rige Geschichte sei­ner Prot­ago­nis­ten, beglei­tet sie in ihrem All­tag und offen­bart dabei ihre Einsamkeit.

Dass es ihm gelun­gen ist, aus dem manch­mal nicht unbe­dingt har­mo­ni­schen und teil­weise über­frach­te­ten Dreh­buch von Peter Mor­gan („Frost/Nixon“ 2008) trotz­dem einen guten Film zum machen, liegt ein­zig in der Tat­sa­che begrün­det, dass er die Story ohne über­trie­bene Emo­tio­na­li­tät und Effekt­ha­sche­rei dar­stellt, was bei der The­ma­tik vom Leben nach dem Tod nicht unbe­dingt ein­fach gewe­sen sein muss. Letz­te­res drückt East­wood dem Zuschauer nicht mit dem Ham­mer auf, er ver­tritt hier­bei kei­ner­lei reli­giöse Mei­nung, son­dern lässt die Welt im Jen­seits eher als kur­zen Schat­ten auf­blit­zen, deren Inter­pre­ta­tion dem Zuschauer selbst über­las­sen ist.

Natür­lich trägt zum Erfolg des Films auch der her­vor­ra­gende Schau­spie­ler­cast bei, der sich wirk­lich für ihre Leis­tung nicht zu schä­men braucht.
Matt Damon ver­kör­pert den ein­sa­men George Lona­gan gekonnt authen­tisch, sodass ihm die Zuschau­er­sym­pa­thien nur so zuflie­gen. Damon geht dabei voll­kom­men in sei­ner Rolle auf, wie man an der Ver­zweif­lung, die sich in jeder sei­ner Ges­ten äußert und an der ängst­li­chen Mimik, mit der er andere Men­schen beob­ach­tet, sehen kann.
Cecile De France, die mit ihrer Dar­stel­lung als ver­wirrte und um Ant­wor­ten kämp­fende Marie eine gran­diose Leis­tung ablegt, steht in ihrer Rolle für die Zer­brech­lich­keit des All­tags und trans­por­tiert die damit zusam­men­hän­gen­den Emo­tio­nen auf sehr natür­li­che Art und Weise.
Beson­dere Beach­tung sollte aber den bei­den Zwil­lin­gen Fran­kie und George McLa­ren zukom­men. Mit einer fast plas­ti­schen Ernst­haf­tig­keit spie­len sie ihre Rol­len — und nicht künst­lich, son­dern real wir­ken dabei ihre Emo­tio­nen. So eine reife Per­for­mance hätte man den klei­nen Dar­stel­lern viel­leicht nicht unbe­dingt zuge­traut, die damit den Erwach­se­nen in nichts nachstehen.

Bis auf die Anfangs­se­quenz, die in ihrer Schnitt­tech­nik eine für East­wood unge­wöhn­lich schnelle Abfolge von Ein­zel­sze­nen beinhal­tet, bewegt sich der Film im stil­len Fluss mit eher lang­sa­men Kame­ra­fahr­ten und lan­gen Ein­stel­lun­gen. Die Far­ben sind dabei ein wenig abge­dämpft, was der melan­cho­li­schen Stim­mung enorm zu Gute kommt.

Der ein­zige nega­tiv Aspekt ist das leicht über­frach­tete Dreh­buch, in dem ein­fach zu viel par­al­lel zuein­an­der pas­siert, so dass die Auf­merk­sam­keit und das Ver­ständ­nis des Zuschau­ers auf eine starke Belas­tungs­probe gestellt wird. Wenn man bedenkt, dass gleich zwei real exis­tente Kata­stro­phen, ein­mal die Tsu­na­mi­welle in Süd­ost­asien und ein­mal der Ter­ror­an­schlag in der Lon­do­ner U-Bahn in kur­zen Neben­sät­zen abge­han­delt und ver­bra­ten wer­den, spricht dies für eine Ober­fläch­lich­keit, die nicht unbe­dingt für Pro­fes­sio­na­li­tät spricht. Durch die Fokus­sie­rung der Kamera auf die Prot­ago­nis­ten, gelingt es jedoch trotz die­ser Fülle an Ereig­nis­sen, den roten Faden im Sicht­feld zu behal­ten, ohne den man leicht die Ori­en­tie­rung ver­lo­ren hätte. Diese Leis­tung geht auf das Konto des Regis­seurs, der es mal wie­der geschafft hat, einen Film zu kre­ie­ren, der zutiefst berührt.

