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Nowhere Boy Kritik & Meinung

“Nowhere Boy” erscheint anläss­lich des 30-ten Todes­tags von John Len­non und beschäf­tigt sich mit sei­nen Jun­gend­jah­ren, als er noch kein Star war, was an sich keine schlechte Idee ist. Aber ist es wirk­lich rat­sam gewe­sen den 20jährigen Aaron John­son, der Len­non kein Stück ähn­lich sieht, als des­sen Jugend­aus­gabe zu verkaufen?

Story / Inhalt

John Len­non (Aaron John­son) ist ein 15jähriger Schü­ler aus Liver­pool, der sich lie­ber mit pro­vo­zie­ren­den Strei­chen beschäf­tigt als mit sei­nen Haus­auf­ga­ben. Er wächst seit sei­nem 5 Lebens­jahr bei sei­ner gefühls­kal­ten Tante Mimi (Kris­tin Scott Tho­mas) und deren gut­mü­ti­gem Mann George (David Threl­fall) auf und führt im Gro­ßen und Gan­zen ein behü­te­tes Leben. Das ändert sich, als sein Onkel plötz­lich stirbt und er dadurch die ein­zige Per­son ver­liert, von der er sich ver­stan­den fühlte. Bei der Beer­di­gung trifft er zufäl­lig auf seine leib­li­che Mut­ter Julia (Anne Marie Duff). Sie weckt seine Neu­gier und mit­hilfe sei­nes Cou­sins erfährt er, wo sie wohnt.

Als er sie besucht, nimmt sie ihn zunächst mit offe­nen Armen auf und läßt ihn in dem Glau­ben, in ihr eine Bezugs­per­son gefun­den zu haben. Die bei­den ver­bin­det die Liebe zur Musik, son­dern auch die musi­ka­li­sche Bega­bung mit Instru­men­ten umzu­ge­hen. Außer­dem ist Julia ein gro­ßer Fan des neu auf­kom­men­den Rock-‘n‘-Roll , mit dem sie auch John bekannt macht und ihn lehrt Banjo zu spie­len. Dadurch inspi­riert grün­det er eine Rock­band, denn er will so berühmt wer­den wie sein Idol Elvis.

Aber das Glück hält nicht lange an, denn seine Mut­ter hat inzwi­schen eine eigene Fami­lie, um die sie sich küm­mern muss und sie ist mit John und sei­nem über­schäu­men­den Tem­pe­ra­ment bald total über­for­dert. Des­sen Wut über die fol­gende Zurück­wei­sung ent­lädt sich in sei­ner Musik, mit der er sich nun täg­lich beschäf­tigt. Nach einem Auf­tritt mit sei­ner Band Quer­ry­man lernt er den 15-jährigen Paul McCart­ney (Tho­mas Brodie-Sangster) ken­nen und nimmt ihn wegen sei­ner über­ra­gen­den Talente in die Band auf.
Doch der Kon­flikt zwi­schen sei­ner Mut­ter und sei­ner Tante Mimi, die Frage, warum er kein rich­ti­ges Zuhause hat und das Unver­mö­gen mit der eige­nen Zer­ris­sen­heit umzu­ge­hen, lässt ihn fast ver­zwei­feln. In einer fina­len Kon­fron­ta­tion zwi­schen ihm und den bei­den domi­nie­ren­den Frauen, stellt er die Wei­chen für sein kom­men­des Leben, in dem sei­ner Mei­nung nach beide Frauen Platz haben soll­ten. Doch als er gerade beginnt, end­lich Frie­den mit sich und sei­ner Ver­gan­gen­heit zu schlie­ßen, schlägt das Schick­sal erneut zu.

Mei­nung zum Film

Dass zum 30-ten Jubi­läum von John Len­nons Todes­tag ein Film über ihn im Kino erschei­nen würde, ist nicht gerade über­ra­schend. Dass das Bio­pic über einen der größ­ten Musi­ker aller Zei­ten sich aus­schließ­lich mit sei­nen Jugend­jah­ren beschäf­tigt, in denen er noch kein Star war, ist auch keine schlechte Idee, da somit seine Moti­va­tion und seine Liebe zur Musik beleuch­tet wer­den sollte. Jedoch ist es gera­dezu pein­lich den 20-jährigen Aaron John­son, der Len­non kein Stück ähn­lich sieht, als des­sen Jugend­aus­gabe zu ver­kau­fen. Man könnte schnell den­ken, dass er die Rolle nur bekom­men hat, weil er mit der Regis­seu­rin Sam Taylor-Wood (die eigent­lich Küns­te­rin und Foto­gra­fin ist und mit “Nowhere Boy” ihr Regie­de­büt gab) eine Bezie­hung hat. Denn auch schau­spie­le­risch kann er nicht unbe­dingt glän­zen – er wirkt als jun­ger, ver­zwei­fel­ter und wüten­der Len­non eher depla­ziert und ist nicht fähig, die Emo­tio­nen rich­tig zum transportieren.

Zudem ver­wirrt es etwas, dass in der Story, die sich mit einem der bekann­tes­ten Musi­ker aller Zei­ten beschäf­tigt, die Musik komi­scher­weise kaum rich­tig ange­spro­chen wird. Auch die Freund­schaft mit McCart­ney, die Len­non fast sein gan­zes Leben lang beglei­ten wird, und der für seine musi­ka­li­sche Wei­ter­bil­dung enorm wich­tig ist, gerät zu einer degra­die­ren­den Fuß­note, genauso wie das Tref­fen auf George Har­ri­son (Sam Bell) – einem ebenso wich­ti­gen Punkt in Len­nons Leben. Den wah­ren Beatles-Fan wird ein solch ehr­lo­ses Umge­hen mit his­to­risch wich­ti­gen Fak­ten wohl mehr scho­ckie­ren als begeistern.

