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Mütter und Töchter Kritik & Meinung

Müt­ter und Töch­ter“ behan­delt die wohl kom­ple­xeste und engste Bezie­hung im Leben, das Ver­hält­nis zwi­schen Eltern und Kin­dern. Emo­ti­ons­ge­la­den und anrüh­rend ist die­ses Bezie­hungs­ge­füge Mit­tel­punkt vie­ler Filme. So hätte Regis­seur Rod­rigo Gar­cia leicht einen wei­te­ren gefühl­vol­len Film schaf­fen kön­nen, wel­cher sich hin­ter den Ande­ren ein­reiht. Doch er schafft es, ein neues Licht auf das Mutter-Tochter-Verhältnis  und das damit ver­bun­dene hoch­sen­si­ble Thema Adop­tion zu wer­fen und ein sehr per­sön­li­ches und fein­füh­li­ges Drama zu kreieren.

Story / Inhalt

Los Ange­les. Drei Frauen. Drei Schick­sale. Phy­sio­the­ra­peu­tin Karen (Annette Bening) lei­det bis heute unter dem Ver­lust ihres Kin­des, das sie als 14-Jährige nach einer unge­woll­ten Schwan­ger­schaft zur Adop­tion hatte frei­ge­ben müs­sen. Eliza­beth (Naomi Watts) ist eine erfolg­rei­che, ambi­tio­nierte Anwäl­tin, die alles unter Kon­trolle hat und die Erin­ne­rung an ihre Ver­gan­gen­heit unter Arbeits­wut und Sex, etwa mit ihrem aktu­el­len Chef Paul (Samuel L. Jack­son) ver­gräbt. Lucy (Kerry Washing­ton) wünscht sich nichts sehn­li­cher als ein Baby, doch sie und ihr Mann kön­nen keine Kin­der bekom­men. Sie ent­schei­den sich für eine Adop­tion, aber die schwan­gere Frau hat immer wie­der Zwei­fel, ob die bei­den die Rich­ti­gen sind. Drei Frauen und drei  Schick­sale, die mehr mit­ein­an­der ver­bin­det, als zunächst angenommen.

