Trommeln am Mohawk Kritik & Meinung
Wenn ein Hollywood-Regisseur auf Western festgelegt wird, dann ist es John Ford. Von den 129 Filmen, die er zwischen 1917 und 1966 produzierte, handeln die meisten von Cowboys und Indianern. Aber er hat auch Kriegsfilme, Komödien, Sozialdramen, Familiengeschichten und Dokumentarfilme gedreht. Sein 1939 entstandener Film „Trommeln am Mohawk“ ist auf den ersten Blick auch ein Western, darüber hinaus aber auch Melodram, Abenteuerfilm und Heimatfilm. Fords erster Farbfilm nutzt das neue Medium mit vielen bunten Kostümen oder romantischen Sonnenuntergängen.
Andererseits erinnern eingeblendete Zwischentexte noch an die Stummfilmzeit. Eine neu restaurierte Fassung auf DVD zeigt endlich die unverfälschte Originalversion. Denn Fords Filme aus den 1930er und 40er Jahren liefen erst in den 50er Jahren in gekürzten Fassungen und mit schlechten Synchronisationen in den deutschen Kinos.
Im Jahr 1776 heiraten Gilbert Martin (Henry Fonda) und die wohlerzogene Lana (Claudette Colbert). Sie ziehen im Staat New York ins Mohawk-Tal, um dort ein neues Leben zu beginnen. Die Gegend ist gefährlich, jederzeit muss mit Indianerüberfällen gerechnet werden. Eines Tages erreicht das junge Paar die Nachricht, dass der Unabhängigkeitskrieg zwischen dem britischen Königreich und den amerikanischen Kolonien ausgebrochen ist. Gilbert wird eingezogen, um gegen die Engländer, die sich mit Indianern verbündet haben, zu kämpfen. Die schwangere Lana ist jetzt auf sich allein gestellt. Bei einem britischen Angriff wird ihre Farm niedergebrannt und sie erleidet eine Fehlgeburt. Als Gilbert wieder zurückkommt, arbeiten beide als Landarbeiter bei der eigenwilligen Witwe Mrs. McKlennar (Edna May Oliver). Nach einer Zeit des Friedens drohen den Siedlern neue Probleme. Indianer planen einen Angriff, der zwar zurückgeschlagen werden kann, jedoch wird Gilbert verwundet auf die Farm zurückgebracht. Bei einem weiteren Indianerangriff kommt Mrs. McKlennar ums Leben. Der wieder genesene Gilbert gelangt alleine, von Indianern und Briten verfolgt, in ein amerikanisches Fort, um Munition und Verstärkung zu holen. Gemeinsam gelingt es ihnen, das Fort zu retten, das ihnen Mrs. McKlennar vermacht hat, und sie können ein neues Leben beginnen.
Wieder einmal ist John Ford ein glänzender amerikanischer Heimatfilm mit herrlichen Landschaftsaufnahmen und Kamerafahrten gelungen. Dabei überwiegen eher die ruhigen Szenen gegenüber dramatischem Kampfgetümmel. Wie so oft in Filmen aus dem Wilden Westen werden die Indianer mit einer Ausnahme, Gilberts Freund, der anfangs Lana einen großen Schrecken einjagt, pauschal als böse dargestellt. Dass schließlich nach dem Sieg über die Engländer auch der Nationalstolz nicht zu kurz kommt, ist in diesem Unabhängigkeitskriegsdrama verständlich. Über zwei Millionen Einwohner in den 13 britischen Kolonien konnten sich vom britischen Mutterland lösen, das einen Teil der Kriegsschulden des englisch-französischen Krieges mithilfe neuer Steuern und Handelsgesetze in den Kolonien eintreiben wollte. Der Patriotismus wirkt jedoch nicht übertrieben und sentimental, sondern ist eher zwischen den Bildern und Dialogen zu vernehmen.
von Johannes Kösegi
TweetShopping
Eure Meinungen & Kommentare
Wertung
Leser-Wertung
Infos
Links
Und Dein Link?
Verlinke diese Seite in Deinem Trommeln am Mohawk Beitrag und wir verlinken Deinen Beitrag hier.
Soundtrack
Schauspieler
Claudette Colbert
als Lana (Magdelana)Henry Fonda
als Gilbert MartinEdna May Oliver
als Mrs. McKlennar












![John Ford Collection [3 DVDs]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/51gbmv4oGSL._SL500_.jpg)
Wie findest Du den Film "Trommeln am Mohawk"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!