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PIRATES OF THE CARIBBEAN — FREMDE GEZEITEN: Johnny Depp im ausführlichen Interview

Johnny Depp spielt Cap­tain Jack Spar­row in PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGER TIDES (“Pira­tes of the Carib­bean – Fremde Gezei­ten”, 2011).

Für Johnny Depp war PIRATES OF THE CARRIBEAN – FREMDE GEZEITEN schlicht ein Her­zens­pro­jekt. Zum vier­ten Mal spielt er in die­sem Film Cap­tain Jack Spar­row und genoss es, wie­der in die Stie­fel sei­nes alten Freun­des Jack stei­gen zu können.

 

“Nach dem Ende von PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD’S END (“Pira­tes of the Carib­bean – Am Ende der Welt”, 2007) hatte ich die Hoff­nung, Jack noch ein­mal dar­stel­len zu kön­nen, irgendwo in mei­nem Hin­ter­kopf. Gewis­ser­ma­ßen war­tete ich nur dar­auf, dass jemand ein paar Jahre spä­ter wie­der auf mich zukom­men und mir sagen würde ‚Hey, wir haben fol­gende Idee…’”

 

Und zu Depps gro­ßem Ver­gnü­gen trat genau das schließ­lich auch ein. Pro­du­zent Jerry Bruck­hei­mer, der als Steu­er­mann alle Filme der Pira­ten­saga auf die große Lein­wand gebracht hatte, ent­wi­ckelte zusam­men mit den Dreh­buch­au­to­ren Terry Ros­sio und Ted Elliott die neue Story auf der Basis von Tim Powers’ Roman “On Stran­ger Tides” (“In frem­de­ren Gezei­ten”) und stellte sie Johnny Depp vor. Nach sei­ner Zusage konn­ten für PIRATES OF THE CARRIBEAN – FREMDE GEZEITEN die Segel gesetzt werden.

 

Der Film ist ein eigen­stän­di­ges Aben­teuer über Jacks epi­sche Reise auf der Suche nach der sagen­um­wo­be­nen Quelle der Jugend. Eine Reise, auf der viele Geg­ner ent­schlos­sen sind, Jack auf­zu­hal­ten – dar­un­ter einige ver­traute und einige neue Gesichter.

 

“Das zen­trale Ziel ist es, die Quelle der Jugend zu fin­den”, kon­kre­ti­siert Depp den Kern der Hand­lung. “Aber Jack ist nicht der Ein­zige, der sie fin­den will, neben ihm wol­len das auch King George II, die Spa­nier und auch andere Pira­ten, wie zum Bei­spiel Blackbeard.”

 

Johnny Depp ist über­zeugt, dass die Dreh­buch­au­to­ren eine Geschichte für den Film ent­wi­ckelt haben, die auf­re­gend, spek­ta­ku­lär, wit­zig, roman­tisch und in Erzähl­stil und Erzähl­tempo dem Vor­gän­ger­film PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL (“Fluch der Kari­bik”, 2003) seine Reve­renz erweist. Einem Film, der vor acht Jah­ren eine der erfolg­reichs­ten Film­rei­hen des Gegen­warts­ki­nos begrün­dete und vom Sta­pel lau­fen ließ.

 

“Mei­ner Ansicht nach ist die Geschichte gerad­li­ni­ger und ein­fa­cher”, führt Johnny Depp aus. “Im vier­ten PIRATES-Abenteuer ist alles etwas kla­rer ange­legt, in sei­ner gan­zen Art ähnelt es damit dem ers­ten Film. Wir füh­ren die Cha­rak­tere ein und bewe­gen uns dann, ohne groß abzu­schwei­fen, ohne zu viele Neben­hand­lun­gen und Kom­pli­ka­tio­nen ein­zu­bauen, von Punkt A über Punkt D zu Punkt Z.”

Jack Spar­row und die Mög­lich­keit, ihn dar­stel­len zu kön­nen, nimmt in Depps Her­zen einen beson­de­ren Platz ein. “Ich fühle mich auf ver­trau­tem Boden und sehr wohl dabei, Cap­tain Jack spie­len zu kön­nen”, erklärt der Super­star. “Denn im Grunde kann man dann alles sein, was man will. Man kann in jeder Situa­tion völ­lig respekt­los, sub­ver­siv und abs­trakt sein, hat damit für die Arbeit ein ech­tes Sicher­heits­netz. Jack zu spie­len, berei­tet mir wirk­lich gro­ßes Ver­gnü­gen. Ich habe das jetzt schon ein paar Mal getan und kenne die­sen Cha­rak­ter des­halb so gut, dass sich die Dar­stel­lung ganz von selbst ergibt.”