Fazit

Ein unge­wöhn­li­cher East­wood, der sich einer unge­wöhn­li­chen Hand­lungs­struk­tur annimmt und mit einer unge­wöhn­li­chen The­ma­tik beschäf­tigt! Allein das ist schon den Kino­gang wert. Zusätz­lich ist es auch noch ein guter Film, der tief berührt und viel Raum zur Inter­pre­ta­tion lässt. Ein wirk­lich gelun­ge­nes Kinoereignis.

von

Shopping

Eure Meinungen & Kommentare

  • Drucker Tinten Drucker
    kann man den film auch als christ sehen, oder ist er zu mystisch (bitte nicht falsch verstehen), danke

  • Mirabelle Valmont
    (das wäre ne jutes land oda och stadt da wär ik mit dir gekommen) das ist kein land..es ist kein ort es befindet sich in keiner zeit nicht hier nicht dort da kann man nicht hinkommen es ist alles eins es ist selbst das alles alles zusammen in einem vereint es gibt keine landkarten weder wegbeschreibungen noch eintrittskarten es ist ein zustand ohne erwartungen

  • Mirabelle Valmont
    ich ab die schnauze voll von alles und allem kein lust mehr menschen langweilen mich ihre sorgen ihre banalen wünsche interessierenmich nicht ich will weg hier das was ich willwerde ich hier nie bekommen das weiß ich jetz (hmm wo willst denn hin und wat willst du) zum ursprung zurück da wo alles noch eins war da wo keine fragen aufkamen wo es kein morgen gab , kein heute kein gestern.. keine irdische unruhe, keine zeit da wo nur liebe und zusammenhalt herschten

  • Mirabelle Valmont
    seit dem habe ich ne ganz andere sichtweise auf das leben... ich denke oft daran zurückzugehen...aber meine innere stimme sagt ich habe hier eine aufgabe zu erledigen. ich muss sie nur noch finden.... das ist bei meinem letzen fluchtversuch entstanden :

  • Mirabelle Valmont
    ich war dort...in der unendlichkeit...ich war bei gott...wir alle sind ein teil gottes...auf die erde geschickt um zu leben zu fühlen,zu existieren und zu sterben...da gott, unsere seele unsterblich ist...es ist unbeschreiblich dort..erfüllt von schönheit und liebe und..zusammengehörigkeitsgefühl...gesamtheit.man fühlt sich dort so wohl. man hat keine sorgen und keine bedürfnisse mehr...man will dort eigentlich auch gar nicht weg.. weil diese geborgenheit unbeschreiblich schön ist....

  • Schneewittchenche N
    typisch youtube ich scrolle zu den kommentaren um meinungen zum film zu lesen und stattdessen beleidigen sich irgentlwelche leute anonym weil sie verschiedener Meinung sind -.-

  • Talha Sariyürek
    Mein Beileid für deinen Freund Franc

  • ansgarrules
    Die Existenz eines "Schöpfers", verbunden mit einem Leben nach dem Tod, ist aus biologischer, insbesondere evolutiver Sicht, derart unwahrscheinlich, dass weitere Filme, die sich mit diesem Thema befassen würden, weder wichtig, noch notwendig sind. Viel wichtiger sind solche, die auf Indoktrination verzichten und den Menschen helfen, jenseits von Glaube und Religion einen Leitfaden für das eigene Leben zu finden.

