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Robin Hood Kritik & Meinung

Wel­cher bekannte eng­li­sche Held nimmt den Rei­chen und gibt es den Armen? Bei die­ser Frage fällt einem die Ant­wort leicht: ROBIN HOOD! Denn wer hat nicht schon von dem Hel­den aus Sher­wood Forest gehört, dem Rächer der Unterdrückten?

Seit Howard Pyle sei­nen Roman 1883 ver­öf­fent­lichte, wuchs des­sen Bekannt­heits­grad stän­dig, schließ­lich sogar über die Gren­zen des Com­mon­wealth hin­aus. 1922 wurde die­ser eng­li­sche Volks­held auch auf Cel­lu­loid gebannt und seit­her bil­det er ein belieb­tes Thema inner­halb der Film­bran­che. Unzäh­lige Male wurde die Geschichte des Robert von Lox­ley, alias Robin Hood, ver­filmt, der sich gegen den tyran­ni­schen Prinz John und sei­nen kor­rup­ten She­riff von Not­ting­ham wehrt, mit dem Ziel, König Richard Löwen­herz aus der Gefan­gen­schaft der Sara­ze­nen zu befreien, um ihn wie­der auf den Thron von Eng­land zu sehen. Unter­stüt­zung bekommt er dabei nicht nur von einer Schar getreuer Freunde und Out­laws, son­dern auch von der Nichte des Königs, Lady Marion, die er letz­lich heiratet.

Als  bekannt wurde, dass es eine neue Ver­fil­mung des Stof­fes unter der Lei­tung Rid­ley Scotts geben sollte, wurde die­ses Ereig­nis zum Haupt­thema der Fach­presse. Jeder war gespannt, wie Scott, der mitt­ler­weile schon für seine his­to­ri­schen Epen bekannt ist (König­reich der Him­mel (2005), Gla­dia­tor (2000)), die­ser Geschichte neues Leben ein­hau­chen würde. Denn dies­mal sollte nicht die lite­ra­ri­sche Vor­lage im Vor­der­grund ste­hen, son­dern eine authen­ti­schere Ver­sion des Robin von Lox­ley gezeigt wer­den, wie es sie bis dahin noch nicht gege­ben hat. So ver­wun­dert es auch nicht, dass die Story sich in vie­len Tei­len vom dem Orgi­nal unterscheidet.

Story / Inhalt

Robin Long­s­tride (Rus­sell Crowe), Waise und ein­fa­cher Sol­dat Richard Löwen­herz (Danny Hus­ton), befin­det sich mit sei­nen Freun­den auf dem Frank­reich­feld­zug, als sein König plötz­lich von einem Pfeil getrof­fen stirbt. Die Krone Eng­lands muss dar­auf­hin zurück in die Hei­mat gebracht wer­den, zur Krö­nung des neuen Königs John (Oscar Isaac). Aber die Über­brin­ger der Insi­gne, u.a. Robert von Lox­ley (Dou­glas Hodge) wer­den über­fal­len. Robin kommt sei­nen Waf­fen­brü­dern zwar zur Hilfe, lei­der viel zu spät. Mit letz­ter Kraft bit­tet ihn Lox­ley die Krone ihrem recht­mä­ßi­gem Besit­zer und sein eige­nes Schwert sei­nem Vater Sir Wal­ter Lox­ley (Max von Sydow) zu brin­gen. Als Robin sich die­ser Auf­gabe stellt, weiß er noch nicht, dass er sich bald mit­ten in einem kor­rup­ten Krieg um die Krone Eng­lands befin­den wird. In der Hei­mat ange­kom­men über­gibt er die Krone dem macht­hung­ri­gen Bru­der des ver­stor­be­nen Richards, der seine Macht sogleich dazu aus­nutzt, um sei­nem schon aus­ge­beu­te­ten Volk neue Steu­ern auf­zu­bür­den. Als Ein­trei­ber dient ihm dabei der intri­gante Lord God­frey (Mark Strong), der schon bei dem Über­fall auf die Weg­ge­fähr­ten des Königs eine bedeu­tende Rolle gespielt hat. Er ver­folgt bei dem Kampf um die Herr­schaft von Eng­land einen ande­ren Plan, als es sein König ver­mu­tet. Durch ein Abkom­men mit dem König von Frank­reich, ver­sucht er die­sen mit List und Tücke auf den Thron von Eng­land zu bringen.

Von all die­sen Intri­gen unwis­send begibt sich Robin nach Not­ting­ham, um Sir Wal­ter Lox­ley die Nach­richt vom Tod sei­nes Soh­nes zu über­brin­gen. Des­sen Pro­vinz befin­det sich gerade in größ­ter Not, gebeu­telt von schlech­ten Ern­ten, zu hohen Steu­ern und einer raff­gie­ri­gen Kir­che. Lady Marion (Cate Blan­chett), die Ehe­frau und nun Witwe des ver­stor­be­nen Robert Lox­ley, ver­sucht das größte Elend mit viel Fleiss und Mut zu lin­dern.  Sir Wal­ter indess ist alt und sollte er vor der Rück­kehr sei­nes Soh­nes ster­ben, würde sein gesam­ter Besitz zurück an die Krone fal­len. Durch Robin eröff­net sich für den Lord eine Mög­lich­keit dies zu ver­hin­dern. Er bit­tet ihn die Rolle sei­nes schon seit Jah­ren abwe­sen­den Sohn zu spie­len. Robin geht auf den Han­del ein, auch weil sich her­aus­stellt, dass Sir Wal­ter mehr über seine Fami­li­en­ge­schichte zu wis­sen scheint, als er selbst. Wäh­rend sich Robin lang­sam an seine neue Rolle als Adli­ger gewöhnt, kom­men Marion und er sich lang­sam näher und auch die Bewoh­ner von Not­ting­ham gewin­nen wie­der Hoff­nung ange­sichts ihres neuen star­ken Beschützers.

