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Planet der Affen Prevolution Kritik & Meinung

1968 kam ein Film in die Kinos, der es schaffte, Sci-Fi, Aben­teuer, Gesell­schaft­kri­tik und poli­ti­sche State­ments unter einen Hut zu brin­gen und damit den Zuschauer welt­weit fas­zi­nierte. Nach eini­gen Fol­ge­fil­men wurde es ruhig um die Saga, bis Tim Bur­ton sich 2001 an einer Neu­ver­fil­mung des ers­ten Teils her­an­wagte, der jedoch auf­grund sei­nes kon­tro­vers dis­ku­tier­ten Endes an den Kino­kas­sen floppte. 

2011 nun ver­sucht Regis­seur Rupert Wyatt, den Mythos um die Welt der Affen erneut auf­le­ben zu las­sen, dies­mal mit einem rasan­ten und auf­schluss­rei­chen Pre­quel, der es u.a. durch seine gesell­schafts­po­li­ti­schen Aspekte geschafft hat, ein eben­bür­di­ger Nach­fol­ger des Klas­si­kers aus dem Jahr 1968 zu werden.

Story / Inhalt

Der ehr­gei­zige Wis­sen­schaft­ler Will Rod­man (James Franco) ver­sucht ein neues Mit­tel gegen Alz­hei­mer und ande­ren Ner­ven­krank­hei­ten zu fin­den. Bei sei­nen Unter­su­chun­gen bleibt es nicht aus, vor­han­dene Mit­tel an Ver­such­ob­jek­ten, in die­sem Fall den Men­schen gene­tisch am nächs­ten ste­hen­den Men­schen­af­fen, aus­zu­pro­bie­ren. Als er die ers­ten Erfolge bemerkt, muss das Expe­ri­ment auf­grund eines Fehl­schlags gestoppt wer­den. Alle Ver­such­tiere außer einem klei­nen Schim­pan­sen­jun­gen wer­den getö­tet. Rod­man nimmt das Tier mit zu sich nach Hause, nennt es Cesar und zieht es groß. Dabei stellt er fest, dass sich das gene­ti­sche Mate­rial des Tierba­bies durch die Ver­su­che an sei­ner Mut­ter ver­än­dert hat. Das Tier weißt eine unge­wöhn­li­che Intel­li­genz auf, die sich durch­aus mit der­je­ni­gen von Men­schen mes­sen kann. Durch Ver­än­de­rung des Affen gelangt Rod­man zu der Erkennt­nis, dass sein Expe­ri­ment doch geglückt sein könnte und spritzt sei­nem an Alz­hei­mer erkrank­ten Vater (John Lith­gow) das Medi­ka­ment, des­sen Gesund­heits­zu­stand sich dadurch rapide zum Posi­ti­ven ändert. Als Cesar her­an­wächst, fällt ihm seine Ein­zig­ar­tig­keit auf, aber auch seine Iso­la­tion, da er sich von den mensch­li­chen Kin­dern unter­schei­det. Diese Wahr­neh­mung ver­stärkt seine Auf­säs­sig­keit. Als es zu einem Zwi­schen­fall kommt, bei dem Cesar einen Men­schen angreift, wird er durch einen Gerichts­be­schluss in ein Tier­heim ein­ge­wie­sen. Durch die dor­ti­gen unwür­di­gen Ver­hält­nisse sei­ner Art­ge­nos­sen und die schlechte Behand­lung durch seine Gefängs­nis­wär­ter erkennt er, dass er allein nichts gegen seine Feinde aus­rich­ten kann und er die Hilfe der ande­ren Affen benö­tigt. Er beginnt einen Frei­heits­kampf, der ihm alles abverlangt.

Mei­nung zum Film

Nach fast fünf­zig Jah­ren „Pla­net der Affen“ und einem schein­bar miss­glück­ten Neu­ver­fil­mungs­ver­such von Tim Bur­ton, scheint es nun end­lich gelun­gen zu sein, einen eben­bür­ti­gen Nach­fol­ger zu schaf­fen. Dass sich „Pla­net der Affen-Prevolution“ dabei nicht naht­los in die Saga ein­fügt, ist dabei weni­ger von Bedeu­tung, als die inhalt­li­che Kon­stante, die er mit sich bringt. Er steht fest in der Tra­di­tion, aktu­elle Pro­bleme der Gegen­wart in eine Sci-Fi Geschichte unter­zu­brin­gen, von der man es eigent­lich nicht unbe­dingt erwar­tet hätte.