 

Im Ver­lauf von 107 Dreh­ta­gen – ein gewal­ti­ges Pen­sum – reiste das Pro­duk­ti­ons­team um die Welt, von Hawaii nach Puerto Rico, von dort nach Los Ange­les und schließ­lich nach Lon­don. In der bri­ti­schen Metro­pole wur­den die Dreh­ar­bei­ten auch abge­schlos­sen, bevor sich Rob Mar­shall, Regis­seur von CHICAGO (“Chi­cago”, 2002) und NINE (“Nine”, 2009), in den Schnei­de­raum zurück­zog, um dem Film den letz­ten Schliff zu geben.

 

Weil Gore Ver­bin­ski, Regis­seur der ers­ten drei Teile der Pira­ten­reihe, wegen einer Ver­pflich­tung für ein ande­res Pro­jekt nicht mehr zur Ver­fü­gung stand, konnte nun ein ande­rer Fil­me­ma­cher sei­nen eige­nen Zau­ber in die Welt der Pira­ten ein­brin­gen. Und für Depp und auch seine Kol­le­gen war Rob Mar­shall dafür die per­fekte Wahl.

 

“Bestimmte Kan­di­da­ten wur­den erwähnt”, erin­nert sich Johnny Depp. “Und als Robs Name fiel, dachte ich nur ‚Jetzt haben wir ihn gefun­den. Hof­fent­lich ist er auch ein net­ter Kerl.’ Ich habe alle Filme von ihm gese­hen, er besitzt gro­ßes Ein­füh­lungs­ver­mö­gen. Wie er sich den Figu­ren annä­hert, ist ein­fach groß­ar­tig und ein­zig­ar­tig, dar­über hin­aus ist sein ästhe­ti­sches Emp­fin­den her­vor­ra­gend aus­ge­prägt, und sein Timing ist per­fekt. Wir haben uns also unter­hal­ten, und von ers­tem Augen­blick an wusste ich, dass er der Rich­tige war. Ich wusste es einfach.”

 

“Ich glaube, als Nach­fol­ger für Gore hätte es kei­nen Bes­se­ren als ihn geben kön­nen”, setzt Depp seine Kom­pli­mente fort. “Was Gore mit den ers­ten drei Fil­men auf­ge­baut hat, hat Rob sehr respek­tiert, sich aber gleich­zei­tig mit sei­ner eige­nen Hand­schrift ein­ge­bracht. Er hat eine abso­lut neue Per­spek­tive ent­wi­ckelt, alles mit unver­brauch­tem Blick betrach­tet und einen neuen Look realisiert.”

 

Rob Mar­shalls ein­drucks­volle beruf­li­che Vita schließt auch Büh­nen– und Musi­cal­pro­jekte ein, und diese Erfah­run­gen waren nach Ansicht Johnny Depps von unschätz­ba­rem Wert für die Cho­reo­gra­phie der vie­len Actions­e­quen­zen in PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN. Wie der Schau­spie­ler anmerkt, hatte Mar­shall eine klare Vision für den Film und erwar­tete, dass diese kom­ple­xen Sequen­zen mit abso­lut per­fek­tem Timing rea­li­siert würden.

 

“Er arbei­tet unglaub­lich effi­zi­ent – nach dem Motto ‚Blei­ben wir am Kern der Geschichte dran und lasst uns Spaß haben, wäh­rend wir das tun.’ Sein Gespür für Timing ist unglaub­lich. Und die­ses wie auch sein Insze­nie­rungs­stil grün­den sich auf sei­nem Wis­sen über Cho­reo­gra­phie. Wenn man auch nur einen Sekun­den­bruch­teil von sei­nen Vor­stel­lun­gen abwich, rea­gierte er sofort”, erklärt Depp.

 

Zu Beginn des Films, im Lon­don des 18. Jahr­hun­derts, gibt es eine spek­ta­ku­läre Ver­fol­gungs­jagd durch ein Laby­rinth von Kopfsteinplaster-Straßen. Dabei ver­sucht Jack Spar­row, in gefähr­li­cher Posi­tion auf Dach und Fah­rer­sitz meh­re­rer Kut­schen hockend, den Män­nern des Königs zu entkommen.

