Soul kitchen Kritik & Meinung
Fatih Akin beschäftigt sich in seinen Filmen meistens mit Figuren, die am Rande der Gesellschaft stehen und deren Lebenswege über die Landesgrenzen hinaus führen, stets auf der Suche nach Identität, Geborgenheit und letztlich zu sich selbst. Die Botschaft dahinter ist geprägt von Toleranz, Mitgefühl und Völkerverständigung.
In Soulkitchen verpackt er seine Botschaft diesmal in eine Großstadtkomödie. Die Geschichte des erfolglosen Lokalbesitzers Zinos Kazantsakis (Adam Bousdoukos), der seine spärlichen Gäste mit Kartoffelsalat aus dem Eimer und Fischstäbchen verwöhnt, während seine Freundin (Pheline Roggan) ihre Karriere als Journalistin im Ausland fortsetzen möchte, während sein Bruder Illias (Moritz Bleibtreu) mal wieder im Gefängnis sitzt, und nun wieder seine Hilfe benötigt, ist der Basisstoff für Akin.
Story / Inhalt
Zino befindet sich nun wirklich nicht in einer seiner besten Lebenslagen: Freundin unerreichbar, krimineller Bruder am Hals, schlecht gehende Geschäfte, das Finanzamt sitzt ihm im Nacken – und zu allem Überfluss droht ihm das Gesundheitsamt seinen trotz aller Probleme geliebten Laden auch noch zu schließen, wenn er nicht dringend Renovierungsarbeiten machen lässt, für die er jedoch kein Geld hat. Ihm reichts: er will den Laden verpachten und nach China zu seiner Freundin ziehen! Doch dies gestaltet sich umso schwieriger, als er sich einen Bandscheibenvorfall zuzieht. Da er zu allem Überfluss nicht krankenversichert ist, wendet er sich an die gutaussehende hilfsbereite Chiropraktikerin Anna Mondstein (Dorka Gryllus), die versucht sein Leiden zu mildern. Doch um seinen Laden kann er sich in seinem jetzigen Zustand nicht kümmern. Ein Koch muss her! Als daraufhin der exzentrische 5-Sterne Koch Shayn Weiss (fantastisch: Birol Ünel) eingestellt wird, verwandelt dieser das abgewrackte Lokal in ein Deluxe-Restaurant, das bald als Geheimtipp Unmengen an Gästen herbei lockt. Zino verdient auf einmal mehr Geld als für seinen Umzug nötig ist und beginnt Spaß an der Sache zu haben. Endlich hat er es geschafft. Doch ein plötzlich auftauchender alter Schulkamerad Lutz (Lukas Gregorowitz) macht ihm Ärger. Er will das “Soulkitchen” unbedingt kaufen, da er an dem Grundstück interssiert ist. Doch dies kommt für Zino nicht in Frage – das “Soulkitchen” ist ihm viel zu lieb. Er lässt Lutz abblitzen. Damit kann sich dieser jedoch nicht zufrieden geben, und greift zu illegalen Mitteln, um Zino den Laden doch noch abzunehmen. Als er Zino und dessen Bruder Illias überlistet, scheint alles verloren.
Fazit
In mühevoller Detailarbeit zeichnet Akin ein Milieubild, dass authenischer nicht sein kann, während Moritz Bleibtreu und Adam Bousdoukos gut zusammen harmonieren. Der Film spiegelt ein Gesellschaftsbild, bei dem die Gastronomie der eigentliche Hauptdarsteller ist. Trotz aller Bemühen bleibt die zwischen den Zeilen zu lesende Gesellschaftskritik jedoch zu schwach um ernst genommen zu werden. Auch die ironische Überzeichnung der Behörden wie Gesundheitsamt, Finanzamt, die Justizbehörde und sogar die Polizei ist zu oberflächlich und fast lächerlich eindimensional dargestellt.
Letztlich ist es eine gelungene deutsche Komödie für die man gern ins Kino geht.
von Yatiker Yildiz
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Soundtrack
Schauspieler
Wotan Wilke Möhring
als Thomas NeumannMonica Bleibtreu
als Nadines GrobmutterBirol Ünel
als Shayn WeissMoritz Bleibtreu
als Ilias Kazantsakis











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