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Nebendarsteller mit Starpower: Marisa Tomei und William H. Macy in DER MANDANT

In der Action­ko­mö­die Born to be Wild – Sau­mä­ßig unter­wegs stan­den sie erst­mals gemein­sam vor der Kamera und nun sieht man die belieb­ten Schau­spie­ler Wil­liam H. Macy und Marisa Tomei wie­der zusam­men in Aktion. Im Justiz-Thriller DER MANDANT (ab 02. Dezem­ber 2012 auf Blu-Ray, DVD und Video-on-Demand) dreht sich die Story zwar haupt­säch­lich um den Ange­klag­ten Louis Rou­let (Ryan Phil­ippe) und sedi­nen Ver­tei­di­ger Mick Hal­ler (Matthew McCo­n­aug­hey), doch durch die tolle Beset­zung der Neben­fi­gu­ren blei­ben auch diese in der Erin­ne­rung des Zuschau­ers verhaftet.

Wäh­rend Macy als loya­ler Ermitt­ler an der Seite Hal­lers einen wich­ti­gen Part über­nimmt, spielt Tomei Hal­lers Ex-Frau. Weil beide zu jenen Schau­spie­lern gehö­ren, die auch klei­ne­ren Rol­len ein erstaun­li­ches Maß an Tiefe ver­lei­hen kön­nen, rücken wir die zwei Neben­dar­stel­ler der Extra­klasse heute mal kom­plett in den Vordergrund.

 


Hol­ly­woods talen­tier­tes­ter Loo­ser

Wil­liam H. Macy stammt aus kei­ner tra­di­ti­ons­rei­chen Schau­spiel­er­fa­mi­lie, zierte als Kind weder Früh­stücks­flo­cken noch Müs­li­rie­gel mit sei­nem Foto und ging nach der Schule brav zur Uni. Doch nach weni­gen Semes­tern schmiss er sein Tier­me­di­zin­stu­dium hin und wandte sich dem Thea­ter zu. Nach meh­re­ren Erfol­gen als Thea­ter­re­gis­seur und eini­gen klei­nen Film­rol­len fei­erte Macy dann mit Fargo – Blu­ti­ger Schnee sei­nen Hollywood-Durchbruch. Um eine Rolle in der raben­schwar­zen Kri­mi­ko­mö­die zu ergat­tern, hatte er den Coen-Brüdern damit gedroht, im Falle einer Absage ihren Hund zu erschie­ßen. Mit Erfolg! Seine Dar­stel­lung des ver­zwei­fel­ten Auto­ver­käu­fers Jerry Lun­de­gaard, der aus Geld­not seine Ehe­frau ent­füh­ren lässt, brachte ihm nicht nur eine Oscar-Nominierung ein, son­dern war auch der Start­schuss für sei­nen furio­sen Auf­stieg zu Hol­ly­woods sym­pa­thischs­tem Looser.

 


Ob als gehörn­ter Ehe­mann in Boo­gie Nights, der seine nym­pho­ma­ni­sche Ehe­frau auf einer Sil­ves­ter­party ins Jen­seits beför­dert, als unglück­brin­gen­der Casino-Angestellter in The Coo­ler oder als Ex-Kinderstar in Magno­lia, der für eine Zahn­spange mal eben den Fir­men­tre­sor leer­räumt – Immer wie­der ver­leiht Macy dem klas­si­schen Ver­lie­rer­ty­pus neue Facet­ten und macht jede sei­ner Figu­ren ein­zig­ar­tig. Pri­vat ist der 61jährige aber alles andere als ein intro­ver­tier­ter, depres­si­ver Loo­ser. Für seine Töch­ter spielt der boden­stän­dige Hollywood-Star gern den Witz­bold. Und auch seine Frau, Des­pe­ratve House­wife Feli­city Huff­man, mit der er inmit­ten der schnell­le­bi­gen Film­bran­che seit 14 Jah­ren eine echte Traum-Ehe führt, bringt er heute noch zum Lachen. Ein ech­ter Gewin­ner­typ eben, die­ser Macy.

 


Der Tomei-Faktor

Auch Marisa Tomei begann ihre Schau­spiel­kar­riere als Stu­di­en­ab­bre­che­rin: Wäh­rend ihre Kom­mi­li­to­nen Bücher wälz­ten, lernte sie lie­ber ihren Text für die TV-Serie Jung und lei­den­schaft­lich – Wie das Leben so spielt, in der sie Anfang der 80er eine Rolle ergat­terte. Es folgte ihr ers­ter Kinofilm-Auftritt in Fla­mingo Kid, in dem sie aber gerade mal eine Zeile Text bekam. 1992
hatte sie in der Komö­die Mein Vet­ter Win­nie schon deut­lich mehr zu sagen – und wurde dafür prompt mit einem Oscar ausgezeichnet.

Über ihr Pri­vat­le­ben abseits der Schwein­wer­fer und Thea­ter­büh­nen sickern nur sel­ten pikante und span­nende Details ans Licht der Öffent­lich­keit wie bei­spiels­weise ihr Nackt­ba­de­er­leb­nis mit George Cloo­ney auf des­sen Anwe­sen am Lago di Como oder wel­chen Typ Mann sie bevor­zugt (“Schlau, wit­zig und ver­mö­gend. Oder arme und gequälte Künst­ler! Eines von bei­den, aber Haupt­sa­che sie sind witzig.”).

 


Für Schlag­zei­len sorgt die unver­hei­ra­tete und kin­der­lose Schau­spie­le­rin lie­ber mit ihrer Arbeit beim Film und am Thea­ter, wo sie bereits mit Grö­ßen wie Quen­tin Taran­tino und Al Pacino auf der Bühne stand. Zu den glanz­vol­len Höhe­punk­ten ihrer Film­kar­riere gehö­ren auch ihre Oscar-nominierte Dar­stel­lung einer jun­gen Mut­ter in dem Independent-Drama In the Bedroom, ihre Rolle in Richard Atten­bo­roughs Chap­lin und das Sportler-Drama The Wrest­ler, in dem sie sich für Mickey Rourke zu einer wei­te­ren Oscar-Nominierung strippte. Der talen­tier­ten Schau­spie­le­rin gelingt es spie­lend zwi­schen erns­ten, tief­ge­hen­den und smar­ten, wit­zi­gen Rol­len wie zu wech­seln. Dies und ihre Fähig­keit, jede noch so kleine Rolle zu einem erin­ne­rungs­wür­di­gen Film­part zu machen, beschreibt wohl am ehes­ten das, was Kri­ti­ker und Fans der 47jährigen gern als den “Tomei-Faktor” bezeichnen.

 



In DER MANDANT
(ab 02. Dezem­ber 2012 auf Blu-Ray, DVD und Video-on-Demand) wird mal wie­der deut­lich, dass ein rich­tig guter Cast eben nicht nur aus groß­ar­ti­gen Haupt­dar­stel­lern besteht. Exzel­lente Neben­dar­stel­ler wie Marisa Tomei und Wil­liam H. Macy beschrän­ken sich nicht dar­auf, schmü­cken­des Bei­werk zu sein. Sie for­men die Story aus, ver­stär­ken die Span­nung und schü­ren Kon­flikte. Und sor­gen so dafür, dass aus einem poten­ti­ell guten, ein aus­ge­zeich­ne­ter Film wird.

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