 

Depp arbei­tete eng mit sei­nem Stunt­dou­ble zusam­men, über­nahm aber viele die­ser Ver­fol­gungs­sze­nen selbst. “Das ist wich­tig, denn meine Figur hat eine ganz spe­zi­elle Kör­per­spra­che, die für mich auch bedeut­sam ist. Obwohl das Stunt­dou­ble seine Auf­gabe per­fekt beherrscht, muss man Cap­tain Jacks Kopf ab und zu sehen kön­nen”, erklärt Depp lachend.

 

Humor, der über Kör­per­be­we­gung und Kör­pe­r­aus­druck ent­wi­ckelt wird, ist ein wesent­li­cher Bestand­teil der Entertainment-Mischung eines Films aus der PIRATES-Saga. Und genau die­sen Humor liebt Depp, wie er offen zugibt: “Das tue ich. Ich liebe das, weil im Grunde all meine gro­ßen Hel­den aus der Stumm­film­zeit stam­men. Sie hat­ten noch nicht den Luxus der Spra­che zur Ver­fü­gung, drück­ten alles mit Kör­per­spra­che aus.”

 

“Und das Schöne an den spe­zi­el­len kör­per­li­chen Her­aus­for­de­run­gen bei PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN war, dass Rob Mar­shall mit an Bord war. Er kommt aus der Welt des Tan­zes und der Bewe­gung, bemerkt des­halb jede fal­sche Bewe­gung, jeden fal­schen Ton. Er war bei der Arbeit immer total enga­giert, und in jedem ein­zel­nen Moment war er groß­ar­tig, ließ sich abso­lut nichts ent­ge­hen”, schwärmt Johnny Depp.

 

PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN führte Depp vor der Kamera wie­der mit eini­gen Dar­stel­lern der Vor­gän­ger­filme zusam­men, dar­un­ter Kevin McNally als Jos­ha­mee Gibbs, als Jacks rechte Hand, und Geoff­rey Rush in der Rolle von Jacks Erz­feind Cap­tain Hec­tor Barbossa.

 

“Kevin ist groß­ar­tig, Jos­ha­mee ist Jacks Stell­ver­tre­ter und ihm stets loyal erge­ben”, erzählt Depp. “Und dann gibt es ja auch noch die­ses groß­ar­tige Dilemma zwi­schen Jack und Barbossa.”

 

In der Ver­gan­gen­heit waren Jack und Bar­bossa Tod­feinde, aber in PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN gehen sie auf der Suche nach der Quelle der Jugend eine unsi­chere und insta­bile Alli­anz ein. Und Depp liebt sicht­bar diese Ver­bal­du­elle mit Rush vor der Kamera.

 

“Jack und Bar­bossa ver­bin­det eine Art Hass­liebe. Das ist fast schon auf dem Level einer Dyna­mik, wie man sie aus den Fil­men mit Abbott und Costello kennt. Ich hatte schon immer den Ein­druck, dass Geoff­rey und ich für die PIRATES-Filme besetzt wur­den, damit wir wie alte Haus­frauen in einem Bridge Club her­um­strei­ten können.

 

“Wir hacken stän­dig und bei jedem Biss­chen auf­ein­an­der ein, und ganz sicher ist er ein wür­di­ger Geg­ner. In die­sem Film hat sich Bar­bossa ziem­lich ver­än­dert – und das nicht zum Bes­se­ren. Jede Figur folgt hier irgend­wie nur ihrem eige­nen Inter­esse”, erklärt Johnny Depp.

 

“Geoff­rey ist ein fan­tas­ti­scher Schau­spie­ler, der fort­wäh­rend erforscht, wel­che Mög­lich­kei­ten eine Szene bie­tet. Mit ihm gibt es immer einen fri­schen Ansatz, immer etwas Neues und Interessantes.”

 

Ein wei­te­rer Vete­ran der PIRATES-Reihe ist Rock’n’Roll-Legende Keith Richards. Der Gitar­rist der Rol­ling Sto­nes tauchte als Cap­tain Teague, als Jacks eigen­wil­li­ger und unbe­re­chen­ba­rer Vater, erst­mals im drit­ten Film der Saga, in PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD’S END (“Pira­tes of the Carib­bean – Am Ende der Welt”, 2007) auf. Und sehr zum Ver­gnü­gen Johnny Depps gibt es im vier­ten Aben­teuer ein Wie­der­se­hen mit ihm.

