Steiner — Das Eiserne Kreuz Kritik & Meinung
Mit „Steiner – Das Eiserne Kreuz“ gelang Sam Peckinpah 1977 ein ähnlich realistischer Kriegsfilm über den Zweiten Weltkrieg wie Lewis Milestone 1930 mit „Im Westen nichts Neues“ über den Ersten Weltkrieg. Kinowelt bringt eine neue Special Edition dieses Klassikers mit vielen Extras auf Blu-ray-Disc heraus. So lässt sich dieses vom Krieg abschreckende Drama zuhause in HD-Qualität wie im Kino erleben. Als Zuschauer fühlt man sich bei den Kampfszenen selbst in den Schützengräben und hört die Granaten, Maschinengewehrsalven und Kampfflugzeuge von allen Seiten.
1943, als die verheerende Schlacht von Stalingrad schon verloren war, nimmt der Trupp von Feldwebel Steiner (James Coburn) eine russische Ortschaft ein. Alle Einwohner werden getötet, bis auf einen kleinen Jungen, der als Gefangener genommen wird. Der aus Frankreich zur Truppe gestoßene Hauptmann Stransky (Maximilian Schell), ein preußischer Aristokrat, ist übermotiviert und möchte sich wie Steiner das Eiserne Kreuz verdienen. Ab jetzt kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen dem humaneren Steiner und dem eiskalten Stransky, der den Jungen am liebsten gleich erschossen hätte. Steiner rettet ihm das Leben, er wird jedoch bei einem russischen Angriff versehentlich von den eigenen Leuten erschossen. Bei diesem Kampf wird Steiner verwundet und kommt ins Lazarett. Hier lernt er eine Krankenschwester (Senta Berger) kennen, mit er später zusammenleben möchte. Stransky hat sich durch Erpressungen einige Soldaten gefügig gemacht und handelt auf Befehl von Oberst Brandt (James Mason), der noch immer an einen Sieg glaubt. Steiner ist inzwischen wieder bei seinem Trupp, der nach einem russischen Angriff nicht rechtzeitig den Rückzug antreten kann. Im Feindesland stoßen sie auf einen russischen Posten mit Soldatinnen. Per Funk geben sie durch, dass sie in russischen Uniformen verkleidet zurückkommen. Dennoch erteilt Stransky den Befehl, auf sie zu schießen. Steiner überlebt und schlägt sich zu Stransky durch. Zu dem erwarteten Showdown kommt es nicht, Steiner will nicht, Stransky kann wegen Ladehemmung nicht schießen.
Die ganze Sinnlosigkeit des ohnehin schon verlorenen Krieges zeigt diese englisch-deutsche Koproduktion des Western-Spezialisten Peckinpah. Wie in „The Wild Bunch“ setzt er in den Kampfszenen Zeitlupen ein. So wird das Grauen noch deutlicher, wenn Granaten die menschlichen Körper zerfetzen. Neben der Kameradschaft und den Streitigkeiten unter den Wehrmachtssoldaten wird besonders der hasserfüllte Privatkrieg zwischen Steiner und Stransky herausgestellt. Die Besetzung ist erstklassig, für die verrohten Soldaten sind die bekanntesten deutschen Filmbösewichte der damaligen Zeit aufgeboten: Klaus Löwitsch, Burkhard Driest, Arthur Brauss, Vadim Glowna und Dieter Schidor, während Roger Fritz und David Warner eher passive Charaktere in der Opferrolle zukommen. Im Vor– und Abspann des Films sind das Kinderlied „Hänschen klein“ und Marschmusik zu hören, während historische Fotos und Wochenschauausschnitte gezeigt werden, am Ende auch von späteren Kriegen in Südostasien oder Afrika. Auf den ewigen Kriegstrieb des Menschen weist eine Schrifttafel mit einem Zitat aus dem Epilog des Dramas „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ von Berthold Brecht hin.
Das reichhaltige Bonusmaterial zeigt, dass auch während der Produktion des Films oft Kriegszustand herrschte, besonders zwischen dem Amerikaner Peckinpah und dem auf Sexfilme spezialisierten deutschen Produzenten Wolf C. Hartwig. Die Dokumentation „Leidenschaft und Poesie – Sam Peckinpahs Krieg“ zeigt, wie die viermonatigen Dreharbeiten in Jugoslawien von der gesamten Crew das Äußerste forderten. Peckinpah fiel immer wieder durch starken Alkoholkonsum auf. Vadim Glowna erzählt von seinem Briefwechsel mit dem Regisseur, von dem er die amerikanische Arbeitsweise am Set gelernt hat. Während der Dreharbeiten aufgenommene Interviews gibt es mit Sam Peckinpah, James Coburn, James Mason, Maximilian Schell, Senta Berger und David Warner. Szenenvergleiche zeigen die Arbeit der Restauratoren, Trailer und TV-Werbespots aus Deutschland und den USA lassen kaum noch Wünsche offen.
von Johannes Kösegi
TweetShopping




![Steiner - Das Eiserne Kreuz (Special Edition) [Blu-ray]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/51EO4tP4klL._SL500_.jpg)
![Steiner - Das Eiserne Kreuz 1+2 (Digipak) [2 DVDs]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/510-fanYmJL._SL500_.jpg)

![Das Lager - Wir gingen durch die Hölle [Blu-ray]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/51qQe41ebML._SL500_.jpg)
![John Malkovich - Die Box - Boxset mit 2 John Malkovich Hits (Das Lager, Ein Engel im Winter) [2 Blu-rays]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/61Sva89PYEL._SL500_.jpg)
![Steiner - Das Eiserne Kreuz 1 [VHS]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/71JYR39HPGL._SL500_.gif)
Eure Meinungen & Kommentare
Wertung
Leser-Wertung
Infos
Links
Und Dein Link?
Verlinke diese Seite in Deinem Steiner — Das Eiserne Kreuz Beitrag und wir verlinken Deinen Beitrag hier.
Soundtrack
Schauspieler
S
als S/
als /












Wie findest Du den Film "Steiner — Das Eiserne Kreuz"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!