Die poli­ti­sche Bri­sanz des Films ist im Ange­sicht der „Ara­bi­schen Revo­lu­tion“ und der Bedro­hung der Welt durch ein kor­rup­tes und pro­fit­ori­en­tier­tes Wirt­schafts­sys­tem, bei der die Mas­sen von einer Min­der­heit unter­drückt wer­den, deut­lich genug. Genau wie Cesar im Film merkt, dass er allein zu schwach ist, um wirk­lich etwas zu bewir­ken und des­halb seine unter­drück­ten Art­ge­nos­sen mobi­li­siert, so fällt es auch den Men­schen der Gegen­wart auf, wie­viel sie durch Gemein­schaft errei­chen kön­nen. Cesars gerech­ter Zorn ent­lädt sich auf seine Wider­sa­cher, wie auch der Zorn der Unter­drü­ckung in den ara­bi­schen Län­dern sich ent­la­den hat. Also ent­hält der Film auf jeden­fall ein Gleich­nis unse­rer Gegen­wart. Gleich­zei­tig könnte er aber auch als Warung für Macht­elite die­ser Welt gel­ten, sich vor dem gerech­ten Zorn der Mas­sen zu fürchten.

Außer den gesell­schaft­kri­ti­schen Aspek­ten bie­tet der Film natür­lich noch viel mehr. Im Gegen­satz zu den letz­ten sechs Fil­men, die die Saga umfasst, wur­den hier zum ers­ten Mal keine Mas­ken ver­wen­det, son­dern die Affen mit­tels Performance-Capture-Verfahren dar­ge­stellt. Andy Ser­kis leiht dabei seine Mimik und Ges­tik dem Affen Cesar. Ser­kis hatte schon bei Peter Jack­sons „King Kong“ einem Tier seine mensch­li­che Mimik ver­lie­hen und kann dem­nach auf Erfah­run­gen zurück­grei­fen, was ihm seine Arbeit in „Pla­net der Affen-Prevolution“ erleich­tern konnte. Durch diese Tech­nik gelingt es, die Emo­tio­nen der Affen gekonnt zu trans­por­tie­ren, wobei dem Zuschauer ein Ein­blick in das Gefühls­le­ben der Tiere mög­lich wird. Gleich­zei­tig erhöht sich auch die Glaub­wür­dig­keit der tie­ri­schen Dar­stel­ler, was die Qua­li­tät des Films nur noch mehr stei­gert. Durch die Sze­nen im Labor, bei denen die Ver­suchs­tiere als Objekte behan­delt wer­den und nicht als lebende Wesen, die eine gerechte Behand­lung ver­dient hät­ten, wird auch der Umgang mit unse­ren tie­ri­schen Mit­be­woh­nern the­ma­ti­siert und kri­ti­siert, ohne dabei auf­dring­lich zu wer­den. Jeden­falls wer­den sich Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen über diese Kri­tik am Umgang mit Tie­ren freuen.

Auch die mensch­li­chen Dar­stel­ler geben ihr Bes­tes, um die Qua­li­tät des Film mög­lichst hoch zu hal­ten. James Franco, der schon in vie­len Fil­men, wie bei­spiels­weise „127 Hours“ oder „James Dean“ sein Talent bewies, kann auch hier wie­der zei­gen, was er wirk­lich kann. Auch wenn er größ­ten­teils ziem­lich müde aus­sieht, so punk­tet er doch durch seine Natür­lich­keit und der Authen­ti­zi­tät, die er sei­ner Rolle ver­leiht. Glei­ches gilt für John Lith­gow (Ver­lo­bung auf Umwe­gen), der die Rolle des an Alz­hei­mer erkrank­ten Charles Rod­man ver­kör­pert. Ihm gelingt vor allem die Ver­än­de­rung zwi­schen den vor­nehm­lich wachen und trü­ben Pha­sen der Krankheit.