 

“Keith wollte nur allzu gerne zurück­kom­men, solange das im Rah­men der Geschichte auch Sinn machte”, erzählte Depp lächelnd. “Ich finde, Terry [Ros­sio, einer der Auto­ren] hat seine Rück­kehr wun­der­bar gelöst. Denn erneut taucht er genau zum rich­ti­gen Zeit­punkt auf und küm­mert sich um sei­nen Jun­gen, passt auf Jack auf.”

 

“Ich habe Keith 1994 oder 1995 ken­nen­ge­lernt. Wir sind damals schnell Freunde gewor­den und hin­gen in den fol­gen­den Jah­ren zusam­men herum. Es war groß­ar­tig, ihn bei PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN wie­der mit an Bord zu haben, denn er war wun­der­bar und es hat mit ihm so gro­ßen Spaß gemacht.”

 

“Er ist fas­zi­nie­rend”, fährt Johnny Depp fort. “Ich kenne ihn schon sehr lange, und wenn man die Gele­gen­heit bekommt, mit ihm allein her­um­zu­hän­gen, mit ihm im Schau­spie­ler­wohn­wa­gen über Musik, Filme oder alles Mög­li­che zu quat­schen, ist das eine reine Freude.”

 

Zu die­sem neuen Pira­ten­aben­teuer stie­ßen auch viele neue Cha­rak­tere hinzu. Penélope Cruz spielt Ange­lica, eine Frau aus Jacks beweg­ter Ver­gan­gen­heit, die ihre eige­nen Pläne ver­folgt und Jack in jeder Hin­sicht eben­bür­tig ist. Depp und Cruz haben zuletzt vor zehn Jah­ren bei BLOW (“Blow”, 2001) zusam­men­ge­ar­bei­tet, blie­ben danach aber enge Freunde.

 

“Penélope ist pure Dyna­mik, dar­auf kann man sich ver­las­sen”, erzählt Depp lächelnd. “Wir haben vor Jah­ren gemein­sam einen Film mit dem Titel BLOW gedreht, und es war wun­der­bar, damals mit ihr zu arbei­ten, wie auch jetzt, sie bei PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN wie­der­zu­se­hen. Sie ist wirk­lich eine reine Freude.”

 

Und Depp fährt mit einer Baseball-Analogie fort: “Penélope ist eine echte Schlag­frau. Man kann alles Mög­li­che hin­auf in die Atmo­sphäre wer­fen, sie wird sich etwas schnap­pen und es dann als Cur­ve­ball zurück­schla­gen, in die­ser Hin­sicht ist sie sehr sti­mu­lie­rend. Ich ver­ehre sie, sie gehört zu mei­nen bes­ten Freun­den, und es war groß­ar­tig, sie hier dabei­ha­ben zu können.”

 

Eine wei­tere neue Figur ist Black­be­ard, einer der gefürch­tets­ten Pira­ten aller Zei­ten, der lust­voll von Ian McS­hane ver­kör­pert wird. “Das Schöne an der Figur von Black­be­ard ist, dass er von außen betrach­tet ein ratio­nal han­deln­der Mann zu sein scheint”, beschreibt Johnny Depp den Wider­sa­cher von Cap­tain Jack Spar­row. “Je bes­ser man ihn aber ken­nen­lernt, desto mehr wird einem klar, dass er ein eis­kal­ter, abso­lut herz­lo­ser Kil­ler ist. Um seine Ziele zu errei­chen, würde er jeden betrü­gen und ver­ra­ten, und genau das macht ihn so gefährlich.”

 

“Black­be­ard war der wil­deste und gemeinste von allen, das ist his­to­risch belegt. Er kannte kei­ner­lei Gren­zen, war völ­lig unbe­re­chen­bar. Und mei­ner Ansicht nach gibt es kei­nen Schau­spie­ler, der ihn bes­ser hätte dar­stel­len kön­nen als Ian McShane.”

 

“Ian war ein­fach zum Brül­len, es machte rie­si­gen Spaß, ihn um sich zu haben. Ich glaube ‚erfah­ren und reif’ sind die Wör­ter, die ihn am bes­ten beschrei­ben. Denn er hat schon alles gespielt, ist schon sehr lange dabei. Er liebt die Schau­spie­le­rei immer noch, liebt seine Arbeit und macht sie wirk­lich gut – feh­ler­los, mühe­los und makellos.”

 

Das Pro­duk­ti­ons­team stellte die Kame­ras an eini­gen his­to­ri­schen Wahr­zei­chen im Lon­do­ner Stadt­teil Green­wich auf, dar­un­ter auch am Royal Naval Col­lege. Hier wurde eine Sequenz gedreht, die dann mit den Ver­fol­gungs­sze­nen ver­knüpft wurde, die man auf einem rie­si­gen Dock-Set in den Pine­wood Stu­dios gefilmt hatte.

