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Von Menschen und Göttern Kritik & Meinung

Ein Jeder hat sich schon ein­mal die Frage gestellt, wie er sich im Ange­sicht einer lebens­be­dro­hen­den Gefahr ver­hal­ten würde: beweist man Mut und stellt sich der Bedro­hung oder rennt man weg und ver­liert wohl­mög­lich dabei den Respekt vor sich selbst. Von Xavier Beau­voir (Eine fatale Ent­schei­dung, 2006) kommt nun mit „Von Men­schen und Göt­tern“ eine Geschichte in die Kinos, die sich mit genau die­ser Frage beschäf­tigt und dabei viel Raum zur Dis­kus­sion bietet.

Story / Inhalt

In einem Klos­ter in den Ber­gen des Atlas­ge­bir­ges von Alge­rien leben neun Trap­pis­ten­mön­che ein fried­li­ches und aske­ti­sches Leben. Sie haben die karge Land­schaft um sich herum in blü­hende Gär­ten ver­wan­delt und sind den mus­li­mi­schen Bewoh­nern des nahe­lie­gen­den Dor­fes eine große Hilfe bei Pro­ble­men jed­we­der Art. Indem sie sie nicht mis­so­nie­ren, son­dern ihnen als Men­schen und nicht als Mön­che ent­ge­gen­tre­ten, haben sie sich einen Platz unter ihnen ver­dient.
Doch das Klima ändert sich — der poli­ti­sche Islam hält Ein­zug in Alge­rien. Wäh­rend Regie­rungs­trup­pen und Ter­ro­ris­ten um die Macht im Lande kämp­fen, gera­ten auch die Mön­che in das Visier bei­der Par­teien. Ihr chris­li­cher Glaube wie auch ihre fran­zö­si­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit bringt sie in Todes­ge­fahr. Eines Tages erfah­ren sie von der Ermor­dung eini­ger kroa­ti­scher Arbei­ter in der Nähe des Dor­fes durch die Hand der isla­mis­ti­schen Fana­ti­ker. Nun müs­sen sie sich ent­schei­den, ob sie das Land ver­las­sen um sich aus der Gefah­ren­zone zu ent­fer­nen, oder ob sie blei­ben um wei­ter­hin für die Men­schen im Dorf sor­gen zu kön­nen — eine Ent­schei­dung, bei der es um Leben oder Tod geht.

Mei­nung zum Film

Von Men­schen und Göt­tern“ ist nicht nur ein Film über neun mutige Mön­che, die ihr Leben ris­kier­ten um ihre Auf­gabe, den Men­schen zu hel­fen, nach zu kom­men. Es ist ein Film über das fried­li­che Zusam­men­le­ben zwi­schen den Reli­gio­nen, dar­über schwie­rige Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und vor allem ist es ein Film über Mut und Respekt vor dem Leben und dem Glau­ben des Ande­ren. Dabei wer­den die neun Mön­che nicht als feh­ler­lose Hel­den oder gar Mär­tyer dar­ge­stellt son­dern als ein­fa­che reale Men­schen, die sich erst dazu durch­rin­gen müs­sen, eine Ent­schei­dung zu tref­fen, die nicht weni­ger von ihnen for­dert als ihr Leben.

Xavier Beau­voir stellt die wahre Geschichte der letz­ten Monate im Leben der Trap­pis­ten­mön­che mit Hilfe unglaub­li­cher Bil­der dar, die mehr trans­por­tie­ren als die spo­ra­di­schen Dia­loge. Diese sind jedoch, auch wenn sie spär­lich sind, immer rich­tig pla­ziert und haben stehts eine ent­schei­dende Auf­gabe im Hin­blick auf die Hand­lung. Wich­ti­ger sind jedoch ein­deu­tig die stil­len Bil­der. Der Mönch, der im Gar­ten arbei­tet und sich wäh­rend einer klei­nen Ver­schnauf­pause die herr­li­che Berg­land­schaft ansieht, gera­dezu in ihr ver­sinkt, spricht mehr für eine Ver­bun­den­heit mit der Natur, als alle Mono­loge, die er zu die­sem Thema hätte hal­ten können.

