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Steiner — Das Eiserne Kreuz 1+2 Kritik & Meinung

Seit „Im Wes­ten nichts Neues“ gab es lange kei­nen so rea­lis­ti­schen Kriegs­film wie „Stei­ner – Das Eiserne Kreuz“ von Sam Peckin­pah aus dem Jahre 1977. Kino­welt bringt diese deutsch-englische Groß­pro­duk­tion in einem DVD-Doppelpack zusam­men mit ihrer Fort­set­zung her­aus. Der erste Teil erstrahlt nach einer Restau­rie­rung in über­ra­gen­der Bild– und Tonqualität.

Als Zuschauer fühlt man sich bei den Kampf­sze­nen selbst in den Schüt­zen­grä­ben und hört die Gra­na­ten, Maschi­nen­ge­wehr­sal­ven und Flug­zeugan­griffe von allen Seiten.

Nach der ver­lo­re­nen Schlacht von Sta­lin­grad 1943 nimmt der Trupp von Feld­we­bel Stei­ner (James Coburn) eine rus­si­sche Ort­schaft ein. Der über­mo­ti­vierte Haupt­mann Stransky (Maxi­mi­lian Schell) hätte den ein­zi­gen über­le­ben­den Jun­gen am liebs­ten erschos­sen, doch Stei­ner ret­tet ihm das Leben. Immer wie­der kommt es zu Kon­flik­ten zwi­schen dem huma­nen Stei­ner und dem eis­kal­ten Stransky. Nach einer Ver­wun­dung lernt Stei­ner im Laza­rett eine Kran­ken­schwes­ter (Senta Ber­ger) ken­nen, mit er spä­ter zusam­men­le­ben möchte. Stransky hat sich durch Erpres­sun­gen einige Sol­da­ten gefü­gig gemacht und han­delt auf Befehl von Oberst Brandt (James Mason), der noch immer an einen Sieg glaubt. Wie­der zurück bei sei­nem Trupp stößt Stei­ner auf einen rus­si­schen Pos­ten mit Sol­da­tin­nen. Per Funk geben sie durch, dass sie in rus­si­schen Uni­for­men ver­klei­det zurück­kom­men. Den­noch erteilt Stransky den Befehl, auf sie zu schie­ßen. Stei­ner über­lebt und schlägt sich zu Stransky durch. Zu dem erwar­te­ten Show­down kommt es nicht. Stei­ner will nicht, Stransky kann wegen Lade­hem­mung nicht schie­ßen. Mit Action und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen zeigt Peckin­pah die ganze Sinn­lo­sig­keit des schon ver­lo­re­nen Krie­ges. Wie in „The Wild Bunch“ setzt er in den Kampf­sze­nen Zeit­lu­pen ein. So wird das Grauen noch deut­li­cher, wenn Gra­na­ten die mensch­li­chen Kör­per zer­fet­zen. Bekannte Film­bö­se­wichte wie Klaus Löwitsch, Burk­hard Driest, Arthur Brauss, oder Vadim Glowna spie­len glaub­wür­dig die ver­roh­ten Sol­da­ten. Die Neu­auf­lage des Klas­si­kers bie­tet inter­es­san­tes Bonus­ma­te­rial. Die Doku­men­ta­tion „Lei­den­schaft und Poe­sie – Sam Peckin­pahs Krieg“ zeigt die schwie­ri­gen Dreh­ar­bei­ten in Jugo­sla­wien. Außer­dem gibt es Inter­views mit dem Regis­seur und den Haupt­dar­stel­lern. Sze­nen­ver­glei­che zei­gen die Arbeit der Restau­ra­to­ren, Trai­ler und TV-Werbespots aus Deutsch­land und den USA las­sen keine Wün­sche mehr offen.

Der Action-Routinier And­rew V. McLag­len drehte ein Jahr spä­ter in Ber­lin und Öster­reich die Fort­set­zung „Stei­ner – Das Eiserne Kreuz 2. Teil“ mit Richard Bur­ton als Stei­ner und Hel­mut Griem als Stransky. Trotz Star­be­set­zung mit Robert Mitchum, Rod Stei­ger und Curd Jür­gens kann er die dra­ma­tur­gi­sche Qua­li­tät des ers­ten Teils nicht errei­chen. Im Mai 1944 wird die deut­sche Ost­front von der Roten Armee immer wei­ter zurück­ge­drängt. Stei­ner und seine Truppe wer­den nach Frank­reich ver­legt. Die Lan­dung der Alli­ier­ten am 6. Juni in der Nor­man­die bedeu­tet den Anfang vom Ende des Drit­ten Rei­ches. Der Wehr­macht bleibt nur der Rück­zug, doch einige wol­len dies nicht wahr­ha­ben. Der Film unter­schei­det klar zwi­schen den Guten wie Stei­ner und Gene­ral Hoff­mann (Curd Jür­gens), die den Krieg schnellst­mög­lich been­den und Hit­ler töten wol­len und den Bösen wie Stransky oder Haupt­mann Ber­ger (Horst Jan­son), die noch immer an den End­sieg glau­ben und alle „Ver­schwö­rer“ gleich erschie­ßen las­sen. Auch bei den Ame­ri­ka­nern gibt es geteilte Mei­nun­gen, wie man den Feind behan­deln soll. Einige iro­ni­sche Dia­loge etwa zwi­schen Colo­nel Rod­gers (Robert Mitchum) und dem etwas ein­fäl­ti­gen Ser­geant Ander­son (Michael Parks) lockern die Hand­lung etwas auf. Die bei­den beson­nen Sol­da­ten Stei­ner und Rogers wol­len ein Waf­fen­still­stands­ab­kom­men, doch dazu kommt es durch einige Unbe­lehr­bare nicht. Erst nach viel unnö­ti­gem Blut­ver­gie­ßen auf bei­den Sei­ten kom­men sie sich näher und bedau­ern, dass sie sich nicht frü­her ken­nen­ge­lernt haben.

Kein Auf­wand wurde bei dem 14 Mil­lio­nen DM teu­ren Film gescheut, um das Gesche­hen so rea­lis­tisch wie mög­lich wir­ken zu las­sen. In Ber­lin wur­den Außen­auf­nah­men mit Hun­der­ten von Kom­par­sen in Uni­for­men des Zwei­ten Welt­kriegs gedreht, im ehe­ma­li­gen Luxus­ho­tel Espla­nade am Pots­da­mer Platz ent­stan­den Innen­auf­nah­men für das Haupt­quar­tier Gene­ral Hoff­manns. In einem ehe­ma­li­gen Schlacht­hof in Wien ver­wirk­lich­ten Hollywood-Experten rea­lis­ti­sche Spren­gun­gen. Die gro­ßen Pan­zer­schlach­ten wur­den bei Wels mit vie­len Sta­tis­ten des öster­rei­chi­schen Bun­des­hee­res nach­ge­stellt. Die Spren­gung des rus­si­schen Pan­zers wurde im Tun­nel am Gerichts­berg bei Hain­feld gedreht. Begüns­tigt durch das gute Wet­ter konn­ten die geplan­ten 52 Dreh­tage genau ein­ge­hal­ten werden.

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