Weihnachten mit Astrid Lindgren 3 Kritik & Meinung
Neben Volvo und IKEA gehören die Bücher der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (1907–2002) zu den erfolgreichsten schwedischen Exportartikeln. Mit über 145 Millionen verkauften Exemplaren, davon in Deutschland etwa 20 Millionen, ist Lindgren die erfolgreichste Kinderbuchautorin der Welt. Sie erfand so bekannte Figuren wie Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Lotta aus der Krachmacherstraße, Ronja Räubertochter, Kalle Blomquist, Karlsson vom Dach oder die Brüder Löwenherz. Auch die „Kinder aus Bullerbü“ oder „Ferien auf Saltkrokan“ kennen fast alle Kinder.
Astrid Lindgrens Geschichten zeichnen sich durch realistische und fantastische Elemente und eine direkte Sprache aus. Sie kommen ohne den aufdringlichen pädagogischen Zeigefinger aus und begeistern in allen Kulturkreisen kleine und größere Kinder. Schon die meisten Kinder im Vorschulalter, die noch nicht lesen können, kennen die Lindgren-Helden aus den originellen und gut an den Buchvorlagen orientierten Verfilmungen aus Schweden. Passend zur kalten Jahreszeit mit langen Winterabenden und der Weihnachtszeit bringt Universum Film auf drei DVDs neue Abenteuer Astrid Lindgrens mit kleinen Helden heraus. Die knapp halbstündigen Episoden mit abgeschlossenen Handlungen sind für ungeduldige Kleinkinder besser geeignet als 90-minütige Spielfilme.
Inhalt „Weihnachten mit Astrid Lindgren 3“
Die Beliebtheit der Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren ist so groß, dass bereits die dritte Sammlung „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ erscheint. Dazu gibt es zwei passende Episoden der beliebten schwedischen TV-Serie „Die Kinder von Bullerbü“, die 1960 unter der Regie von Lasse Hallström entstanden. Die Geschwister Bosse, Lasse und Lisa, ihre Freunde Anna, Britta und Olle sowie dessen kleine Schwester Kerstin erleben zu jeder Jahreszeit aufregende Ferien in ihrem kleinen Heimatdorf Bullerbü. Das besteht nur aus den drei Bauernhöfen Südhof, Mittelhof und Nordhof. Im Winter toben die Kinder im Schnee, im Sommer laufen sie barfuß durch die Natur. Sie spielen Verstecken oder mit dem Hund, füttern Tiere, raufen, klettern über Zäune und treiben lustige Streiche. Die erste Episode Weihnachtsepisoden zeigt einen „Weihnachtsschmaus bei Tante Jenny“, bei dem sich immer viele Kinder zu den aufregendsten Spielen zusammenfinden. „Lasse, der Eisläufer“ zeigt, welch schöner Spielplatz im schwedischen kalten Winter ein zugefrorener See ist. Es ist aber sehr gefährlich, weil man selbst als erfahrener Eisläufer im Wasser landen kann. Doch ein Glas heiße Honigmilch, und gute Freunde heilen auch die dicksten Schrammen.
Die Figur des Tomte Tummetott geht auf ein altes schwedisches Gedicht von Viktor Rydberg aus dem 19. Jahrhundert zurück. Astrid Lindgren hat es als illustriertes Kinderbuch adaptiert. Tomte Tummetott ist ein kleiner alter Wichtel mit roter Zipfelmütze und Rauschebart der seit Jahrhunderten auf einem Heuboden lebt. Nachts kommt er heraus, um wie ein guter Geist über die Bewohner des Bauernhofs zu wachen. Die Verfilmung dieses Stoffes als Animationsfilm ist die einzige Astrid-Lindgren-Verfilmung, die nicht in Schweden entstand. Ein deutsches Animationsstudio realisierte das Projekt 2007 unter der Regie von Sandra Schießl. „Tomte Tummetott und der Fuchs“ zeigt den Wichtel, der aus seinem Versteck kommt, wenn Menschen und Tiere schlafen. Er ist der gute Hausgeist der Eltern, Kinder, Hühner, Kühe und Schafe. In kalten Winternächten spricht er ihnen Mut zu und achtet darauf, dass ihnen kein Unheil widerfährt. Und niemand hat ihn je gesehen, zumindest bis zu dieser Nacht. Der hungrige Fuchs Mikkel schleicht sich auf den Hof. Im Winter hat er lange nichts zu Fressen gefunden und die Hühner sind eine willkommene Beute für ihn. Aber er hat seine Rechnung ohne Tomte Tummetott gemacht.
von Johannes Kösegi
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