Lange, stille Kame­ra­fahr­ten ermög­li­chen dem Zuschauer einen direk­ten Blick in die Welt der Mön­che, ihre Lebens­weise, ihre Arbeit, ihre Gebete und vor allem (dank der Stim­men aus dem Off) in ihre Köpfe, wäh­rend sie sich mit der Frage beschäf­ti­gen, was sie im Ange­sicht der dro­hen­den Gefahr emp­fin­den. Der Zuschauer wird mit den Bil­dern der­art kon­fron­tiert, dass er zeit­wei­lig die Leind­wand ver­gisst und sich mit­ten im Gesche­hen ver­mu­tet. Dies ist auch ein Ver­dienst der her­vor­ra­gen­den Schau­spie­ler, allen voran Lam­bert Wil­son, der den Abt Chris­tian ver­kör­pert und Michael Lons­dale, als Medi­zi­ner und Mönch Luc. Es ist schon eine hohe Kunst, Gefühle so glaub­wür­dig und fast nur mit­hilfe der Mimik dar­zu­stel­len, wie es diese Schau­spie­ler beherrschen.

Die Musik nimmt wäh­rend des Films eine beson­dere Rolle ein: sie trägt die Gefühle der betei­lig­ten Per­so­nen mit und ersetzt teil­weise deren Dia­loge. Der Gesang hat auch andere Funk­tio­nen: zum einen macht er den Mön­chen Mut in beson­ders schwie­ri­gen Situa­tio­nen, zum ande­ren ist er auch ein Hilfs­mit­tel für den Zuschauer, der dadurch die Mög­lich­keit bekommt, einen Blick auf das Innen­le­ben der Mön­che zu erlangen.

Mit „Von Men­schen und Göt­tern“ ist Beau­voir ein Meis­ter­werk der Tole­ranz, Würde und vor allem dem Gegen­sei­ti­gen Respekt vor dem Glau­ben des Ande­ren gelun­gen, das ohne blu­tige Scho­ck­mo­mente und ohne CGI aus­kommt. Seine Bil­der impo­nie­ren durch einem ein­prä­gen­dem Rea­lis­mus, wie man es eigent­lich eher von Doku­men­ta­tio­nen gewöhnt ist.

Fazit

Fan­tas­ti­sche Dar­stel­ler, gran­diose Bil­der, auf­wüh­lende Musik und ein ein­fühl­sa­mer Regis­seur zei­gen der Welt, wie wirk­lich gute Filme gemacht wer­den. Abso­lut sehenswert!

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Eure Meinungen & Kommentare

  • Ms Minara
    So viel zum Thema "Kulturbanause" -.- Da wär ich jetzt nicht drauf gekommen *schäm* Danke dir, auch für den Link ^^ (find's Lied auch toll, geht einem richtig tief rein *schwärm*)

  • Ms Minara
    Du hast mich falsch verstanden: weiß, dass du mit "sehr gut" King's Speech meintest ;) Ja, meinen Geschmack trifft der hier auch gar nicht - mit "klasse Film" bezog ich mich auf "Irreversible", aber DER ist auch wirklich Geschmackssache - aber französische Filme sind ja eh immer ein bisschen eigen *lol*

  • D E R B E L A S H
    Er gefällt mir ebenfalls nicht, ich habe mit dem ganzen Thema nichts am Hut. Ich denke er ist ziemlich gut, nur trifft es nicht meinen Geschmack. Das "sehr guter Film" war auf The King's Speech bezogen ;) Und danke für den Liednamen, mal schauen was ich damit anfangen kann ;)

  • Ms Minara
    Ich kenne es aus einem älteren Film (ebenso französisch wie dieser hier, daher gehe ich mal davon aus, dass es das Lied auch ist): Irreversible. Seitdem muss ich immer daran denken, wenn ich das Lied höre und mein Herz fängt schnell an zu schlagen - klasse Film, aber auch sehr verstörend! King's Speech würde mich auch mal sehr interessieren :D - allerdings hierder ist mir etwas zu "pseudo-und-scheinheiligen"-religiös *augen roll*

  • D E R B E L A S H
    Ich hab doch gewusst ich kenn das Lied irgendwoher. Kings Speech. Sehr gutes Lied und sehr guter Film :)

  • garrus210
    auch wenn die bibel 32 mal verändert wurde macht sie den koran auch nicht warer... religionen sind schon scheiße ;)

  • coolioandtupac
    weil es eine gute tat wäre ganz einfach. Sofern man weis wo es genau ankommt und Menschen Brot zu essen haben. Jeder ist ein Kind Gottes und wir sollten endlich wieder zueinander finden.

  • Ima C S Gamer
    wenn ich dich verstehe sagst du lebt nicht für andere aber lebt selber. "Lebt mal wiederund lebt nicht für andere" wieso spendest du dann?