 

“Ich finde das inter­es­sant, Jack auf Lon­dons Stra­ßen zu sehen. Es ist inter­es­sant, ihn in einem Pub in Lon­don und damit auch in gro­ßer Nähe zum König von Eng­land zu sehen”, lacht Johnny Depp.

 

“Des­halb hielt ich es für eine tolle Idee, dort zu dre­hen. Und am Royal Naval Col­lege zu fil­men, war abso­lut groß­ar­tig – für mich war das eine Art Zeit­reise. Es sah ein­fach per­fekt aus.”

 

Wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten in Green­wich erschien Depp im Out­fit von Cap­tain Jack Spar­row an einer Lon­do­ner Grund­schule – zur freu­di­gen Über­ra­schung der Kin­der. Die neun­jäh­rige Bea­trice Delap, Schü­le­rin an der Meri­dian Pri­mary School, hatte mit­be­kom­men, dass Depp ganz in der Nähe drehte und Cap­tain Jack in einem Brief um Hilfe gebeten.

 

“Wir hier, in der Meri­dian Grund­schule, sind ein Hau­fen ange­hen­der jun­ger Pira­ten”, schrieb das Mäd­chen. “Und wir haben unsere Schwie­rig­kei­ten damit, eine Meu­te­rei gegen die Leh­rer anzu­zet­teln. Es wäre toll, wenn Sie vor­bei­kom­men und uns zur Seite ste­hen könnten.”

 

Genau das taten Johnny Depp, ein paar Crew­mit­glie­der und Sta­tis­ten des Films dann auch. Sie über­rasch­ten Bea­trice und ihre Mit­schü­le­rin­nen auf einer eiligst zusam­men­be­ru­fe­nen Schulversammlung.

 

“Das war nett”, erin­nert sich Depp. “Und das Schöne daran war, dass sich alles so unschul­dig ent­wi­ckelt hatte. Die­ser kleine Brief ging aus der Schule an das Pro­duk­ti­ons­team, von dort an einen mei­ner Mit­ar­bei­ter. Ich las ihn und dachte nur ‚Das müs­sen wir machen.’ Die Schule war ja nur etwa 270 Meter ent­fernt. So gin­gen ein paar Freunde und ich als Pira­ten ver­klei­det hin­über und impro­vi­sier­ten dort für 15 bis 20 Minu­ten. Es war groß­ar­tig, und die Kin­der waren ein­fach süß.”

 

Dass einige Sze­nen in Lon­don gedreht wurde, war aber nicht die ein­zige Pre­miere für Johnny Depp. “PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN wurde kom­plett in 3D gedreht. Ich stand zum ers­ten Mal vor 3D-Kameras, denn ALICE IN WONDERLAND (“Alice im Wun­der­land”, 2010) war nach­träg­lich zu 3D kon­ver­tiert wor­den. Es ist schon ein Unter­schied, aber auch ein inter­es­san­ter Prozess.”

 

“Wann immer in den letz­ten 25 Jah­ren eine Kamera mit neuem Film­ma­te­rial gela­den wer­den musste, setzte man dafür an der Rück­seite ein rie­si­ges Maga­zin auf. Jetzt braucht man dafür nur einen Com­pu­ter­chip. Das ist inter­es­sant und fas­zi­nie­rend, weil sich das eigene Ver­hält­nis zur Linse ver­än­dert”, erläu­tet Depp.

 

Depp betont, dass es alle vier Filme der Pira­ten­saga ohne Pro­du­zent Jerry Bruck­hei­mer nie gege­ben hätte: “Jerry kennt sich mit die­sen Fil­men sehr gut aus. Ich war mit ihm in zahl­lo­sen Dreh­buch­be­spre­chun­gen, und nie schlug er einen fal­schen Ton an, immer hatte er inter­es­sante Ein­fälle. Und hat man ein Pro­blem, ist er immer der­je­nige, der sagt ‚Mach’ dir keine Sor­gen, wir küm­mern uns darum’. Am bes­ten fasst man seine Qua­li­tä­ten zusam­men, indem man fest­stellt, dass er ein ech­ter Pro­du­zent ist. Er ermög­licht uns allen eine Arbeits­at­mo­sphäre, die uns dabei hilft, etwas Inter­es­san­tes und Ande­res machen zu können.”

