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THEO SOLNIK GEWINNT DEN PREIS FÜR JUNGE FILMKUNST FÜR SEINEN FILM ‚ANNA PAVLOVA LEBT IN BERLIN’ — DIE PRÄSIDENTEN DER DEUTSCHEN FILMAKADEMIE IRIS BERBEN UND BRUNO GANZ ÜBERREICHTEN DEN PREIS

heute Abend wurde von der Deut­schen Film­aka­de­mie und den Freun­den der Natio­nal­ga­le­rie im Ham­bur­ger Bahn­hof – Museum für Gegen­wart erst­mals der Preis für junge Film­kunst ver­lie­hen. Mode­riert wurde die Preis­ver­lei­hung von Filmakademie-Mitglied Jas­min Tabatabai.

Die Prä­si­den­ten der Deut­schen Film­aka­de­mie Iris Ber­ben und Bruno Ganz über­reich­ten den Preis an Theo Sol­nik für sei­nen Film ANNA PAVLOVA LEBT IN BERLIN.

Der Film ist ab sofort bis Januar 2012 in einem eigens ein­ge­rich­te­ten Pro­jek­ti­ons­raum im Ham­bur­ger Bahn­hof zu sehen.

Begrün­dung der Jury:

Mit dem 2011 erst­mals ver­ge­be­nen Preis für junge Film­kunst wird der Film „Anna Pavlova lebt in Ber­lin“ des bra­si­lia­ni­schen Fil­me­ma­chers Theo Sol­nik ausgezeichnet.

In sei­nem Film beschreibt Theo Sol­nik die Jugend– und Par­ty­kul­tur des Nachwende-Berlins, ohne kon­krete Ereig­nisse oder Ver­an­stal­tun­gen zu zei­gen. Im Zen­trum der fil­mi­schen Erzäh­lung steht viel­mehr die schil­lernde Figur „Anna Pavlova“, eine junge, vitale Frau aus Russ­land, die mit der Kamera bei ihrer per­ma­nen­ten Bewe­gung durch Stra­ßen, Plätze, Parks beglei­tet wird. In ihrer Rast­lo­sig­keit und ihrer ver­zwei­fel­ten Suche nach etwas Lebens­glück strahlt die Prot­ago­nis­tin eine Ver­lo­ren­heit aus, die einer­seits sehr authen­tisch wirkt, ande­rer­seits ganz offen­sicht­lich kon­stru­iert ist. Eine direkte Kon­takt­auf­nahme mit der Kamera, sogar Dia­loge mit dem Kame­ra­mann ent­lar­ven den schein­bar so doku­men­ta­ri­schen, ganz in schwarz-weiß ange­leg­ten Film als eine bewusste Insze­nie­rung. In mehr­fa­cher Weise ver­schrän­ken sich im Film die Wirk­lich­keits­ebe­nen bei gleich blei­ben­der Inten­si­tät der Bil­der. Diese auch hohe emo­tio­nale Qua­li­tät des Films liegt nicht zuletzt in einer, für einen jun­gen Fil­me­ma­cher beein­dru­ckend sou­ve­rä­nen Hand­ha­bung der tech­ni­schen Mit­tel. Die Kame­ra­füh­rung allein wech­selt vir­tuos zwi­schen jour­na­lis­ti­schem Por­trät und freier, poe­ti­scher Umschrei­bung. Als aus­ge­spro­chen künst­le­risch kann schließ­lich die ästhe­ti­sche Gesamt­struk­tur gel­ten: eine schier end­los mäan­dernde Erzäh­lung aus dich­ten, sich immer wie­der ähneln­den Großstadt-Episoden.

Nach­dem das Aus­wahl­gre­mium der Deut­schen Film­aka­de­mie 18 Filme für die Short­list 2011 aus­ge­wählt hatte, konnte die Arbeit von Theo Sol­nik die Preis-Jury – beste­hend aus dem Kura­tor Rein Wolfs (Kunst­halle Kas­sel), dem Kunst­his­to­ri­ker und Autor Mat­thias Müh­ling, der Kura­to­rin Chris­tiane Meyer-Stoll (Kunst­mu­seum Liech­ten­stein), Chus Mar­ti­nez, der Chef­ku­ra­to­rin des Muse­ums für zeit­ge­nös­si­sche Kunst in Bar­ce­lona, Gre­gor Jan­sen, dem Lei­ter der Kunst­halle Düs­sel­dorf sowie der Agen­tin Mecht­hild Hol­ter und dem Schau­spie­ler, Regis­seur und Akademie-Vorstand Burg­hart Klauß­ner – überzeugen.

Tech­ni­sche Daten

Deutsch­land, 2011, Doku­men­tar­film, 80‘, Schwarz­weiß, HD-CAM, 29.97fps, 16:9, Stereo

Spra­chen: Deutsch, Eng­lisch, Russisch

Syn­op­sis

Anna Pavlova, rus­si­sche Par­tyqueen, ver­kör­pert das bru­tale Glück und die Tra­gö­die der Ber­li­ner Par­ty­ge­ne­ra­tion unse­rer Zeit. Ver­lo­ren an der Grenze zwi­schen Wahn­sinn und sel­te­ner poe­ti­scher Klar­heit, wan­dernd durch die Stras­sen von Ber­lin zeigt sie uns eine Seite der Par­ty­welt, die wir sel­ten sehen. Ihre Exis­tenz ist ein ver­zwei­fel­ter Ver­such, in end­lo­sem Glück zu leben, um nicht die Welt zu sehen, die anfängt, wenn die Par­ty­mu­sik zu Ende ist.

Crew

Kamera, Buch und Regie: Theo Solnik

Pro­duk­ti­ons­lei­tung: Myriam Eichler

Mischung/Tonschnitt: Felix Fröhlich

Pro­duk­tion

Deut­sche Film– und Fern­seh­aka­de­mie Berlin

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Film unter:

http://www.facebook.com/pages/Anna-Pavlova-Lives-in-Berlin/228370330518805?sk=wall

Bio­gra­fie von Theo Solnik

Gebo­ren 1981 in Sao Paulo, fing Theo Sol­nik im Alter von 14 Jah­ren an, als Schau­spie­ler und Musi­ker im Thea­ter zu arbei­ten. Nach dem Phi­lo­so­phie– und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten­stu­dium an der Uni­ver­si­tät von Oslo, drehte er meh­rere Kurz­filme als Regis­seur und Kame­ra­mann, arbei­tete als freier Jour­na­list und Foto­graf und über­nahm 2004 die musi­ka­li­sche  Lei­tung des 25 Stun­den lan­gen Thea­te­re­pos Os Ser­tões bei der inter­na­tio­nal renom­mier­ten bra­si­lia­ni­schen Thea­ter­gruppe Teatro Ofi­cina. Seit 2006 stu­diert er Film­re­gie an der Deut­schen Film– und Fern­seh­aka­de­mie Berlin.

Nomi­nie­run­gen

Deut­scher Nach­wuchs­film­preis 2009 für Outrage/Rikkomus

Lobende Erwäh­nung der Jury für Outrage/Rikkomus beim Up&Coming Fes­ti­val Han­no­ver 2009

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