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Le Mans Kritik & Meinung

Es ist immer wie­der erstaun­lich, welch große Fas­zi­na­tion der Auto­renn­sport aus­übt. Vier Dinge gehö­ren wohl zu allen Auto­ren­nen: mutige Män­ner in den Autos, schöne Frauen an den Boxen, laute Moto­ren und die stän­dige Todes­ge­fahr. All dies hat Lee H. Katzin 1971 in dem legen­dä­ren Film „Le Mans“ bei­spiel­haft ins Bild gesetzt. Als reale Kulisse hat er sich die 38. Aus­gabe des legen­dä­ren 24-Stunden-Rennens von Le Mans gewählt.

Mit den bei­den Haupt­kon­kur­ren­ten Michael Dela­ney (Steve McQueen), Erich Stah­ler (Sieg­fried Rauch) und dem Boxen­girl Lisa Bel­getti (Elga Ander­sen) ent­stand ein halb­do­ku­men­ta­ri­sches fil­mi­sches Meis­ter­werk, das Para­mount erst­mals digi­tal restau­riert auf Blu-ray Disc herausbringt.

In der ers­ten Szene fährt ein Por­sche durch eine idyl­li­sche fran­zö­si­sche Land­schaft. Er hält an, der Fah­rer (Steve McQueen) steigt aus und betrach­tet die Stelle, an der vor einem Jahr beim Ren­nen sein Freund töd­lich ver­un­glückte. Kurze Ein­stel­lun­gen erin­nern in Rück­blen­den an die­sen Vor­fall. Dann fol­gen für fast eine halbe Stunde doku­men­ta­ri­sche Sze­nen zur Ein­stim­mung auf das aktu­elle Ren­nen in Le Mans, das es seit 1923 gibt. Auf einem etwa 13 Kilo­me­ter lan­gen Rund­kurs auf gesperr­ten Land– und Schnell­stra­ßen fah­ren über 50 Wagen für 24 Stun­den um die Wette. Zum ers­ten Mal star­ten die Fah­rer in die­sem Jahr mit Sicher­heits­gur­ten und direkt vom Auto aus. Zuvor waren sie zu Fuß in ihre Wagen gesprun­gen und dann gestar­tet. Ein Fah­rer darf ins­ge­samt 14 Stun­den und am Stück höchs­tens vier Stun­den fah­ren und muss dann min­des­tens eine Stunde pau­sie­ren. Start und Ziel ist Sams­tag und Sonn­tag jeweils um 16 Uhr, Sie­ger ist, wer die größte Stre­cke zurück­ge­legt hat. Die Spit­zen­ge­schwin­dig­kei­ten betra­gen über 400 km/h, im Mit­tel wer­den über 200 km/h erreicht.

Der Film lässt die Renn­spor­tat­mo­sphäre haut­nah mit­er­le­ben. Dazu gehö­ren das rie­sige Zelt­la­ger der Fans, end­lose Auto­schlan­gen bei der Anreise und die Vor­be­rei­tung der Hun­dert­schaf­ten von Poli­zei, Feu­er­wehr und Sani­tä­tern. Über eine halbe Stunde lang wird im Film kein Wort gespro­chen. Vor dem Start erklärt der Tri­bü­nen­spre­cher die Regeln und stellt die wich­tigs­ten Fah­rer und Teams vor. Dann ver­stum­men alle Geräu­sche, nur ein immer wil­der schla­gen­des Herz ist zu hören, bis end­lich die Moto­ren los­röh­ren kön­nen. Atem­be­rau­bende Actions­e­quen­zen mit schnel­len Schnit­ten aus ver­schie­de­nen Kamer­a­per­spek­ti­ven las­sen den Kampf um die Plät­zen haut­nah mit­er­le­ben. Die Span­nung wird immer grö­ßer, als Regen ein­setzt und es viele Beinahe-Unfälle und Aus­fälle gibt. In der Nacht wid­met sich die Regie auch ein­mal kurz einem Ver­gnü­gungs­park an der Renn­stre­cke und einer kur­zen Unter­hal­tung des Prot­ago­nis­ten McQueen mit Elga Ander­sen. Zwei Unfälle wer­den als dra­ma­ti­scher Höhe­punkt des Ren­nens beson­ders aus­führ­lich aus vie­len Blick­win­keln und in Zeit­lupe gezeigt. Ein Wagen kommt von der Straße ab, fliegt durch ein Wer­be­schild und bleibt ste­hen. Der Fah­rer kann aus­stei­gen und flieht, wäh­rend der Wagen explo­diert. Der Film hält einen Moment inne, als über Leben und Tod ent­schie­den wird. Elga Ander­sen fragt dar­auf McQueen: „Wenn man sein Leben ris­kiert, sollte man es nicht für etwas ande­res tun?“ Dar­auf ant­wor­tet er: „Ren­nen heißt Leben, und die Zeit zwi­schen den Ren­nen heißt War­ten.“ Dem­nach scheint das viele Geld nicht die ein­zige Moti­va­tion für Auto­renn­fah­rer zu sein. Steve McQueen, der im rich­ti­gen Leben als Hob­by­pi­lot an Auto­ren­nen teil­nahm, schei­det mit sei­nem Por­sche wegen eines tech­ni­schen Defekts aus, darf aber für ein ande­res Porsche-Team ein­sprin­gen und sich bis zuletzt mit dem Ferrari-Piloten Rauch duel­lie­ren. Schließ­lich gewinnt ein ande­rer Por­sche, McQueen wird Zwei­ter, Rauch Drit­ter. Der Film hat einen eher doku­men­ta­ri­schen Cha­rak­ter mit einer klei­nen Hand­lung, dem Kopf-an-Kopf-Rennen zwi­schen Dela­ney (Por­sche) und Stah­ler (Fer­rari) und einem klei­nen Tech­tel­mech­tel Dela­neys mit Lisa Bel­getti, der Witwe des vor einem Jahr töd­lich ver­un­glück­ten Freundes.

Im Making-of wird an die teils dra­ma­ti­schen Dreh­ar­bei­ten erin­nert. Zunächst gab es weder Dreh­buch noch Zeit­plan, außer­dem war nicht geklärt, wie viel Doku­men­ta­ri­sches ein­flie­ßen soll. Meis­tens saßen echte Renn­fah­rer am Steuer, aber Steve McQueen fuhr auch über weite Stre­cken selbst. Für die Renn– und Action­sze­nen wur­den meh­rere Onboard-Kameras gleich­zei­tig ein­ge­setzt. In der Nach­pro­duk­tion muss­ten 300.000 Meter Film aus­ge­wer­tet und geschnit­ten wer­den. Wich­tige Rol­len beim Kampf um den Sieg spie­len die bei­den Por­sche 917 und 908/02 sowie der Fer­rari 512S. Die rudi­men­täre Spiel­hand­lung lässt nur wenige Dia­loge zu. Große Teile des Films ent­stan­den wäh­rend des 24-Stunden Ren­nens vom 14. Juli 1970. Die Spe­zi­al­ef­fekte wie Unfälle wur­den spä­ter mit fern­ge­steu­er­ten Fahr­zeu­gen und bil­li­gen Attrap­pen nachinszeniert.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Mr Rushfanatic
    schönste Strecke der Welt zusammen mit der Grünen Hölle

  • grinsekatze76
    Superschöne Bilder, toll iszeniert - beeindruckend. So habe ich die 24 Stunden von Le Mans noch nie gesehen...

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