So steht also nicht der Musi­ker John Len­non im Mit­tel­punkt der Hand­lung son­dern der ver­meind­li­che innere Kon­flikt mit sei­ner Mut­ter und sei­ner Tante – zwei­fel­los gran­dios ver­kör­pert durch Anne Marie Duff und Kris­tin Scott Tho­mas. Doch wenn es die Absicht der Regis­seu­rin war, hier die Initi­al­zün­dung für das spä­tere Musik­ge­nie Len­non dar­zu­stel­len, ist ihr das gänz­lich miss­lun­gen. Nicht das Ban­jo­spiel mit Julia war ver­ant­wort­lich für die Inspi­ra­tion von Len­nons Musik, son­dern wie er selbst spä­ter sagte Elvis, aber Fak­ten­treue spie­len hier ver­mut­lich keine große Rolle. Nun könnte man natür­lich argu­men­tie­ren, dass ein Bio­pic auch künst­le­ri­sche Frei­heit bei­hal­ten kann, und es des­we­gen mit den Fak­ten nicht immer so genau neh­men muss. Auch ist es ja zumin­dest logisch zu glau­ben, dass sich die Ver­gan­gen­heit eines Men­schen auch immer auf sein Han­deln in der Zukunft aus­wirkt. Doch dass Len­nons Mut­ter Julia mit dem jun­gen McCart­ney flir­tet und so die Riva­li­tät der bei­den spä­te­ren Beatles-Mitglieder noch mal eine andere Fär­bung bekommt, ist ein wenig zuviel des Guten.

Die ein­zig wahre Ein­heit des Films ist die immer vor­han­dene melan­cho­li­sche Stim­mung, aus­ge­drückt in sanf­ten Kame­ra­fahr­ten, herbst­lich braun-roten Tönen und lei­ser Musik. Diese Schwer­mü­tig­keit fin­det sze­ne­risch ihren Höhe­punkt, als es zur direk­ten Kon­fron­ta­tion zwi­schen Mimi und Julia kommt, bei der man erfährt, dass John nur Mit­tel zum Zweck war, den schon immer schwel­len­den Kon­flikt zwi­schen den bei­den Schwes­tern zu offen­ba­ren. Anschei­nend ging es bei­den nicht um John als Mensch, son­dern nur um das Recht, über die Andere zu tri­um­phie­ren. Das ist die Szene, in der dank der unglaub­li­chen schau­spie­le­ri­schen Dar­stel­lung, auf ein­mal alles glaub­wür­dig erscheint, auf die man den gan­zen Film lang gewar­tet hat – aber die­ser Moment hält lei­der nicht lange an und kann vor allem nicht den gan­zen Film tragen.

Man hat das Gefühl, dass sich Taylor-Wood ein wenig über­nom­men hat mit dem Film, obwohl es im Ansatz eine gute Idee war, sich mit den Jugend­jah­ren Len­nons zu befas­sen, die den meis­ten Zuschau­ern bis­lang unbe­kannt waren. Doch den Hand­lungs­strang zwi­schen dem Mutter-Tante-Konflikt und der begin­nen­den Musi­ker­kar­riere auf­zu­tei­len ging dann doch gehö­rig dane­ben, denn somit konn­ten beide Motive lei­der nur ober­fläch­lich ange­spro­chen wer­den. Der Tief­gang, der für den Trans­port einer sol­chen Story unge­mein wich­tig ist, fehlt hier total. Schade, man hätte John Len­non eine bes­sere Hom­mage gewünscht.

Fazit

Weder Fak­ten noch Fik­tion – nichts trifft das Ziel, die Jugend­jahre des John Len­non wür­dig dar­zu­stel­len! Ein miss­lun­ge­ner Ver­such einer Regie­de­bü­tan­tin, die mit dem Thema anschei­nend über­for­dert war. Ein­zig die Trauer um den Tod des Künst­lers macht den Film eini­ger­ma­ßen erträglich.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • fleur1492
    Aaron Johnsen sieht iwie total anders aus als in Frontalknutschen! Und der Film wird auf jeden angeschafft!

  • Octavio S W T O R
    "john,dein kleiner freund ist da xD

  • Dorris Drewqe561
    hehe niemand deutsch hihi

  • Ms Crazy Vivi
    ICH WILL DEN FILM SEHEN *-*

  • Mimify1911
    ich rede nicht von dem film;)

  • Ms Skater Jakob
    wenn man den film mal gucken würde anstatt so einen must zu erzählen würde man merken, dass die frau seine mutter ist! :D

  • Ms Skater Jakob
    wie heißt das lied ab 1:30??

  • sophielenoir
    wahnsinns film, hab ihn gestern angeschaut, kann ich nur jedem empfehlen!!!

  • Dominic G1996
    nein du noob es heißt John lennon

  • Esprit07
    Sehr guter Film! Nicht umsonst wurde er zu meinem, persönlichen Film 2010 :)! 

  • Ola Na Tungee6
    lol "sind wir bereit loszulegen, jungs?" in echt hätte er wohl gesagt: "okay, leute, arschbacken zusammenkneifen und durch!"

Wie findest Du den Film "Nowhere Boy"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!

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