Die har­moi­sche Situa­tion ändert sich als die fran­zö­si­sche Armee an der Küste Eng­lands lan­det. Der unbe­liebte König John hat keine Chance die Inva­so­ren zu ver­trei­ben, da sich seine eige­nen Lords gegen ihn und seine unmensch­li­chen Taten erhe­ben. Sollte Eng­land jedoch im Bür­ger­krieg ver­sin­ken, wäre es für die Fran­zo­sen ein Kin­der­spiel das Land zu erobern. Der König hat nur eine ein­zige Chance: Robin von Loxley.

Mei­nung zum Film

Sicher­lich wagt sich Rid­ley Scott an ein schwie­ri­ges Thema, wenn er einer so bekann­ten Geschichte ein neues Gesicht zu geben ver­sucht. Doch dies gelingt ihm nicht nur erstaun­lich gut. Durch die ver­än­derte Story gewinnt die Per­son des Robin Hood an bis­her unge­se­he­ner Tiefe und erreicht somit eine bis dahin unge­ahnte Authen­ti­zi­tät. Der Held wirkt mensch­li­cher, weil er eben nicht NUR als gut dar­ge­stellt wird, son­dern auch seine Schat­ten­sei­ten besitzt.

Dass die Geg­ner nicht nur Eng­län­der sind, son­dern vor allem die ver­fein­de­ten Fran­zo­sen, trägt die Hand­lung über die Lan­des­gren­zen hin­aus, was Scott die Mög­lich­keit gibt, dar­aus einen natio­nen­über­grei­fen­den Kon­flikt dar­zu­stel­len. Sicher­lich kann man im Zusam­men­hang mit der Visua­li­sie­rung des Gemein­schafts­ge­fühls der Eng­län­der von Patrio­tis­mus spre­chen, jedoch ist die­ser nicht über­trie­ben, son­dern ergänzt eher die Hand­lung und macht sie verständlicher.

Bei einem Alt­meis­ter wie Rid­ley Scott ist es nicht über­ra­schend, dass auf die Kampf­sze­nen beson­ders viel wert gelegt wird. Der Regis­seur pro­fi­tierte dabei offen­sicht­lich von sei­ner Erfah­rung, die er aus sei­nen ande­ren Fil­men gezo­gen hat. In “Robin Hood” jedoch könnte man durch aus ver­mu­ten, dass Scott sich dem Thema Krieg nicht so unvor­ein­ge­nom­men gegen­über ver­hält, wie es zunächst den Anschein hat.  Beson­ders deut­lich wird dies nicht nur bei den kri­ti­schen Anmer­kun­gen Robins über die Kreuz­züge und dem dort gesche­he­nen Unrecht an der Zivil­be­völ­ke­rung. Auch die Szene der Lan­dung der fran­zö­si­schen Trup­pen an der eng­li­schen Küste, eine Anspie­lung Scotts auf die Inva­sion der Allier­ten auf die Nor­man­die am D-Day, zeigt diese dif­fe­ren­zierte Hal­tung. Krieg sollte kein Mit­tel sein, dem man sich leicht­fer­tig bedient. Man sollte nur für ein höhe­res Ziel, wie die eigene Frei­heit kämp­fen, nicht jedoch für Reli­gion, Macht oder wegen wirt­schaft­li­cher Interessen.

Rus­sel Crowe, der, wie böse Zun­gen behaup­ten, ein­fach nur die eng­li­sche Ver­sion des “Gla­dia­tors” dar­stel­len muss, über­zeugt mit sei­ner Leis­tung. Doch dass sie letzt­lich so gut ist, ver­dankt er eher dem unglaub­lich pfif­fi­gen Dreh­buch, als sei­nem eige­nen schau­spie­le­ri­schen Kön­nen, wel­ches eher mit­tel­mä­ßig ist!

Den Gegen­satz dazu bil­det Cate Blan­chett, die die Rolle der Marion um den Fak­tor Eman­zi­pa­tion und Mut erwei­tert, und diese Eigen­schaf­ten wun­der­voll ver­kör­pert. Da stört es auch nicht wei­ter, dass diese Figur so nicht gerade his­to­risch kor­rekt sein kann. Der Story scha­det es jedoch nicht im geringsten.

Fazit

Der “neue” Robin Hood ist ein gelun­ge­nes Akti­onspek­ta­kel, mit viel Liebe zum Detail, ange­fan­gen vom Set und Kos­tü­men, bis hin zu den his­to­ri­schen Waf­fen. Es hat sich gelohnt, die Geschichte mal in einer ande­ren Form zu sehen. Scotts Bot­schaft, im Ange­sicht von Unter­drü­ckung, Inva­so­ren und Krieg, Mut zu bewei­sen um für seine Frei­heit zu kämp­fen ist gerade in die­sem Jahr­hun­dert mit sei­nen neuen Krie­gen hoch­ak­tu­ell.  Ein span­nen­der Kino­abend ist garan­tiert, der ver­mut­lich auch zum Nach­den­ken anre­gen wird.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Luskataka
    Sich erheben, immer und immer wieder, bis die Lämmer zu Löwen werden. <3

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