  • Ha D89
    Es ist nicht umsonst der Channel "FilmKritikTV". wer sich einen trailer ansieht in dessen titel das wort "Kritik" steht, der sollte damit rechnen, dass nunmal eine Kritik kommt ;)

  • Im Na De Wa
    Wenn es eine ewige Hölle geben würde und die Bibelexegese richtig wäre, dass es nur wenige Auserwählte gibt, würde Satan über Gott 'siegen'. Ich würde da nochmal drüber nachdenken und sich über die theologische Überzeugung/Argumentation der so genannten Allversöhnung informieren. LG

  • ichbinsoniceman
    naja so einenm lutscher,der hiterm pc,so cool drauf ist muss ich nichts beweisen !

  • The Rea I Mc Coy
    du hast ja nicht mal geschwister :O woher ich das weiß..

  • The Rea I Mc Coy
    yeah soniceman du hast drauf kleiner xD zeigs uns. seas

  • ichbinsoniceman
    hahahaha okay du vollidiot im gegensatzt weiß ich was real life ist ! ich bi nzurückgeblieben ?? probier erstmal den iq zu erreichen den ich habe,du bengel ! hahah armes schwein,ge schnell ins real life zurück,damit du dein verkorkstes leben ein bissschen gerade rücken kannst ;)

  • The Rea I Mc Coy
    ok äffchen. jetz hab ich mir aber einen richtigen korb gegeben. mit 28 soniceman heißen xDD bist du zurückgeblieben oder was ;D naja ich muss jetzt wieder mal ins leben zurück, was man von dir ja nicht gerade behaupten kann. 

  • ichbinsoniceman
    hahahahahaha glaub mir ich hab freunde ;) was man von dir nicht sagen kann du,nutte ;) hahaha du findest das man auf youtube freund ehat ? das zeigt schon wie sehr du keine freunde hast ! auf youtube gibt es keine freunde,wieso auch,mann kennt sich ja nicht ?? haha du hast dir gerade selber einen richtigen korb gegeben !und ich bin kein affe,eher du,weil affen nerven auch ab und springen und mischen sich in sachen ein die sie überhaupt nicht angeht,hahaha vollidiot ! ich bin ...

  • The Rea I Mc Coy
    schon mal was von freunden gehört?! ne eher nicht ge. dann is ja klar wieso du dich freiwillig mit menschen abgibst, mit denen du sowieso nichts zu tun haben möchtest xD ich nenn dich ab jetzt äffchen, denn du hängst irgendwo im internet ab, auf seiten wo du glaubst freunde zu haben, und wo du ja so toll bist mit deinem IQ eines affen. Hol dir ne banane und bau dir eine Höhle damit du keinem mehr auf den sack gehst äffchen.

  • ichbinsoniceman
    ich weiss ! das witzigste ist ja das ich mich mit so einem vollidioten abgebe,hurensohn !

  • The Rea I Mc Coy
    jetz hast dus mir aber gegeben ;) weiter so bursche oder mädchen. ich werde nun versuchen, meinen IQ zu erhöhen, um dann endlich gscheite Parties schmeisen zu können. Is ja das einzige was man einem so hohen IQ, wie du ihn hast, machen kann. xD du bist lustig

  • ichbinsoniceman
    ES GIBT KEIN GOTT ! Mir sol das denken schwerfallen ? Probier du erstmal auf das IQ zu kommen das ich habe,dann könntest du eine Party schmeisen, Idiot ! Bengel !

  • The Rea I Mc Coy
    alta was is schlimmer, an etwas zu glauben, obwohl es, das nicht gibt oder nicht an etwas zu glauben, was es aber geben könnte? denk mal darüber nach, falls dir das Denken nicht zu schwer fällt.

  • ichbinsoniceman
    hahahahaha du bist so unterbelichtet ! du lügst ! ich argumentire gut ! aber du nicht,du honk ! am besten antwortest du nicht,denn ich habe besseres zu tun als mich mit so einem möchtegern experten rumzuschlagen,hahahah witzbold !

Wie findest Du den Film "Hereafter"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!

?
DU