 

Für Johnny Depp war es eine pure Freude, wie­der in die wun­der­same Welt der PIRATES OF THE CARIBEAN – Reihe ein­tre­ten zu kön­nen, des­halb schließt er auch eine zukünf­tige Rück­kehr als Cap­tain Jack nicht aus. Tat­säch­lich gibt er zu, nach Been­di­gung der Dreh­ar­bei­ten zu PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN, als er Jack zurück­las­sen musste, ein klei­nes Ver­lust­ge­fühl gespürt zu haben.

 

“Wenn man auf­ge­hört hat, Cap­tain Jack zu spie­len und diese Rolle ablegt, stellt sich ein ech­ter Druck­ab­fall ein. Bis zu einem gewis­sen Grad trifft das auf alle Figu­ren zu, die man spielt. Aber beson­ders bei Jack ist es fast unan­ge­nehm, wie­der aus die­ser Rolle zu schlüp­fen, denn ich fühle mich wohl in sei­ner Haut. Ich habe das wirk­lich genossen.”

 

“Und die Vor­stel­lung, wie­der in Jacks Stie­fel zu stei­gen, ist keine unan­ge­nehme. Ich liebe diese Figur und habe nicht das Gefühl, dass uns die Ideen für neue Situa­tio­nen oder Geschich­ten aus­ge­hen könn­ten. Je nach­dem, wie das Dreh­buch aus­fällt und was wir uns ein­fal­len las­sen wür­den, würde ich eine Rück­kehr ganz sicher in Betracht ziehen.”

 

 

ÜBER DEN FILM

 

 

PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN, der von Jerry Bruck­hei­mer pro­du­ziert und von Rob Mar­shall insze­niert wurde, steht mit Spaß, Aben­teuer und Humor ganz in der Tra­di­tion der unwi­der­steh­li­chen Mischung, die schon den ers­ten Film zum Hit machte – dies­mal aber in Dis­ney Digi­tal 3DTM. Johnny Depp ist wie­der in sei­ner Kul­trolle als Cap­tain Jack Spar­row zu sehen in die­sem mit Action voll­ge­pack­tem Aben­teuer, auf dem sich sein Weg (und Schwert) mit der rät­sel­haf­ten Ange­lica (Penélope Cruz) kreuzt. Als sie ihn zwingt, an Bord der Queen Anne’s Revenge, des Schiffs des legen­dä­ren Pira­ten Black­be­ard (Ian McS­hane), zu gehen, fin­det sich Jack auf einer für ihn völ­lig uner­war­te­ten Reise zur sagen­um­wo­be­nen Quelle der Jugend wie­der. Auf die­ser Reise muss Jack jede nur erdenk­li­che List anwen­den im Umgang mit dem bar­ba­ri­schen Black­be­ard, des­sen Zombie-Crew, mit Ange­lica, der hin­rei­ßen­den Pira­tin, mit der er eine zwei­fel­hafte Ver­gan­gen­heit teilt, und schließ­lich auch im Umgang mit wun­der­schö­nen, betö­ren­den Meer­jung­frauen, die mit meis­ter­li­cher List selbst den erfah­rens­ten See­mann ins Ver­der­ben locken kön­nen. Zur inter­na­tio­na­len Beset­zung gehö­ren zwei Vete­ra­nen der Pira­ten­reihe, Geoff­rey Rush als unzer­stör­ba­rer Cap­tain Hec­tor Bar­bossa und Kevin R. McNally als Cap­tain Jacks lang­jäh­ri­ger Ver­bün­de­ter und Kame­rad Jos­ha­mee Gibbs. Neu im Dar­stel­ler­team sind unter ande­rem Sam Claf­lin als tap­fe­rer Mis­sio­nar sowie Astrid Bergès-Frisbey als rät­sel­hafte Meerjungfrau.

 

 

PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN ist eine Kopro­duk­tion von Walt Dis­ney Pic­tures und Jerry Bruck­hei­mer Films und ist ab 22. Sep­tem­ber 2011 auf DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D sowie als Down­load erhält­lich. Ted Elliott und Terry Ros­sio schrie­ben die Story und das Dreh­buch, grif­fen dabei auf Cha­rak­tere zurück, die sie selbst in Zusam­men­ar­beit mit Stuart Beat­tie und Jay Wol­pert erschaf­fen hat­ten. Anre­gun­gen für Story und Dreh­buch fand das Auto­ren­duo bei Tim Powers’ Roman “On Stran­ger Tides” (“In frem­de­ren Gezeiten”).

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