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Reclam Edition Kritik & Meinung

In einer vorbildlichen Edition präsentieren das DVD-Label StudioCanal mit seiner Arthaus-Reihe und der Reclam Verlag 20 Filmklassiker und klassische Literaturverfilmungen auf DVD. Die Verpackung orientiert sich dabei an der berühmten gelben Reihe der Reclam Universal Edition, die Generationen von Schülern aus dem Deutschunterricht kennen. Es ist kein Zufall, dass der renommierte Literaturverlag gerade mit StudioCanal kooperiert, dem beliebtesten Label und Liebhabern anspruchsvoller Filme.

„Arthaus“ wurde 1994 als Marke der damaligen Kinowelt gegründet und verschreibt sich seitdem der Welt des besonderen Films. Geboten werden herausragende Filme des internationalen Independent-Kinos, Klassiker der Filmgeschichte, große Dokumentarfilme, aber auch umstrittene Meisterwerke. „Arthaus“ ist besonders bekannt für Filme jenseits der Hollywood-Blockbuster. Neben französischen Meisterwerken, besonders durch die Übernahme von StudioCanal, leistet die mittlerweile in Berlin angesiedelte Medienfirma mit seinem besonderen Engagement für den deutschen Film einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Förderung der deutschen Filmkultur. Dabei finden preisgekrönte Meisterwerke ebenso Beachtung wie ambitionierte Filme junger deutscher Regisseure. Inzwischen umfasst das Programm mehr als 1000 Veröffentlichungen auf DVD und Blu-ray Disc, darunter zahlreiche Werkausgaben weltbekannter Regisseure und Sondereditionen wie die Reihen „Arthaus Premium“, „Arthaus Collection“ und „Arthaus Close-Up“. Durch eine anspruchsvolle Aufbereitung und erstklassige Gestaltung gelten die Veröffentlichungen unter Filmfans als begehrenswerte Sammlerstücke.

Passend zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentieren das „Arthaus“-Label für den besonderen Film und der traditionsreiche Reclam Verlag eine gemeinsame DVD-Edition mit 20 hochkarätigen Literaturverfilmungen aus 50 Jahren Filmgeschichte, darunter deutsche Klassikeradaptionen wie „Die Blechtrommel“ und „Faust“, starbesetzte internationale Produktionen wie „Der Name der Rose“ und „Der englische Patient“ und unvergessene Juwelen wie „Ist das Leben nicht schön?“. Mit ihrem edlen Verpackungsdesign erinnert die Reihe an die gelben Reclam-Bände und bietet darüber hinaus für Film- und Literaturfans eine ideale Kombination.

Die Reclam Edition enthält folgende Literaturverfilmungen: „Die Blechtrommel“ nach dem Roman von Günter Grass, „Der dritte Mann“ nach dem Roman von Graham Greene, „Emma“ nach dem Roman von Jane Austen, „Der englische Patient“ nach dem Roman von Michael Ondaatje, „Faust“ nach dem Bühnendrama von Johann Wolfgang von Goethe, „Effi Briest“ nach dem Roman von Theodor Fontane, „Homo Faber“ nach dem Roman von Max Frisch, „Indiskret“ nach dem Theaterstück von Norman Krasna, „Ist das Leben nicht schön?“ nach der Erzählung von Philip van Doren Stern, „Jules und Jim“ nach dem Roman von Henri-Pierre Roché, „Der Löwe im Winter“ nach dem Theaterstück von James Goldman, „Der Name der Rose“ nach dem Roman von Umberto Eco, „Orlando“ nach dem Roman von Virginia Woolf, „Der Prozess“ nach dem Roman von Franz Kafka, „Schlafes Bruder“ nach dem Roman von Robert Schneider, „Das siebente Siegel“ nach dem Drehbuch von Ingmar Bergman, „Der talentierte Mr. Ripley“ nach dem Roman von Patricia Highsmith, „Tiger & Dragon – Der Beginn einer Legende“ nach dem Roman von Wang Dulu, „Die Verachtung – Le Mépris“ nach dem Roman von Alberto Moravia und „Zimmer mit Aussicht“ nach dem Roman von E. M. Forster. Drei Beispiele sollen die Vielfalt der ausgewählten Literaturverfilmungen zeigen.