Regis­seur Rupert Wyatt (The Esca­pist) legt beson­de­ren Wert auf die emo­tio­na­len Bezie­hun­gen zwi­schen den tie­ri­schen und den mensch­li­chen Prot­ago­nis­ten. Dabei geht es ihm beson­ders um die Bezie­hun­gen zwi­schen dem Wis­sen­schaft­ler Will Rod­man, sei­nem Vater Charles und Cesar. Seni­bel und tief­grün­dig ana­ly­siert Wyatt die Fami­li­en­struk­tu­ren und die Pro­ble­ma­tik, die sich aus der menschlich/tierischen Zusam­men­set­zung und der alles domi­nie­ren­den Alz­hei­mer Krank­heit des Vaters ent­ste­hen. Dadurch wer­den all­täg­li­che Pro­bleme der Gegen­wart ange­spro­chen, ange­fan­gen von der Betreu­ung der Eltern im Alter, über gesell­schaft­li­che Krank­hei­ten, Ein­sam­keit bis zu Min­der­hei­ten und deren Aus­son­de­rung von der Gesellschaft.

Natür­lich fas­zi­nie­ren auch die Kampf­sze­nen, bei denen es ver­wun­dert, warum diese nicht mit der mitt­ler­weile gän­gi­gen 3D-Kamera-Technik gedreht wur­den. Allein der End­kampf auf der Gol­den Gate Brü­cke ist es wert, ins Kino zu gehen. Letz­lich ist „Pla­net der Affen-Prevolution“ genau das, was der intel­li­gente Kino­be­su­cher erwar­tet: ein actionrei­cher, kri­ti­scher und vor allem muti­ger Film, der genauso begeis­tern wird, wie einst der erste Teil von „Pla­net der Affen“ im Jahre 1968.

Fazit

„Pla­net der Affen-Prevolution“ ist ein unglaub­lich inter­es­san­ter und intel­le­gent gemach­ter Film, der sich weit über das Blockbuster-Dasein hin­aus bewegt und poli­ti­sche wie auch gesell­schaft­li­che Kri­tik mit Action und moder­ner Film­tech­no­lo­gie ver­bin­det. Unglaub­lich glaub­wür­dige Schau­spie­ler und ein muti­ger Regis­seur machen die­sen Film zum Kinoer­eig­nis des bis­he­ri­gen Jah­res. Auf jeden­fall einen Kino­be­such wert.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Chillman1993
    bezieht sich der film eigentlich auf den originalfilm oder auf die neuverfilmung ?

  • luhp92
    @DasBoytscheReich deswegen heißt der film ja auch PREvolution, das heißt VOR der revolution ;) die eigentliche revolution kommt erst im 2. teil (geplanet für 2013). da es sich hier wieder um dieselbe crew handelt (regisseur rupert wyatt, drehbuchautoren rick jaffa und amanda silver und caesar-schauspieler andy serkis) bin ich zuversichtlich, dass es sich dabei nicht um ein reines action-spektakel handelt :)

  • Danny And Her Cat
    den film kann man sich sparen? nein das zeigt was passieren könnte. all diese grauenhaften tierversuche sind schrecklich. und letztenendes wird dadurch noch ein tödliches virus beim menschen ausgelöst. aber das beeindruckende war für mich das verhalten von caeser. wenn andere affen gleich töten wollten, hat er versucht z.B nur die waffen weg zu nehmen (ohne die der mensch nämlich garnichts ist). der film ist sehr wohl wichtig. und hat ein paar gute aussagen!

  • pupsibaerle1
    Heute den Film auf Blu-ray gesehen und er ist recht gut gemacht worden, da er aber absolut an der Wirklichkeit vorbei geht, ist der Film einfach nur affig! Solche Produktionen kann man sich auch sparen.

  • Das Boytsche Reich
    Ich hätte mir mehr Gewalt gewünscht, ich dachte die Affen machen jetzt voll Revolution :P Nein also der Film ist wirklich gut, ich würde gerne wissen wie es weiter geht ...

  • Li L Pain991
    DIESER FILM IST UNNORMAL KRASS EINFACH UNBESCHREIBLICH PERFEKT

  • Akatsukiangel100
    Wenn sie die Tiere weiterhin mit Genmanipulierten Zeugs volldröhnen würde ich mir da nicht so sicher sein, ob der Film nicht doch mal wahr wird ;) Mutter Natur wird sich schon noch an uns Menschen rächen ;) Und wenn das passiert....das will ich lieber nicht mehr miterleben *schauder* Anyway, saugeiler Film :D Super Gemacht und die Mimik der Affen ist echt der Hamma!

  • Chucky3122
    GELUNGEN ;)!

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