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Wasted on the Young Kritik & Meinung

Wenn man sich das Cover von „Was­ted on the Young“ durch­liest, über­kommt einen schnell das Gefühl, dass es sich bei dem Film um einen wei­te­ren Null-Acht-Fünfzehn Teenie-Film han­delt. Doch ver­birgt sich viel­leicht doch mehr hin­ter dem Film?

Story / Inhalt

WASTED ON THE YOUNG spielt im sozial ver­wahr­los­ten Milieu einer Elite-Highschool. Zack (Alex Rus­sell) ist ein ton­an­ge­ben­des Groß­maul, sein zurück­hal­ten­der Stief­bru­der Dar­ren gilt als Trottel.

Die bei­den bil­den sozu­sa­gen das obere und untere Ende der Beliebt­heits­skala an der Schule und gehen auch zuhause ent­spre­chend wenig freund­lich mit­ein­an­der um. Der immer wie­der von den coo­len Jungs gemobbte Dar­ren fühlt sich jedoch erst dazu genö­tigt, sich gegen seine Pei­ni­ger zur Wehr zu set­zen, als diese auf einer Party seine Freun­din Xan­drie (Ade­laide Cle­mens), auf die auch Zack ein Auge gewor­fen hat, unter Dro­gen set­zen und anschlie­ßend bru­tal miss­han­deln. Das intel­li­gente, selbst­be­wusste Mäd­chen war eine der weni­gen, die sich gegen den alles domi­nie­ren­den Grup­pen­zwang in der Schule zu behaup­ten wusste.

Nach­dem die Jungs sie für tot hiel­ten, war­fen sie Xan­drie im Nir­gendwo aus dem Auto und lie­ßen sie lie­gen. Als Xan­drie dann plötz­lich in der Schule auf­taucht, sorgt sie für eine große Über­ra­schung. Die Gerüch­te­kü­che bro­delt. Was ist tat­säch­lich pas­siert? Diese Frage inter­es­siert nicht nur Dar­ren bren­nend. Ein ver­häng­nis­vol­ler Cyber­krieg bricht aus, der mit allen moder­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln und –stra­te­gien geführt wird – und bald schon die gesamte Schule mit einbezieht…

Mei­nung zum Film

Der Film bie­tet weit mehr als das Cover beschreibt, denn der aus­tra­li­sche Regis­seur Ben C. Lucas bie­tet mit „Was­ted on the Young“ ein span­nen­des Drama, das aktu­elle Pro­ble­ma­ti­ken the­ma­ti­siert und den ein oder ande­ren Denk­an­stoß beim Zuschauer hinterlässt.

Der Film prä­sen­tiert dem Zuschauer eine Welt, in der alles bling­bling und Geld gleich Macht ist. Alles ist irgend­wie leicht über­zo­gen und extrem durch­ge­stylt. Die jugend­li­che Prot­ago­nis­ten sind kom­plett mit­ein­an­der ver­netzt und alles wird über Kame­ras gefilmt, seien es Han­dys– oder Über­wa­chungs­ka­me­ras. Es gibt sozu­sa­gen keine wirk­li­che Pri­vat­sphäre mehr, alles wird ver­teilt und auf­ge­zeich­net – außer man hat die Macht, es zu kon­trol­lie­ren. Diese ist in dem Fall typi­cher­weise den Rei­chen und Schö­nen vor­be­hal­ten, die alles und jeden kon­trol­lie­ren. Natür­lich unter­drü­cken sie auch die Nicht-Privilegierten und zwin­gen ihnen ihren Wil­len auf.

Auf­fäl­lig ist in dem Film, dass die ganze Zeit kein Erwach­se­ner zu sehen ist und die Jugend­li­chen eigent­lich tun und las­sen kön­nen, was sie wol­len. Damit spricht Lucas natür­lich top­ak­tu­elle The­men an, die nach dem Film noch eini­ges an Gesprächs­stoff bieten.

Der Film über­zeugt aber nicht nur durch die Story, son­dern auch über die Mach­art. Denn Lucas will den Zuschauer nicht durch Bil­der scho­ckie­ren, son­dern macht dies über die Mimik der Prot­ago­nis­ten. So wird die Ver­ge­wal­ti­gungs­szene nicht wie üblich gezeigt, son­dern man bekommt eigent­lich nur über die Ges­tik eines der Zuschauer mit, was da eigent­lich gerade im Raum pas­siert. Ähn­lich ist es auch bei ande­ren Gewalt­ak­ten. Diese wer­den nicht blu­tig dar­ge­stellt, son­dern spie­geln sich mehr in der Reak­tion der Betei­lig­ten wider.

Damit das Ganze auch funk­tio­niert, braucht man natür­lich auch eine gute Beset­zung, denn wenn man über die Emo­tio­nen und die Dar­stel­lung der Prot­ago­nis­ten scho­ckie­ren möchte, müs­sen deren schau­spie­le­ri­sche Leis­tun­gen auch dem­ent­spre­chend sein. Und Lucas hat bei der Aus­wahl gute Arbeit geleis­tet. Es ist zwar nicht die Tope­lite der Schau­spie­ler, aber für sein Pro­jekt war die Leis­tung mehr als ausreichend.

Fazit

„Was­ted on the Young“ ist ein klasse pro­du­zier­ter Film, der zum Nach­den­ken anregt und jede Menge Gesprächs­stoff liefert.

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