Piranha 3D Kritik & Meinung
Alexandre Aja gilt mittlerweile als Garant für zum Teil suptilen Horror (High Tension (2003), Mirrors (2008)) aber auch für blutsrünstigen Splatter (The Hills have Eyes (2006)). Nun kommt er mit einem mehr oder minder frei gedeuteten Remake eines Klassikers aus dem Bereich des Tier-Horror-Genres in die Kinos. “Piranha” (Orginal: Piranhas, 1978) präsentiert sich auch zeitgemäß in 3D und verschlägt damit dem Zuschauer den Atem.
Story / Inhalt
In dem sonst so ruhigen Städtchen Victoria Lake bricht alljährlich zu den Frühlingsferien das Chaos aus: Springbreak wird von den sonst so fleissigen Studenten zum Anlass genommen, die Hemmungen fallen zu lassen und mal so richtig zu feiern. Diesmal könnte die Party entschieden mehr bieten als Sex, Drugs und Alkohol: durch ein Erdbeben hat sich eine Spalte unter dem See geöffnet und damit den Zugang zu einem unterirdischen See geöffnet in dem seit jahrtausenden ausgestorbene Piranhas überlebt haben. Ausgemärgelt und voller Hunger ziehen diese nun gen Ufer um sich den Bauch voll zu schlagen – denn dank der vielen Studenten gibt es Nahrung genug. Durch ein Forschungsteam auf die Katastrophe aufmerksam gemacht versucht Sheriff Julie Forester (Elisabeth Shue) die Badegäste vor dem Unheil zu schützen. Als es schon fast zu spät ist, erfährt sie zusätzlich, dass ihre eigenen Kinder auf einem Boot festsitzen, dass zu sinken droht. Und die hungrigen Fische versuchen alles um an ihr Mahl zu gelangen.
Meinung zum Film
“Piranha” war schon damals als freche Parodie zu dem Steven Spielberg Klassiker “Der weisse Hai” angelegt. Und was das Orginal kann, das kann das Remake erst recht – wenn nicht sogar besser, was nicht nur durch viele parallel angelegte Szenen, sondern auch durch Cameos von Richard Dreyfuss und Christopher Lloyd deutlich wird. Nicht aus Zufall ist es wieder einmal ein Sheriff (diesmal eben ein weiblicher) der auf die Gefahr aus dem Wasser aufmerksam wird und damit der Kleinstadt die nötigen Sommereinnahmen streitig macht. Auch dass ihre Kinder auf einem Boot gefangen sind, eine Wasserskiläuferin einfach so weggefressen wird und vor allem die schleichenden Unterwasseraufnahmen,die den Weg der Piranhas nachvollziehen, sind in überarbeiteter Form vom großen Vorbild “Der weiße Hai” kopiert. Den Spaß beim Dreh damals wie heute, kann man den Schauspielern ansehen und er überträgt sich fantastisch auf das Publikum, dass durch manche 3D-Sequenz mitten ins Gesschehen geholt wird – nicht immer unblutig, aber immer voller Humor!
Der Film will nicht mehr sein als ein lustiger Horrorfilm mit viel Blut und einem hohen Gore und genau das ist er dann auch wirklich! Angefressene Badegäste gibt es anscheinend nicht nur an der italienischen Riviera sondern vor allem hier auf der Kinoleinwand. Das Blut fließt in Strömen und hier und da schwimmt denn auch mal ein Augapfel oder ein anderes Körperteil im Wasser, das dann mit großem Genuss von den kleinen Fischen verspeist wird. Auf Dialoge wurde weniger Wert gelegt, was aber mehr amüsant als störend wirkt. Wer will denn bitte tiefsinnigen (oder überhaupt sinnigen) Text, wenn es darum geht, kleinen Fischen beim Essen zuzusehen?
Ein besonderes lustiges Highlight stellt der cholerische Porno-Produzent Derrick Jones ( grandios: Jerry O‘Connell), der die allgemeine Ausgelassenheit am See nutzen will um junge unerfahrene Mädchen zu heißen Szenen vor der Kamera zu überreden. Zwar leuchtet es nicht ein, warum ein Pornoproduzent ausgerechnet in Victoria Lake einen derartigen Film drehen möchte – aber nach einem WARUM sollte man in diesem Film sowieso nicht fragen! Z.B. warum ein Stromkabel im See alle Piranhas tötet, aber nicht die sich noch darin befindenden Badegäste, oder warum man über ein ziemlich dünnes Seil von einem Boot zum anderen klettern muss statt an Land zu schwimmen, das nur wenige Meter entfernt ist! Ein WARUM würde dem Film die Würze nehmen, denn hier geht es nur um reines Entertainment und das nicht zu knapp. So stirbt dann auch ein Pornoproduzent auf eine besondere und verdiente Art und Weise, die den Zuschauer begeistern wird.
Natürlich geht der Film nicht nur was seine Brutalität angeht an die Grenzen des Ertragbaren, auch bei mit der, teilweise unnötig offenherzig, gezeigten nackten Haut schießt er diverse Male über das Ziel hinaus, was in den USA zu einer großflächigen Zensur führte. Hier zu Lande kann man sich den Film jedoch ungeschnitten ansehen – zur Freude der Horrorfans der 70er und 80er Jahre Filme, die es nicht anders gewöhnt sind.
Die langen Kamerasequenzen sind aus dem “Weißen Hai” abgekupfert, was jedoch nicht unbedingt für eine schlechte Qualität spricht. Auch die Lichtelemente sind nicht schlecht und bewirken, dass der Zuschauer das Geschehen intensiver wahrnimmt.
Fazit
Viele, viele kleine böse Fische, die viele, viele Menschen fressen, was sehr, sehr blutig sein kann! Ein Film für wahre Fans, die bitte nicht nach einer besonderen Tiefe im Film suchen, sondern ihn einfach nur genießen! Gut gelungener, humorvoller Tiersplatter inclusive 3D-Effekte – großartig!
von Yatiker Yildiz
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Soundtrack
Schauspieler
Richard Dreyfuss
Ving Rhames
Elisabeth Shue
Christopher Lloyd
Jerry O'Connell
Eli Roth
Kelly Brook










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