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The Rite – Das Ritual Kritik & Meinung

Exorzismus, gewöhnlich als Teufelsaustreibung bezeichnet, bedeutet allgemein die Beschwörung von Dämonen und Geistern mit Worten und Gesten, um sie herzbeizuholen, aber auch um sie fern zu halten oder aus von ihnen besessenen Menschen auszutreiben. Viele Stammesreligionen kennen diese Praxis, aber auch die römische Kirche pflegt sie in letzter Zeit wieder verstärkt. Papst Johannes Paul II. hat noch zwei Monate vor seinem Tod eine Anordnung erlassen, in der jeder Bischof auf der ganzen Welt beauftragt wurde, einen Exorzisten auszuwählen und auszubilden.

Dafür wurde in Rom eigens eine Exorzismus-Schule gegründet. Sie ist mit modernster Computertechnik ausgestattet, was man bei dieser mittelalterlichen Praxis nicht erwarten würde. Vier Monate lang haben die Studenten täglich vier Stunden Unterricht, bis sie als „Legionäre Christi“ wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ausführlich lernen sie das Ritual in Theologie und Praxis kennen. Der Journalist Matt Baglio hat diese Schule beobachtet und in seinem Buch „The Making of a modern Exorcist“ beschrieben. Er war überrascht, dass die Studenten auch städtisch und gebildet waren und oft nicht so fundamentalistisch wie erwartet. Besonders hat er Pater Gary Thomas dabei beobachtet, der heutige mandatierte Exorzist für die Diözese San Jose in Kalifornien. Dem schwedischen Regisseur Mikael Håfström diente dieses Buch über reale Praktiken katholischer Priester als Vorlage für den fiktionalen Film „The Rite – Das Ritual“. Im Gegensatz zu früheren Exorzismus-Filmen, die meist einen Fall aus Sicht der Besessenen vorstellen, liegt der Blickwinkel hier mehr auf den Exorzisten und wie sie ihr Handwerk verstehen. Warner bringt diesen Horror-Thriller mit Extras auf Blu-ray Disc heraus.

Aufgewachsen in einem Bestattungsunternehmen gibt es für Michael Kovak (Colin O’Donoghue) aus Kalifornien nur zwei Berufswege, Leichenbestatter oder Priester. Er entscheidet sich für den Geistlichen, doch kurz vor dem Gelübde will er noch aussteigen. Vom Seminarleiter erpresst, dass er im Falle des Ausstieges seine gesamte Studienförderung wieder zurückzahlen muss, nimmt er an einer Exorzistenausbildung im Vatikan teil, obwohl er am Dämonenkult und überhaupt an seinem Glauben zweifelt. In die Praxis wird er von dem walisischen Pater Lucas (Anthony Hopkins) eingewiesen. Erst wenn der Psychiater nichts mehr bewirken kann, werden Exorzisten eingeschaltet. Sie sollen nicht die ganze Religion wissenschaftlich hinterfragen, aber immer skeptisch bleiben. Gemeinsam versuchen sie die Heilung eines schwangeren Mädchens, das von ihrem Vater vergewaltigt wurde. Der schwierige Fall scheint selbst für Lucas unlösbar. Michael ist von Beginn an skeptisch und hält das Mädchen nur für sehr krank. Als ihn die Meldung vom Tod seines Vaters erreicht, plagen ihn in der Nacht schreckliche Albträume und Halluzinationen, dargestellt in horrorfilmartigen Bildern mit Fröschen und Erinnerungen aus der Kindheit im Leichenschauhaus. Besonders dramatisch wird es, als Pater Lucas selbst von Dämonen besessen ist und Michael ihn retten muss. Unterstützung erhält er dabei von der Journalistin Angelina Vargas (Alice Braga), die am liebsten bei ihm geblieben wäre. Doch Michael kehrt in die Heimat zurück. Der wieder vom Satan befreite Lucas gibt ihm auf den Weg, mit all seiner Macht weiter für das Gute zu kämpfen. Inzwischen hat er seinen Glauben wieder gefunden und ist in der letzten Szene als Priester im Beichtstuhl zu sehen.

Neben den genretypischen düsteren Bildern mit Spannungs- und Schockmomenten überzeugen vor allem die Darsteller, allen voran Anthony Hopkins, der seit Hannibal Lecter keine so gruselige Rolle mehr hatte und allein durch seine Präsenz Angst machen kann. In den Extras wird Pater Gary Thomas vorgestellt, der bei der Rolle des Michael als Vorbild diente, außerdem die echte Exorzismus-Akademie im Vatikan.

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Strohy88
    @FuuckinghamPalace aber das 666 die teufelszahl drin das is bestimmt was gaanz mystisches^^ (sarkasmus fuer alle dies nich erkennen) die kirche is ein paradoxon in sich gefahr und "rettung" gleichzeitig

  • pray06
    Eher als "Gott"...

  • Pure Colors93
    @ARKAD1US Ehrlich gesagt hat mir dein Kommentar jetzt mehr Angst gemacht als der Trailer vorm Film xD

  • Blutmond666
    Die Musik am Schluss ist vom Bram Stoker's Dracula Soundtrack (1992)!

  • Rave Tonic
    ... also im vergleich zum original exorzisten von 1977 ist das schlecht.

  • David Gerlach
    der film ist einfach klasse und macht denke ich beinahe jeden muffensausen die bilder incl. die musik machen ales perfekt eindeutig einer der besten sowie auch krassesten filme die ich je sah°°

  • Ferrum Aristoteles
    Trailer haut mich nicht vom Hocker. Gucken = false

  • Ilumzarr
    Ohne Frage ein sehenswerter Film, dennoch "nach einer wahren Begebenheit"........ völliger bullshit!!! Fakt ist: es gibt weder Geister, Trolle, Gott, Dämonen, den verkackten Allah, Budda, Einhörner oder sonstige vormittelalterlichen Vorstellungen des "Übernatürlichen". Menschen, egal welcher ethnischer Herkunft, die an Gott, Allah etc. glauben, beneide ich um deren Ignoranz und bemitleide deren geistige Armut.

  • Somet Hing
    Genauso wie Kriege geführt und Gräuel verübt werden im namen der Demokratie, Freiheit und Sicherheit. Amerikas Patriotismus kann beinahe als fanatische Religion durchgehen und es funktioniert nach dem selben Prinzip. Der Mensch hatte schon immer die Eigenart anderen seine Meinung über die Dinge aufzwingen zu wollen, das ist keine rein religöses Problem. Mit den Verbrechen die der Mensch begeht hat Gott nichts zu tun, denn wir alle haben einen Freien Willen.

Wie findest Du den Film "The Rite – Das Ritual"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!

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