The Informers Kritik & Meinung
Es verwundert nicht, das „The Informers” eine Art Fortsetzung von „American Psycho” ist, da die Story auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Bret Easton Ellis basiert. Dieser hatte auch schon die Grundlage für „American Psycho” geschaffen.
Story / Inhalt
Sex. Musik. Jugend. Leere. Los Angeles im Jahre 1983. Reagan ist Präsident und Konsum ist King.
In seinen Werken “Unter Null” und “American Psycho” nimmt Bret Easton Ellis gnadenlos die amerikanische Gesellschaft unter die Lupe, einer Kultur, in der nichts jemals genug ist…
Mit “The Informers” adaptiert er nun seinen eigenen Roman für die Leinwand und kehrt in das hedonistische Los Angeles der 1980er Jahre zurück, in dem alles möglich ist, wenn man nur genug Geld und Macht hat und keine Skrupel kennt. Gekonnt balanciert der Film zwischen den verschiedenen Figuren und findet doch immer wieder Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten – vom desillusionierten Hollywoodagenten (Billy Bob Thornton), der sich in eine Affäre mit einer alternden Nachrichtensprecherin (Winona Ryder) flüchtet und seine verbitterte Frau (Kim Basinger) weiter von sich wegstößt über seinen nach einem Sinn suchenden Sohn Graham (Jon Foster), der mit seiner Freundin Christie eigentlich nur eine normale Beziehung führen will – ohne Party, Drogen und Partnerwechsel – bis zu Gangster Peter (Mickey Rourke), der gegen Geld kleine Kinder entführt und nicht weiter hinterfragt, was mit ihnen geschieht.
Sie alle kämpfen sich durch den Lärm und die Betonhölle der amerikanischen Großstadt und alle suchen sie verzweifelt nach Halt in einem Leben, das monströs ist und die Schwachen ausspuckt…
Meinung zum Film
Mit „The Informers” schuf Regisseur Gregor Jordan ein schmerzendes Drama über eine Upperclass der 80er Jahre, in der Zufriedenheit eine Farce und Vertrauen eine Verfehlung ist.
„Ich brauche jemanden, der mir sagt, was Gut und Böse bedeutet. Wenn niemand dir sagt, was Gut und Böse sind, woher sollst du es dann wissen?” Dieser Satz von Graham zu seinem Freund Martin beschreibt am besten worum es eigentlich in diesem Film geht. Bret Easton Ellis beschreibt das Leben einer Gesellschafft, die von ihren Eltern, die als Vorbilder versagt haben, nie gelernt haben, was gut und was böse ist oder dass man nicht alles im Leben haben kann. So wundert es auch nicht, dass alle jungen Akteure ihr Leben und dass der anderen nicht annähernd zu schätzen wissen. Drogenkonsum, Verführung Minderjähriger und Massenorgien gehören zu ihrem Alltag und scheinen für sie so normal zu sein, wie führ andere ihre tägliche Schale Müsli zum Frühstück. Sie machen sich keinerlei Gedanken über die Auswirkungen, die diese Lebensweise haben könnte. Regisseur Gregor schafft es, diese Kritik am Massenkonsum der Gesellschaft in erstklassigen und dem Anlass entsprechend sehr kühl gehaltenen Bildern darzustellen.
Dass der Zuschauer dennoch eine emotionale Bindung zu den Figuren aufbauen kann, ist dem Charakter von Jon Foster zu verdanken, denn er ist der einzige, der ein solches Leben satt hat und sich nach festen Strukturen sehnt. Foster spielt diese Rolle glänzend und ohne jegliche Beanstandungen.
Christie wird überraschend freizügig von Amber Heard verkörpert. Auch wenn sie anfangs mehr durch ihren Körper auffällt, schafft es Heard am Ende noch, das bedrückende Schicksal ihres Charakters sehr passabel darzustellen.
Austin Nichols wirkt in seiner Gigolorolle sehr blass und schafft es in keiner Minute wirklich zu überzeugen. Da können selbst Winona Ryder und Mickey Rourke in ihren kurzen Gastauftitten mehr Punkte fürs Schauspiel herausholen, als er im ganzen Film.
Fazit
Die Jagd nach Zerstreuung hat begonnen. So kann man am besten „The Informers” beschreiben. Regisseur Gregor Jordan schuf ein durchaus sehenswertes Drama über die Selbstzerstörung der verzogenen High Society Jugend.
von Steffen Müller
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Soundtrack
Schauspieler
Billy Bob Thornton
Kim Basinger
Mickey Rourke
Winona Ryder
Jon Foster
Amber Heard
Rhys Ifans
Chris Isaak
Austin Nichols
Lou Taylor Pucci
Brad Renfro













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