Pirates of the Caribbean — Fremde Gezeiten Kritik & Meinung
Nachdem der klassische Piratenfilm in Hollywood bereits ausgestorben schien, besann man sich Anfang des neuen Jahrtausends bei Disney auf die erfolgreichen Themenfahrten „Pirates of Caribbean“, eine der größten Attraktionen der Disneyland-Freizeitparks in Kalifornien, Florida, Paris und Tokio. 2003 entstand mit viel Aufwand der erste Film „Pirates of Caribbean — The Curse of the Black Pearl“, auf Deutsch „Fluch der Karibik“.
Seemannsgarn, etwas Wahrheit und viel Action bestimmen die Schauergeschichten vom Piratenschiff „Black Pearl“ mit Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp), der Selbstbewusstsein, Ironie und Raffinesse auf seltsame Weise in sich vereint. Der Film war so erfolgreich, dass 2006 und 2007 zwei Sequels folgten. Bei allen drei Filmen führte Gore Verbinski Regie, die Hauptdarsteller waren Johnny Depp, Keira Knightley und Orlando Bloom.
Auch nach der scheinbar abgeschlossenen Trilogie war die Geschichte noch nicht fertig erzählt. Der vierte Teil „Pirates of the Caribbean — Fremde Gezeiten“ kam 2011 in die Kinos und erreichte bei einem geringeren Budget noch ein größeres Einspielergebnis als der dritte Teil. Über eine Milliarde Dollar spielte allein der vierte Teil ein, in Deutschland über 40 Millionen Euro. Die gesamte Reihe belegt mit einem Gesamteinspielergebnis von 3,7 Milliarden Dollar Platz vier der ewigen Rangliste. Disney war es erfolgreich gelungen, durch die Wiederbelebung des Piratengenres vor allem Familien in die Kinosäle zu locken. Eine technische Neuheit beim vierten Teil ist die Produktion in 3D. Aber auch personell hat sich vieles geändert. Regie führte Rob Marshall („Chicago“), von den Protagonisten sind von den drei ersten Filmen nur Johnny Depp (Kapitän Jack Sparrow), Geoffrey Rush (Kapitän Hector Barbossa) und Kevin McNally (Joshamee Gibbs) übrig geblieben. Neu in der Besetzungsliste ist Penélope Cruz als Kapitän Blackbirds (Ian McShane) Tochter Angelica, außerdem gibt es einige britische Charakterdarsteller wie Judi Dench in kleinen Rollen. Die Außenaufnahmen entstanden nicht mehr in der Karibik, sondern auf Hawaii und in Puerto Rico, die Szenen im Gericht und Königshof wurden in London gedreht. Durch Jerry Buckheimer als Produzent wird die Kontinuität der Filmreihe gewahrt. Wie in den Vorgängerfilmen gibt es auch im vierten Teil viel tricktechnisch erzeugte Action bei einer leicht überschaubaren Handlung mit relativ wenigen Dialogen, ein scheinbar erfolgreiches Rezept für einen erfolgreichen Kinofilm.
Drei verfeindete Gruppen sind in einem Wettlauf hinter der Quelle der ewigen Jugend her, der Träne einer Meerjungfrau und zwei Kelchen. Es sind Piraten mit den Kapitänen Sparrow, Blackbeard, seiner Tochter Angelica, außerdem die Engländer und Spanier mit Hector Barbossa. Unterhaltend und spannend sind dabei der schräge Humor, Ironie und viele Actionszenen, bei denen jedoch die 3D-Version meist keinen großen Vorteil bringt. Wahrscheinlich haben zurzeit nur wenige Heimkinokonsumenten die technischen Voraussetzungen für 3D-Fernsehen. Neben den typischen Abenteuerklischees spielt auch die antike Mythologie eine Rolle, wenn einige Piraten von hübschen Sirenen verführt in einer tödlichen Falle landen. Schließlich wird eine von ihnen an Land gezogen. Die Syrena genannte Nymphe verliebt sich in einen gefangenen Missionar an Bord des Piratenschiffs und verschwindet mit ihm im Wasser. Bevor die Piraten an die Quelle der ewigen Jugend gelangen, muss erst ein Opfer gebracht werden. Nach einigen Missverständnissen muss schließlich Kapitän Blackbeard daran glauben. So gibt es kein versöhnliches Ende. Jack setzt Angelica auf einer einsamen Insel aus, nachdem sie ihm offenbart hat, dass sie schwanger sei. Das traf übrigens auf Penélope Cruz wirklich zu. Nach dem Abspann ist zu sehen, wie sie eine angespülte Voodoo-Puppe von Jack aus dem Wasser zieht. Dieses offene Ende deutet auf eine Fortsetzung der Filmreihe hin.
Der vierte Film der Reihe „Fluch der Karibik“ ist dramaturgisch besser als der dritte, lebt aber wieder besonders von seinen actiongeladenen Showeffekten und weniger von schauspielerischen Qualitäten oder logischen Handlungssträngen. Gegenüber seinen Vorgängern kommt „Fremde Gezeiten“ mit weniger CGI-Effekten aus und setzt mehr auf die Handlungs-Topoi klassischer Piratenfilme. Die drei Akte mit den Schauplätzen London, Ozean und Dschungel sind deutlich abgegrenzt. Durch die Zombies kommen sogar Freunde des Horrorfilms etwas geboten. Hierzu passt auch das „Dies-irae“-Motiv aus der römischen Totenmesse, die der Filmkomponist Hans Zimmer einmal zitiert. Die Landschaftsaufnahmen und Spezialeffekte sind beeindruckend.
Das Bonusmaterial bietet als interessantestes Extra einen Audiokommentar von Regisseur Rob Marshall und Produzent John DeLuca. Sie erklären ausführlich die personellen Veränderungen bei Regisseur, Darstellern, Team und den Drehorten. Ihr ständiges Lob für die Schauspieler scheint etwas übertrieben, denn darstellerisch allzu anspruchsvoll sind die Rollen nicht, sondern verlangen eher sportlichen Einsatz bei einigen choreographierten Fecht– und Kampfszenen. Außerdem gibt es misslungene Szenen und Captain Jacks Geschichten als Lego-Version zu sehen.
von Johannes Kösegi
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Soundtrack
Schauspieler
Johnny Depp
als Captain Jack SparrowIan McShane
als BlackbeardPenélope Cruz
als AngelicaGeoffrey Rush
als BarbossaGemma Ward
als TamaraRichard Griffiths
als King George IIStephen Graham
als ScrumKevin McNally
als GibbsÓscar Jaenada
als SpaniardRoger Allam
als Henry PelhamKeith Richards
als Captain TeagueAstrid Bergès-Frisbey
als SyrenaSam Claflin
als Philip



































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