Mei­nung zum Film

Ohne Zwei­fel behan­delt der Film ein äußerst sen­si­bles und kom­ple­xes Thema – Adop­tion. Was geschieht, wenn eine Mut­ter sich nach über 30 Jah­ren auf die Suche nach ihrer Toch­ter begibt? Wie fühlt es sich an, als Kind von den leib­li­chen Eltern weg­ge­ge­ben wor­den zu sein und ohne Wur­zeln auf­zu­wach­sen? Und wie ergeht es Men­schen, die keine eige­nen Kin­der bekom­men kön­nen und sich mit dem Thema Adop­tion aus­ein­an­der­set­zen müs­sen? All diese Facet­ten beleuch­tet Rod­rigo Gar­cia in sei­nem Film und ver­sucht dabei, kom­plex auf das Gefühls­le­ben der ein­zel­nen Frauen und ihre Geschich­ten ein­zu­ge­hen. Dies gelingt ihm auch ganz gut, aller­dings sind die zunächst erzähl­ten Geschich­ten von drei Frauen, wel­che in kei­nem Ver­hält­nis zuein­an­der ste­hen, wenig aus­ba­lan­ciert. Es wird zwar schnell klar, dass Eliza­beth (Naomi Watts) die Toch­ter von Karen (Anette Bening) ist und Eliza­beth als weg­ge­ge­bene Toch­ter bin­dungs­un­fä­hig und wur­zel­los ist, wäh­rend ihre Mut­ter nicht dar­über hin­weg­kommt, dass sie ihre Toch­ter auf Zwin­gen ihrer eige­nen Mut­ter Nora (Eileen Ryan) weg­ge­ben musste. Aber diese Geschich­ten wer­den ins­be­son­dere zu Beginn sehr detail­reich und lang­at­mig erzählt, so dass es Pas­sa­gen gibt, in denen man sich als Zuschauer schnell zu lang­wei­len beginnt. Die Geschichte von Lucy (Kerry Washing­ton) und ihrem Mann dage­gen platzt gera­dezu in das Gesche­hen, passt zunächst nicht in den Zusam­men­hang und wird lei­der nur sehr ober­fläch­lich behan­delt. Dadurch bleibt der Zuschauer hier gefühls­mä­ßig auf der Stre­cke. Unge­fähr in der Mitte des Films erfolgt ein plötz­li­cher Zeit­sprung, der lei­der mehr Ver­wir­rung bringt als die Lang­at­mig­keit der Geschichte zu unter­bre­chen. Plötz­lich ist Kar­ren mit Paco (Jimmy Smits) ver­hei­ra­tet und Eliza­beth steht kurz vor der Geburt. Nach die­sem Cut nimmt der Film an Fahrt auf und wird unter­halt­sa­mer als in der ers­ten Hälfte, aber der Zuschauer muss sich erst wie­der in das Gesche­hen ein­fin­den. Weni­ger detail­reich zu Beginn und dafür mit mehr Blick­win­keln auf Lucy’s Geschichte hätte dem Film mehr Unter­hal­tung ein­ge­haucht, ohne an sei­ner kom­ple­xen Emo­tio­na­li­tät zu ver­lie­ren.
Die schau­spie­le­ri­sche Leis­tung ins­be­son­dere der 3 Haupt­cha­rak­tere ist ohne Zwei­fel gran­dios. Naomi Watts schafft es schnell, den Zuschauer an ihrer Wur­zel– und Halt­lo­sig­keit teil­ha­ben zu las­sen. Noch bes­ser aber gelingt es ihr mei­nes Erach­tens, den Gefühls­wan­del von einer wüten­den und ent­täusch­ten Toch­ter hin zu einer schwan­ge­ren Frau, die sich auf ein­mal selbst mit Mut­ter­ge­füh­len und der engen Mutter-Kind-Bindung aus­ein­an­der set­zen muss. Dabei gewinnt sie schnell auch an Ver­ständ­nis für ihre eigene Mut­ter, wel­che Sie mit 14 Jah­ren gebo­ren hat und in die­sem Alter nicht fähig war, ein Kind groß­zu­zie­hen. Annette Bening als Karen nimmt in dem Film die wohl emo­tio­nalste und stärkste cha­rak­ter­li­che Ver­än­de­rung vor. Wird sie zunächst als sehr ver­schlos­se­ner und gefühls­kal­ter Mensch dar­ge­stellt, wird sie nach dem Tod ihrer eige­nen Mut­ter zuneh­mend offe­ner und wei­cher. Sie durch­lebt von Hoff­nung über Trauer und schließ­li­cher Erfül­lung alle Gefühls­ebe­nen und kann diese auch gut zum Zuschauer trans­por­tie­ren. Auch Kerry Washing­ton legt eine über­zeu­gende schau­spie­le­ri­sche Leis­tung ab, lei­der kann sie neben den bei­den ande­ren Dar­stel­le­rin­nen nicht wirk­lich glän­zen, da ihre sich nur wenig beleuch­tete und ent­wi­ckelnde Cha­rak­ter­rolle dies nicht zulässt. Zu kurz und zu wenig wird auf ihr Gefühls­le­ben ein­ge­gan­gen, ins­be­son­dere als sie nach der Adop­tion zunächst keine Bin­dung zu ihrem Kind auf­bauen kann. Hier hät­ten wei­tere Ein­bli­cke dem Film und ihrer Rolle als Lucy mehr Stärke verliehen.

Fazit

Wer einen amü­san­ten und unter­halt­sa­men Mutter-Tochter-Film sehen will, sollte lie­ber die Fin­ger von die­sem Film las­sen und zu „Von Frau zu Frau“ mit Diane Kea­ton grei­fen. „Müt­ter und Töch­ter“ ist anspruchs­vol­ler, lei­der in den Anfangs­pas­sa­gen aber auch weni­ger unter­halt­sam und lang­at­mig, und regt zum Nach­den­ken über das Leben, Kin­der und Adop­ti­ons­the­men an.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Jenae Jessiaxe271
    hihi schaut mich an bin ein frosch

  • Flopsi80
    wunderschöner film,auch mich hat er zu tränen gerührt.empfehlenswert!

  • 91festus
    ist gestern in der sneak gekommen... und alle haben geklatscht als der Film zu Ende war... aber nicht weil er so gut war... sondern einfach weil er ZU ENDE war :/

  • Against Cancer2008
    Little One - Lucy Schwartz

  • retzel108
    wie heißt das lied zum ende hin ?

  • xxdieleaxx
    1:25 ohh <3 schwarze babys sind so viel süßer als weiße babys^^ klingt nach einem süßen film =)

  • Lord Of Tha Dingz
    schwul^^

  • G Town Lover24
    erster zweiter! (H)

  • G Town Lover24
    erster zweiter (H)

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