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SCREAM 4 präsentiert: Exklusive Blogger-Kurzgeschichte von Andreas Winkelmann

Ghost­face kehrt zurück! Der Mas­ken­trä­ger aus der SCREAM-Reihe ist einer der kul­tigs­ten Metz­ler der Film­ge­schichte. Nach lan­ger Pause fei­ert er am Don­ners­tag, 5. Mai, mit SCREAM 4 sein Kino-Comeback.

Um die War­te­zeit zu ver­kür­zen, haben sich fünf Blogs gemein­sam mit dem Film­ver­leih Wild Bunch und dem Goldmann-Verlag eine unge­wöhn­li­che Aktion aus­ge­dacht: Der deut­sche Hor­ror– und Thriller-Autor Andreas Win­kel­mann hat extra für diese Koope­ra­tion eine Kurz­ge­schichte geschrie­ben, in der ein Kil­ler in der Blogger-Szene unter­wegs ist.

Die Geschichte wird nun hier exklu­siv ver­öf­fent­licht: Jeweils ein Abschnitt pro Blog. Die kom­plette Kurz­ge­schichte könnt ihr also lesen, wenn ihr der Reihe nach alle Blogs absurft.

 

Ihr fin­det die ein­zel­nen Teile der Geschichte hier:

TEIL 1: Kino7.de

TEIL 2: MMOTU.de

TEIL 3: MovieDealz.de

TEIL 4: MYOFB.de

TEIL 5: Kinofilmer.de

 

Und falls ihr danach gar nicht mehr genug vom gepfleg­ten Gru­sel bekom­men könnt, gibt es den Trai­ler zu SCREAM 4 zu sehen und außer­dem Infor­ma­tio­nen zu Andreas Win­kel­manns neuem Buch.

 

Aber genug der Vor­rede, hier gibt es nun unse­ren Teil der Geschichte von Andreas Win­kel­mann, die den schö­nen Titel „Blog-Buster“ trägt:

Hallo Blog­ger!

Hast du den Link doch ange­klickt, trotz Rickys ein­deu­ti­ger War­nung? Warum? Hat dir der Thrill noch nicht gereicht, oder inter­es­siert dich ein­fach nur, was mit dem armen Jun­gen gesche­hen ist? Teilst du etwa sein Inter­esse am Tod ande­rer Men­schen, selbst wenn er nur im Film oder, wie hier, im Blog statt­fin­det? Hast du dich eben­falls lus­tig gemacht über meine Amber, als sie in die­ser Szene im Film bes­tia­lisch abge­schlach­tet wurde? Okay, die­sen Link trotz­dem anzu­kli­cken ist allein deine Ent­schei­dung, aber wo du schon ein­mal hier bist, werde ich dir ver­ra­ten, was aus Ricky gewor­den ist. Aber zuvor die aller­letzte War­nung: Wenn du wei­ter­liest, wirst du Rickys Schick­sal teilen.

Ricky ist natür­lich viel zu lange vor sei­nem PC sit­zen geblie­ben, um sich in sei­nem Blog zu pro­fi­lie­ren. Statt sei­ner Freun­din sofort zu hel­fen, hat er seine Blog-Fangemeinde wis­sen las­sen, wie sie getö­tet wird. Das ist ein Höchst­maß an Per­ver­sion und Feig­heit, wie ich finde, aber über Tote soll man ja nicht schlecht spre­chen, nicht wahr. Als er end­lich kapiert hatte, worum es geht, war es zu spät. Ist dir das noch nie auf­ge­fal­len, Blog­ger, dass die Mädels in den Hor­ror­fil­men die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen immer zum fal­schen Zeit­punkt tref­fen? Aber nicht nur die sind so blöd, auch Ricky. Er ist aus sei­nem Zim­mer im Ober­ge­schoss des Hau­ses hin­über ins Schlaf­zim­mer sei­ner Eltern gelau­fen, um die Waffe zu suchen, von der er wusste, dass sein Vater sie besitzt. Gefun­den hat er sie nicht, konnte er auch nicht, denn ich habe sie zuvor ent­fernt – ich bin näm­lich nicht blöd. In sei­ner Panik ver­schwen­dete Ricky viel Zeit. Kost­bare Zeit, die ihm eigent­lich nicht mehr zur Ver­fü­gung stand. Er hat wäh­rend der Suche ange­fan­gen zu heu­len, und ich will ein­fach mal hof­fen, dass er Trä­nen für seine Freun­din ver­gos­sen hat und nicht nur für sich, aber du weißt ja, wie das mit der Hoff­nung ist. Ohne die Waffe ist er schließ­lich panisch ins Erd­ge­schoss des Hau­ses hin­un­ter gelau­fen und hat dort alle Fens­ter und Türen über­prüft und gesi­chert. Statt das Haus zu ver­las­sen, und sich irgendwo in Sicher­heit zu brin­gen, wo ich ihn nicht fin­den würde, ver­bar­ri­ka­dierte er sich genau dort, wo ihm am meis­ten Gefahr drohte. Und wie­der han­delte er so kopf­los und dumm wie die Mäd­chen im Film, über die er sich vor ein paar Stun­den noch lus­tig gemacht hatte.

Schließ­lich hatte er noch die gran­diose Idee, aus der Küche ein Mes­ser zu holen, und damit ist er unter den Wohn­zim­mer­tisch gekro­chen, über dem eine lange Decke hängt. Das alles habe ich vom Fens­ter aus beob­ach­tet. Ich hatte Zeit genug, da der Video­st­ream schon zwei Tage vor der sneak-preview gedreht wor­den war. Diese Warn­leuch­ten, die das Ein­satz­licht eines Poli­zei­wa­gens nach­ah­men, gibt es im Inter­net für ein paar Euro. Mein Kom­plize hat das Ding ein­ge­schal­tet, es auf dem Rasen vor Rickys Haus abge­stellt, wäh­rend ich an der Tür  geklin­gelt und geklopft, und immer wie­der „Hier ist die Poli­zei, machen Sie bitte auf“, geru­fen habe. Im Film hatte Ricky noch behaup­tet, er würde auf die­sen bil­li­gen Trick nie her­ein­fal­len, aber da hat er wohl unter­schätzt, wie sehr man sich Hilfe her­bei sehnt, und jede Vor­sicht in den Wind schießt, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht. Man will ein­fach glau­ben, dass es die Poli­zei ist.

Tja, der Trot­tel hat die Tür geöff­net. Davor stand ich in die­sem alber­nen schwar­zen Kos­tüm mit dem über­teu­er­ten Plas­tik­mes­ser in der Hand, an des­sen Klinge ich mit Nagel­lack Blutschlie­ren gemalt habe. Ricky hat geschrien wie am Spieß, und ich glaube, er hat sich in die Hose gemacht, aber ich habe ihn nicht danach gefragt, weil es ein­fach zu pein­lich war. Eines könnt ihr mir glau­ben: Nie wie­der wird Ricky sich in sol­chen Fil­men über die Feh­ler der Schau­spie­ler lus­tig machen, und, was noch viel wich­ti­ger ist, nie wie­der wird er mich mit sol­chen Fil­men erschrecken.

Liebe Grüße, eure Silvie.

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