„Der Löwe im Winter“, die dreifach Oscar-prämierte Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von James Goldman ist ein zeitloses filmisches Meisterwerk, das sich insbesondere durch die intensiven Darstellungen von Peter O’Toole („Lawrence von Arabien“) und Katharine Hepburn („Leoparden küsst man nicht“) auszeichnet. Die britische Produktion entstand 1968 unter Regie von Anthony Harvey. Es geht um Intrigen, Neid, Machtgier, Rachsucht und Eitelkeiten im englischen Königshaus des Jahres 1183. Nach dem Tod des ältesten Sohnes muss die Thronfolge neu geklärt werden. Da König Henry II. und seine Frau Eleanor von Aquitanien schon seit 31 Jahren einer Hassliebe frönen, scheint eine Einigung praktisch unmöglich. Beide versuchen ihren Lieblingssöhnen die Monarchennachfolge zuzuspielen. Als Bonus gibt es einen Audiokommentar von Regisseur Anthony Harvey.

1972 stellte Rainer Werner Fassbinder seine Verfilmung von Fontanes „Effi Briest“ vor. Seine Abrechnung mit den rigiden Moralvorstellungen der Kaiserzeit, an denen die von allen verstoßene Hauptfigur schließlich zerbricht, beeindruckt besonders durch das hervorragende Spiel von Hanna Schygulla und wurde mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Die erst 17-jährige Effi Briest wird mit dem deutlich älteren Baron Geert von Innstetten verheiratet. Doch ihre Ehe ist lieblos, da sich der Baron nur für seine Karriere interessiert und Effi keinerlei Zärtlichkeiten entgegenbringt. Um ihrem langweiligen Alltag zu entfliehen, beginnt Effi eine Beziehung zu dem verheirateten Freund ihres Mannes, Major Crampas. Als sie mit von Innstetten nach Berlin zieht, endet die Liaison. Sechs Jahre später findet der Baron zufällig Crampas‘ damalige Liebesbriefe und fordert den Major zum Duell heraus. Die Extras enthalten die Biografie „Rainer Werner Fassbinder, 1977“ und eine Fotogalerie.

Joseph Vilsmaiers bewegendes Drama „Schlafes Bruder“ (1995) wurde mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet sowie für den Golden Globe für den besten nichtenglischsprachigen Film 1996 nominiert. Wie so oft in seinen Filmen setzt der Regisseur seine Frau Dana Vávrová („Herbstmilch“) glänzend in Szene. Außerdem sind zu sehen André Eisermann („Kaspar Hauser“) und Ben Becker („Comedian Harmonists“). Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Verlassenheit und Tristesse eines abgelegenen Alpendorfs ein Kind geboren. Johannes Elias Alder (André Eisermann), ein Bastard, wird von den Eltern abgelehnt und von der inzestuösen Dorfgemeinde, allesamt dickköpfig und engstirnig, verachtet. Elias, das Kind mit den eigenartigen gelben Augen, wächst als Außenseiter auf und so bleibt seine göttliche Begabung, sein absolutes Gehör, unentdeckt. Er bringt sich selbst das Orgelspiel bei und vermag dem Instrument beinah überirdische Töne zu entlocken, die jeden Zuhörer bis ins Mark erschüttern. Als seine Fähigkeiten schließlich entdeckt werden, ist es bereits zu spät. Elias zerbricht am Verlust seines besten Freundes Peter (Ben Becker), der ihn abgöttisch liebt, und der unerwiderten Liebe zu Elsbeth (Dana Vávrová). Er beschließt, nicht mehr zu schlafen, bis der Tod Erlösung bringt. Als Bonusmaterial gibt es eine Dokumentation und eine Fotogalerie.

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