  • Ima C S Gamer
    hehe

  • Jogi129
    So wie du Mission beschrieben hast passt das leider nur auf die evangelikalen und Pfingstkirchen. Man merkt, dass du keine Ahnung hast, weil du die kK im mainstream mal wieder als Sündenbock missbrauchst, was nicht heißt, dass ich ihr nicht kritisch gegenüberstehe. Aber ließ dir doch einfach mal das "nostra Aetate" durch. Da ist das Verhältnis der kK zu anderen Religionen durch das 2 VK festgelegt. Dann weißt du wozu sie fähig ist und andere Kirchen nicht.

  • heavyeddie77
    Lüge der ganze Film.... Im westen wird die Sachlage dargestellt als wären es arme unschuldige Gläubige. Und die anderen Sagen sie haben arme Kinder mit Geld und Schokolade ihren Glauben angezwungen indem sie die Armut der Menschen ausgenutzt und zu ihrem Vortei genutzt haben. Was ist wahr? Wir leben in christlichen Westen, heisst es das wir es deshalb glauben müssen? Oder haben die anderen doch recht? Man weiss ja zu was alles der Vatikan im stande ist.

  • Flominator1000
    zwischen auszuüben und andere muss ein komma :-) sonst ergibt der satz keinen sinn ...

  • Flominator1000
    es geht hier nicht um die islamisten..... es geht um das prinzip, das viele philosophen und religiöse menschen jeder glaubensrichtung auszuüben andere ermutigen wollen.... nämlich dass wie an unseren grundsätzen festhalten und nicht in notlagen von diesen grundsätzen, die wir uns vorher gut überlegt haben, abweichen "nur" um unser leben zu retten.... was jeder einzelne dazu meint ist die sache des einzelnen.

  • coolioandtupac
    Es bleibt zum schluss nur ein Film denn der jenige der ihn entwickelt hat,geht seinen werten nach und man muss diesen ja nicht folgen.. Disskurtiert lieber über dinge die wichtiger im Leben sind.. wie wäre es denn mal wenn ihr spenden würdet?? das wäre doch mal wirklich eine gute Tat anstatt sich wegen solchen belanglosen Filmen aufzuregen.. Lebt mal wiederund lebt nicht für andere.. !!!!! In diesem Sinne..

  • Hugo Mitdem Hut
    ADOLF HITLER 

  • Jogi129
    Ich muss mich gerade heftig wundern was für Kommentare zum Teil hier stehen. Ich meine die, die meinen, dass das hier antimuslimische Propaganda sei oder sowas. Dieser Film ist ein Statement gegenüber dem Terrorismus nicht gegenüber dem Islam. Denn wie die Terroristen sind die Mönche bereit für ihren Glauben zu sterben. Bloß tun sie dies aus einer Grundeinstellung der Toleranz und Nächstenliebe heraus.

  • Jogi129
    Der Abt des Klosters liest den Koran und kann ihn sogar auswendig. In einer Szene kommt es sogar fast zu einer Versöhnung zwischen ihm und einem Islamistenführer. Und das wird sogar noch besser: als der Abt ihn tot sieht betet er inbrünstig für ihn. Weiter wird über den gesamten Film betont, dass die Mönche in vollkommenem Einklang mit den einheimischen MUSLIMEN leben.

  • Jogi129
    Hier kann also in keiner Weise von einem Film die Rede sein, der den Islam in den Dreck zieht. Wer hier den Islam in den Dreck zieht sind die Terroristen. Sie sind eine Schande für ihre Religion.

  • Jogi129
    Dieser Film ist der erste, den ich gesehen hab, der ein spirituelles Statement zum Terrorismus gibt. Dass der Terrorismus heute auf Seiten des Islam zu finden ist heißt natürlich nicht, dass der Islam eine falsche Religion sei. Aber ebenso wenig heißt das, dass man die Erklärungen auf der Seite der "Propagandisten" für die stattfindende Polarisierung zu suchen hat wie es vor allem sehr viele Muslime tun.

  • Jogi129
    Dass man auf Grund der über großen Schande, die die Terroristen über den Islam bringen lieber wegschaut ist verständlich. Aber man sollte sich das bewusst machen und bewusst gegen diese Schande vorgehen und sie nicht durch Ablenkungen versuchen zu vertuschen indem man einen Film mit durch und durch friedlicher und toleranter Botschaft (dem absoluten Gegenteil des Terrorismus) versucht niederzumachen.

Wie findest Du den Film "Von Menschen und Göttern"? Wir freuen uns auf Deine Meinung!

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