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Mit Schirm, Charme und Melone Kritik & Meinung

Für Fans bri­ti­scher Fern­seh­se­rien wird ein Traum wahr. Die ver­mut­lich welt­weit erfolg­reichste Kult­se­rie „The Aven­gers“ („Die Rächer“), in Deutsch­land bes­ser unter dem Titel „Mit Schirm, Charme und Melone“ bekannt, kommt zum 50jährigen Jubi­läum des Seri­en­starts erst­mals kom­plett auf DVDs heraus.

Nach­dem Kino­welt bereits einen Groß­teil der Fol­gen mit dem unver­gleich­li­chen Agen­ten­duo John Steed und Emma Peel auf DVD ver­öf­fent­licht hatte, erscheint jetzt bei der Nach­fol­ge­firma Stu­dio­Ca­nal die kom­plette Serie aus der Zeit von 1961 bis 1969 von den noch im Stu­dio ent­stan­de­nen Anfän­gen bis zu den „New Aven­gers“ von 1976/77. Ent­hal­ten ist dabei auch erst­mals auf DVD und mit deut­scher Syn­chro­ni­sa­tion „The Aven­gers – Wie alles begann“. Patrick Macnee alias John Steed bleibt sich und sei­ner Rolle bis zum Schluss treu, seine bemer­kens­wer­ten Part­ne­rin­nen wech­seln sich ab: Honor Black­man, Diana Rigg, Linda Thor­son und Joanna Lum­ley. Der Fan kann sich es lange in sei­nem Fern­seh­ses­sel bequem machen und wird wohl einige Monate brau­chen, bis er alle Fol­gen gese­hen hat. Die gesamte Lau­f­länge der 53 DVDs beträgt 8270 Minu­ten, das sind ohne Unter­bre­chung fast sie­ben Tage. Zusätz­lich kommt noch jede Menge Bonus­ma­te­rial in beweg­ten Bil­dern und in einem aus­führ­li­chen gro­ßen Begleit­heft mit einem Geleit­wort von „Avengers“-Fan Oli­ver Kalk­ofe, der schon immer fas­zi­niert war von der bizar­ren Mischung aus Fan­ta­sie, Iro­nie und etwas Sci­ence Fic­tion in die­ser Serie. Außer­dem gibt es eine aus­führ­li­che Ein­füh­rung, Bio­gra­fien der vie­len Haupt­dar­stel­ler und Epi­so­den­füh­rer für alle sie­ben Staf­feln und die bei­den Staf­feln der Nach­fol­ge­se­rie mit Inhalts­an­ga­ben, Auto­ren, Regis­seu­ren, Dar­stel­lern und den Daten der bri­ti­schen und deut­schen Erst­aus­strah­lun­gen. Dabei fällt auf, dass viele Fol­gen der rekon­stru­ier­ten ers­ten Staf­fel von 1961 noch nie im deut­schen Fern­se­hen lie­fen, einige spä­tere Staf­feln erst 2010 oder 2011 zum ers­ten Mal im Kul­tur­sen­der „arte“.

Wenn der smarte Spion John Steed (Patrick Macnee) und seine hüb­sche Agen­tin Emma Peel (Diana Rigg) zum Ein­satz kom­men, haben Böse­wichte nichts zu lachen. Das Agen­ten­duo Steed, ein hoch­in­tel­li­gen­ter Gent­le­man vom Schei­tel bis zur Sohle, und seine per­fekte Ergän­zung Peel sind rei­zend und über­ra­schend schlag­fer­tig. Mit ele­gan­ter Läs­sig­keit, ver­blüf­fen­dem Scharf­sinn und Emmas Kara­te­küns­ten gelingt den bei­den die Auf­klä­rung der kom­pli­zier­tes­ten Kri­mi­nal­fälle. In spä­te­ren Staf­feln ste­hen dem Meis­ter der non­cha­lan­ten Ver­bre­chens­be­kämp­fung zwei neue Part­ner zur Seite, die schlag­kräf­tige Pur­dey (Joanna Lum­ley) mit viel Sex­ap­peal, sowie ein Mann fürs Grobe, der Lebe­mann Mike Gam­bit (Gareth Hunt). Neben Span­nung und bri­ti­schem Humor fal­len einige Par­al­le­len zu James-Bond-Filmen auf, was sich nicht nur bei zahl­rei­chen Dar­stel­lern zeigt, die in bei­den Serien mit­wir­ken. Auch die spä­tere TV-Serie „Die Pro­fis“ hat eini­ges übernommen.

Das reich­hal­tige Bonus­ma­te­rial die­ser welt­weit ein­zi­gen wirk­li­chen Gesamt­aus­gabe bringt die Rekon­struk­tion von 14 Fol­gen der ers­ten Staf­fel, die damals noch teils live im Stu­dio pro­du­ziert wur­den. Dazu kom­men Audio­kom­men­tare, ein exklu­si­ves Inter­view mit Honor Black­man, Begrü­ßun­gen und Ein­füh­run­gen mit Oli­ver Kalk­ofe und Wolf­gang Bahro zu den Staf­feln 4 und 5, Ein­füh­run­gen zu aus­ge­wähl­ten Fol­gen mit Linda Thor­son, Rück­bli­cke und per­sön­li­che Erin­ne­run­gen, ein Inter­view von Joa­chim Fuchs­ber­ger mit Diana Rigg und Patrick Macnee, Foto­ga­le­rien, Original-Kinotrailer, unter­schied­li­che Vor– und Abspänne, nach­träg­lich kolo­rierte Sze­nen und vie­les mehr.

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