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THE COMPANY MEN Kritik & Meinung

Die Welt­wirt­schafts­krise hat Ende 2008 alle Natio­nen hart getrof­fen. So wurde auch die Wirt­schafts­lage Ame­ri­kas stark in Mit­lei­den­schaft gezo­gen und alle Bemü­hun­gen Oba­mas schei­nen nur lang­sam zu wir­ken. Die Arbeits­lo­sig­keit ist sehr hoch und eine Bes­se­rung nicht abzu­se­hen. In die­sem Umfeld spielt das Kino-Regiedebüt von Johan Wells, der in sei­nem Drama den Abstieg eini­ger Bes­ser­ver­die­ner durch die Finanz­krise und ihren Kampf um ihren gesell­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Stand behandelt.

Story / Inhalt

Bobby Wal­ker (Ben Aff­leck) lebt den sprich­wört­li­chen ame­ri­ka­ni­schen Traum: guter Job, lie­be­volle Frau, zwei sym­pa­thi­sche Kids, ein schö­nes gro­ßes Haus, zwei Autos in der Garage – aber dann plötz­lich das Undenk­bare: Spar­maß­nah­men in der Firma, Ent­las­sung von einem Tag auf den ande­ren. Genauso ergeht es sei­nen älte­ren Kol­le­gen Phil Wood­ward (Chris Cooper) und Gene McClary (Tommy Lee Jones).

Zuerst wol­len sie es nicht wirk­lich wahr­ha­ben, aber dann müs­sen sie schmerz­haft ler­nen, mit Nie­der­la­gen umzu­ge­hen, sich selbst und ande­ren auch Schwä­che und Unsi­cher­heit ein­zu­ge­ste­hen, und letzt­lich ihr Leben als Män­ner, Ehe­gat­ten und Väter neu zu orga­ni­sie­ren. Es fehlt nicht an gut­ge­mein­ten Rat­schlä­gen von allen Sei­ten, und natür­lich bewirbt sich Bobby immer wie­der auf pas­send erschei­nende Stel­len­an­ge­bote. Aber weil das Geld immer knap­per wird, muss Bobby schließ­lich bei sei­nem Schwa­ger (Kevin Cost­ner) als Hilfs­ar­bei­ter auf dem Bau mit­ar­bei­ten, auch wenn es ihm schwer­fällt und ihm seine Management-Erfahrungen dort so gar nichts nüt­zen. Und ganz all­mäh­lich schei­nen er und seine Kol­le­gen zu begrei­fen, dass es viel­leicht noch wich­ti­gere Dinge im Leben gibt, als die Jagd nach dem immer noch grö­ße­ren Deal.

Mei­nung zum Film

Nor­ma­ler­weise tun einem Schwer­ver­die­ner, die durch die Krise ihren Por­sche ver­lo­ren haben und mit 60TEUR nur noch die Hälfte im Jahr ver­die­nen, nicht wirk­lich leid. Doch Wells schafft es, dem Zuschauer den­noch das Wohl­be­fin­den des Manage­ments in „The Com­pany Men” ans Herz zu legen und die andere Seite der Medaille zu zei­gen. Denn auch hin­ter dem Manage­ment ste­hen nur Per­so­nen, wel­che ihre Fami­lien ernäh­ren und ihnen ein mög­lichst gutes Leben ermög­li­chen wol­len. Mit dem Film gelingt Wells die Grad­wan­de­rung zwi­schen der schein­bar so kor­rup­ten Welt und den inne­ren Kon­flik­ten über Recht und Unrecht.

Unter­stützt wird er dabei von Ben Aff­leck, der seine Rolle als zurück­hal­ten­den Fami­li­en­va­ter erst­klas­sig und sehr glaub­wür­dig spielt, wie man es von ihm auch gewöhnt ist. Pas­send zur Zurück­hal­tung insze­niert Wells den Film eher sach­lich und ohne Effekt­ha­sche­rei. Er ver­lässt sich voll­kom­men auf das Talent sei­ner Schau­spie­ler und die Dra­ma­tur­gie des Films kommt allein aus den emo­tio­na­len Sze­nen wie bspw. die Gesprä­che zwi­schen Aff­leck und sei­ner Fil­me­he­frau Rosemarie.

Doch Aff­leck ist nicht der ein­zige Höhe­punkt des Films, denn unter­stützt wird er von einem gran­dio­sen Kevin Cost­ner, der eine bril­lante Cha­rak­ter­dar­stel­lung ablie­fert. Seine Figur hegt eine ver­ständ­li­che Arro­ganz gegen Aff­lecks Figur, hat aber genug Fami­li­en­sinn, um ihm doch zu hel­fen. Cost­ner schafft es, die­sen Zwie­spalt oscar­reif dar­zu­stel­len. Auch alle ande­ren Prot­ago­nis­ten lie­fern eine sehr gute Leis­tung ab. Bis auf Chris Cooper, des­sen Rolle irgend­wie gar nicht pas­sen mag und viel­leicht lie­ber hätte weg­ge­las­sen wer­den sol­len. Cooper läuft durch den Film wie ein Huhn, dem man den Kopf abge­ris­sen hat und ver­nich­tet damit irgend­wie das Gesamt­bild des Films.

Fazit

Kino­de­bü­tant John Wells lie­fert mit „The Com­pany Men” ein fein tem­pe­rier­tes Drama mit erst­klas­si­gen Schauspielern.

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